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Geschäftsmodell für Reseller Mehr App-Business in der Cloud

| Autor / Redakteur: Dipl.-Phys. Oliver Schonschek / Elke Witmer-Goßner

App-Marktplätze helfen dabei, aus dem steigenden Bedarf an Cloud-Apps ein interessantes Geschäftsmodell zu entwickeln. Dabei ist es sogar möglich, Reseller für die eigenen Applikationen zu finden und einzusetzen.

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Cloud-Apps sollten genauso präsentiert werden, wie die Nutzer es von den App-Stores für mobile Smartphone-Apps kennen, zum Beispiel mit „Reviews“ und „Ratings“.
Cloud-Apps sollten genauso präsentiert werden, wie die Nutzer es von den App-Stores für mobile Smartphone-Apps kennen, zum Beispiel mit „Reviews“ und „Ratings“.
(Bild: AppDirect)

Cloud-Services und Web-Applikationen werden auch in deutschen Unternehmen immer wichtiger, so eine Studie von SurveyMonkey und IDC. 44 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen die Nutzung von Cloud-Services und Web-Applikationen aktiv fördert und unterstützt. Eine Matrix42-Studie zeigte, dass 23 Prozent der befragten Unternehmen davon ausgehen, dass der Einsatz von Cloud-Anwendungen in den nächsten zwölf Monaten stark zunehmen wird.

Cloud-Apps sind gefragt

Für die positive Zukunft von Cloud-Apps gibt es gute Gründe aus Unternehmenssicht: 80 Prozent der Befragten in der Studie „Oracle Cloud Agility“ sind davon überzeugt, dass die schnelle Entwicklung neuer Anwendungen in der Cloud, zügige Tests und die zeitnahe Einführung neuer Produkte und Applikationen von existenzieller Bedeutung für den Unternehmenserfolg sind.

Cloud-Apps können ein gutes Geschäft werden, wenn der Vertriebskanal und die gewählte Cloud-Plattform stimmen. App-Entwickler und -Anbieter haben die Wahl zwischen einer Reihe von Marktplätzen speziell für Applikationen. Beispiele sind AppExchange auf der Salesforce1 Platform, das Cloud Integration Center von T-Systems, der Oracle Cloud Marketplace, der AWS Marketplace, der Cisco Marketplace, der Zendesk Apps Marketplace und nicht zuletzt der Google Apps Marketplace.

Die Vorbereitung des eigenen App-Business beginnt also mit der Suche nach Plattform und Marktplatz. Welcher Marktplatz der richtige ist und damit auch welche Cloud-Plattform für die Entwicklung der Cloud-Apps gewählt werden sollte, hängt von vielen Faktoren ab: Wer selbst Apps anbieten will, braucht natürlich einen Marktplatz mit möglichst vielen Nutzern aus der Zielgruppe der App, aber auch die Unterstützung bei der App-Entwicklung und der App-Sicherheit, die Marktplatz-Services bei der Vermarktung und die Funktionen zur Abrechnung, die Dashboards und Reportings spielen eine wichtige Rolle.

Grundlegende Marktplatz-Funktionen und zusätzliche Chancen

Von einem App-Marktplatz in der Cloud kann man grundsätzlich erwarten, dass ein Billing mit Test-Option für die Interessenten, verschiedene Bezahlfunktionen für die Käufer, Möglichkeiten zur individuellen Anpassung des eigenen App-Store-Bereiches (wenn vorgesehen) sowie Funktionen für Ratings und Reviews durch die Kunden verfügbar sind. Solche Funktionen kennen die möglichen Kunden des Cloud-App-Anbieters von den App-Stores für Smartphones und erwarten dies natürlich auch bei den Cloud-App-Stores.

Doch es gibt auch zusätzliche Funktionen bestimmter Marktplätze, die das eigene App-Business durchaus beflügeln können. AppDirect ist ein Beispielangebot mit verschiedenen, zusätzlichen Leistungen für das App-Business in der Cloud. Die Liste der Partner ist bemerkenswert. Zu sehen war AppDirect unter anderem auf dem Web Summit 2015 in Dublin. App-Entwickler können bei AppDirect ihre Apps bei einem ganzen Netzwerk von Marktplätzen einreichen und so mehr Kunden erreichen als bei der Anmeldung bei nur einem Marktplatz.

Reseller werden und Reseller suchen

Ein interessanter Aspekt für mehr App-Business in der Cloud liegt auch im Bereich Reselling von Apps. Unternehmen, die selbst nur einige wenige Apps anbieten, können innerhalb von AppDirect weitere, passende Apps empfehlen und ihren Kunden so ein umfassenderes Angebot machen. Diese Option gibt es in der sogenannten Listing-Edition. Man kann aber auch neben den eigenen Apps die Applikationen Dritter vertreiben, möglich ist diese Reselling-Option in der Store-Edition. Wer einen eigenen App Marketplace mit eigenem Bereich für App-Entwickler haben möchte, bekommt auch dieses Angebot mit der Ecosystem-Edition.

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Es ist aber auch möglich, die eigenen Apps durch Dritte vertreiben zu lassen, also Reseller für die eigenen Cloud-Apps zu suchen und zu verwalten. Genannt wird diese Option AppDirect Reseller Management Service. App-Anbieter finden hierüber ein Netzwerk an App-Reseller, die die Apps an ihre eigenen Kunden vertreiben.

AppDirect bietet hierzu ein Content-Management-System an, mit dem den Resellern die notwendigen Inhalte für den App-Vertrieb bereitgestellt werden können. Ebenso können Reseller-Daten importiert, neue Reseller im System angelegt und vorhandene Reseller gesteuert und ausgewertet werden. Die Aufträge, die durch die Reseller generiert werden, lassen sich im System verfolgen, auch die Abrechnung der verkauften Apps und die Provisionszahlung an die Reseller wurde nicht vergessen.

Die App-Marktplätze insgesamt, aber auch die umfangreichen Reseller-Funktionen bei der AppDirect-Plattform zeigen deutlich, dass nicht nur der Bedarf an Cloud-Apps vorhanden ist, sondern dass das App-Business in der Cloud darauf wartet, in neue Geschäftsmodelle umgewandelt zu werden. Marktplätze für Cloud-Apps stehen nicht nur den Cloud-Providern als Geschäftsoption offen, sondern auch App-Anbietern, die die Apps Dritter (zusätzlich) vermarkten wollen, oder die ihre eigenen Apps durch Dritte aktiv vermarkten lassen wollen. Das Cloud-App-Business hat sehr gute Aussichten.

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Über den Autor

Dipl.-Phys. Oliver Schonschek

Dipl.-Phys. Oliver Schonschek

IT-Fachjournalist, News Analyst, Influencer und News Analyst / Commentator bei Insider Research