Beech IT über die Entwicklung am Software-Markt Neue Software-Anforderungen, wenig Programmierer

Redakteur: Stephan Augsten

Während gute Software die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sicherstellen soll, dürften Programmierer in den 2020er Jahren gleichzeitig ein rares Gut werden. Dies zumindest ist die Einschätzung des Softwarehauses Beech IT, das im Corona-Jahr die Hände voll zu tun hatte.

Firmen zum Thema

Gute Sotware wird mit Blick auf KI und Personalmanagement wichtiger, die Develpoment-Kapazitäten gehen aber zurück.
Gute Sotware wird mit Blick auf KI und Personalmanagement wichtiger, die Develpoment-Kapazitäten gehen aber zurück.
(Bild: Christina Morillo / Pexels )

Vielen Firmen und Führungskräften sei in der Coronakrise bewusst geworden, dass ihre mitunter überalterten IT-Systeme wenig flexibel auf überraschende Marktveränderungen reagieren können. Wie Edward Lenssen von Beech IT unterstreicht, habe man im Jahr 2020 mehr Hilferufe als je zuvor von Firmen bekommen, Systeme kurzfristig umzuprogrammieren: „Die Coronakrise hat eine Dynamik erfordert, die die Softwaresysteme der meisten Unternehmen hoffnungslos überfordert hat", so der CEO des niederländischen Software- und Systemhauses.

Etwa zwei Drittel der in der Wirtschaft eingesetzten Software sei den Anforderungen der 2020er Jahre nicht gewachsen, schätzt Lenssen. Die Modernisierung müsse dabei über kosmetische Anpassungen der GUI hinausgehen: „Auf Dauer ist es unumgänglich, die Hintergrundsysteme fit für die Zukunft zu machen“ mahnt Lenssen. „Dazu wird in den 2020ern zweifelsohne der Einsatz von Künstlicher Intelligenz gehören.“

Nach Einschätzung des Beech-Chefs lässt sich durch die verstärkte Integration von KI-Technologien die Flexibilität und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen massiv erhöhen: „Nachfrage, Absatzerwartungen, Produktionsmengen und Ressourcen können mittels KI-Software deutlich präziser gesteuert werden als mit althergebrachten Warenwirtschaftssystemen.“

Dringenden Handelsbedarf sieht der Beech-CEO auch bei Software für das Personalmanagement: „Durch Corona ist den Personalabteilungen klar geworden, dass sie viel mehr über die Mitarbeitenden wissen müssen, für einen sinnvollen Einsatz im Home Office und bei der Transformation von Geschäftsprozessen ins Internet.“ HR-Analytics sei das Gebot der 2020er Jahre, um die Leistungsfähigkeit, die Kompetenzen und den Weiterbildungsbedarf des Personals besser einschätzen zu können.

Einen Vergleich zur aktuellen Krise zieht Edward Lenssen mit Blick auf den Arbeitsmarkt: „Hätten die Länder im Herbst 2020 mehr Impfstoff bestellt, wäre die Versorgungslage heute dramatisch besser. Genauso wird es sich mit Programmierern verhalten, die bis 2030 ein extrem knappes Gut sein werden“, prognostiziert Edward Lenssen. Fragt sich, wer den Bedarf an immer besserer und komplexerer Software am Ende decken soll.

(ID:47069220)