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So treiben Unternehmen die Entwicklung des IT-Betriebs voran NoOps mit Unterstützung des DevOps-Teams

| Autor / Redakteur: Michael Rudrich * / Stephan Augsten

Innovationen erfordern Agilität im IT-Betrieb – die mithilfe der Cloud möglich wird. NoOps ist ein Ansatz, mit dem Unternehmen den IT-Betrieb teils automatisieren und so Raum für die Entwicklung neuer Services schaffen können.

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Als Weiterentwicklung zu DevOps sind Entwickler bei NoOps dazu angehalten, wie die Kollegen aus dem IT-Betrieb zu denken.
Als Weiterentwicklung zu DevOps sind Entwickler bei NoOps dazu angehalten, wie die Kollegen aus dem IT-Betrieb zu denken.
(Bild: Christina @ wocintechchat / Unsplash)

Der Kunde von heute erwartet kontinuierlich neue digitale Anwendungen und Services. Das gilt vor dem Hintergrund der aktuellen Situation, in der digitale Kommunikationsformen sowohl privat als auch beruflich sehr gefragt sind, mehr denn je.

IT-Teams verbringen einen großen Teil ihrer Zeit mit der Zusammenstellung und Auswertung von Metriken und Warnmeldungen, um den Betrieb am Laufen zu halten. Dabei setzen sie in der Regel auf klassische Performance-Management-Ansätze, die manuelle Prozesse erfordern.

Das kostet Zeit, die IT-Teams eigentlich in die Entwicklung und Bereitstellung neuer, wertschöpfender Services für Nutzer investieren könnten. In der aktuellen Situation ist dies eine besondere Herausforderung: Schließlich arbeitet die Mehrheit der IT-Teams derzeit im Home Office – ebenso wie ihre Kollegen aus den anderen Abteilungen.

Entsprechend hoch ist die Frequenz der Anfragen an die IT-Teams und folglich auch deren Auslastung. NoOps könnte als automatisierter Ansatz für den IT-Betrieb hier Freiräume schaffen: IT-Teams stellen damit auch aus der Ferne neue Funktionen und Dienste schneller und effizienter bereit.

NoOps realisieren

NoOps ist als IT-Umgebung so konzipiert, dass dank Automatisierung und KI das Betriebspersonal entlastet wird. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Kontaktbeschränkungen ein sinnvolles Konzept, da auf diese Weise weniger Mitarbeiter physisch anwesend sein müssen.

NoOps kann aber nur dann zum Einsatz kommen, wenn Unternehmen über eine solide CI/CD-Toolchain verfügen und AIOps vollständig in ihr System integriert ist: Mithilfe von AI werden Monitoring-Daten schneller, präziser und in größerem Umfang analysiert, als es auf manuelle Weise möglich ist.

Auf diese Weise entstehen in Echtzeit präzise Antworten und detaillierte Einblicke in die Performance. Die üblicherweise große Anzahl an Warnmeldungen wird somit zielgerichtet, sinnhaft und schnell interpretiert. So entstehen dann die automatischen Antworten, die das Herzstück von NoOps sind.

Gerade der Aspekt der Automatisierung löst bei manchen IT-Experten die Befürchtung aus, dass DevOps-Prozesse überflüssig werden. Demnach würde NoOps dazu führen, dass Entwickler nicht mehr mit Betriebsteams zusammenarbeiten müssten, wodurch weniger Innovationen entstünden.

Evolution statt Revolution

Im Gegensatz zu diesen Befürchtungen bedeutet NoOps aber bei weitem nicht das Ende von DevOps, sondern stellt vielmehr deren nächste Entwicklungsstufe dar. Bei DevOps wenden Operations-Teams Methoden der Entwicklungs-Teams an wie Versionskontrolle, Scripting und Automatisierung, um potenzielle Leistungsprobleme zu beheben.

Mit NoOps beginnen umgekehrt die Entwickler, wie Betriebs-Teams zu denken. So arbeiten beide Teams auf das gemeinsame Ziel hin, Innovationen für das Unternehmen und seine Endnutzer voranzutreiben. Die DevOps-Teams können sich somit voll auf ihre Aufgabe konzentrieren, neue Dienste zu schaffen, statt ihre Ressourcen in die Lösung von Problemen im alltäglichen IT-Betrieb zu investieren.

Für Unternehmen, die auf NoOps setzen, wird das die größte Veränderung bei den Prozessen zur Bereitstellung von Software seit der Entstehung von DevOps sein. Entsprechend werden sich DevOps-Prozesse noch stärker an den Bedürfnissen eines modernen Unternehmens orientieren, das sich seinerseits weiter in Richtung eines autonomen Cloud-Betriebs bewegt. IT-Teams setzen Innovationen auf diese Weise schneller um, da sie Probleme in der Entwicklungsphase automatisch beheben können.

Mit dem Aufbau beginnen

Auch wenn Unternehmen die Vorteile von NoOps erkennen, kann es dennoch schwierig sein, auch die DevOps-Teams an Bord zu holen. Deren volle Unterstützung und Engagement ist aber für den Erfolg von NoOps entscheidend: Schließlich gilt es, die Denk- und Arbeitsstrukturen der Teams neu zu gestalten. Deshalb sollten DevOps-Teams frühzeitig inhaltlich abgeholt werden – am besten mit einem vom Unternehmen eingeleiteten Informations- und Schulungsprozess.

Entwickler erfahren hier, wie NoOps-Prozesse personellen und zeitlichen Engpässen entgegenwirken, da sie keine Zeit für einen Debug-Zyklus investieren müssen. Gegenüber den Operations-Teams sollten die IT-Führungskräfte betonen, wie NoOps ihnen hilft, ihre Bedeutung innerhalb der Organisation zu stärken und sie somit eine aktivere Rolle beim Vorantreiben von Innovationen übernehmen können.

Von NoOps langfristig profitieren

Michael Rudrich
Michael Rudrich
(Bild: Dynatrace)

Da Umfang und Komplexität der Cloud weiter steigen und Unternehmen aktuell zudem die Herausforderungen durch die Krise bewältigen müssen, gilt es für sie einen Weg zu finden, ihre DevOps-Teams eher früher als später bei der effizienten Nutzung ihrer IT-Umgebung zu unterstützen. NoOps ist der Schlüssel dazu: Denn auf diese Weise können Unternehmen ihre Innovationskraft steigern und den Endnutzern neue, qualitativ hochwertige Dienstleistungen bieten.

* Michael Rudrich ist VP Central Europe bei Dynatrace.

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