Suchen

Zusammenarbeit zwischen Development und Fachabteilungen Kollaborative Softwareentwicklung mit Low-Code

| Autor / Redakteur: Hans de Visser * / Stephan Augsten

Silo-Denken und mangelnde Kommunikation zwischen Fachabteilungen und IT verspielen das große Potenzial kollaborativer Softwareentwicklung. Low-Code-Plattformen können dabei helfen, indem Citizen Developer in den Entwicklungsprozess einbezogen werden.

Firmen zum Thema

Low-Code-Plattformen sind darauf ausgelegt, die Kommunikation zwischen den Teammitglieder einfacher zu machen und Kollaboration zu fördern.
Low-Code-Plattformen sind darauf ausgelegt, die Kommunikation zwischen den Teammitglieder einfacher zu machen und Kollaboration zu fördern.
(Bild: Mendix)

Kollaboratives Arbeiten über digitale Plattformen hat durch die Umstellung auf Remote Work in kürzester Zeit eine neue Relevanz bekommen, so auch im Bereich der Softwareentwicklung. Doch die Gräben zwischen Fachabteilungen und IT sind nach wie vor tief, wie die Mendix-Umfrage „Mission Kollaboration: Softwareentwicklung 2020 – Die DNA des Software Developers“ ergab

Für die Studie wurden 1.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und den USA befragt. Ein zentrales Ergebnis: Die Entwicklung von Software ist noch immer traditionell Sache des IT-Departments. Vor allem in Deutschland ist diese Ansicht nach wie vor verbreitet

Knapp zwei Drittel (65 Prozent) der befragten Fach- und Führungskräfte sehen hierzulande allein die IT-Abteilung für die Entwicklung neuer Geschäftsanwendungen verantwortlich. In den USA sehen zum Vergleich nur knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) hauptsächlich die IT in der Pflicht.

Kollaboration: Entscheidend für den Erfolg von IT-Projekten

Auch die Zusammenarbeit von IT und Fachabteilung bei der Entwicklung neuer digitaler Produkte und Anwendungen ist in vielen Unternehmen noch eine Seltenheit. Für nicht mal ein Drittel der Befragten in Deutschland (28 Prozent) ist die Softwareentwicklung laut der Mendix-Umfrage in ihrer Organisation ein dynamischer und kreativer Prozess, bei dem verschiedene Abteilungen zusammenarbeiten. Hingegen gab über die Hälfte (59 Prozent) der Fach- und Führungskräfte an, dass in ihrem Unternehmen die IT lediglich die Vorgaben des Managements oder der Fachabteilungen erfüllt oder die IT-Abteilung gänzlich eigene Wege geht.

Doch genau der intensive Austausch von Fachexperten und IT ist bei der Softwareentwicklung entscheidend: Je besser die Kommunikation zwischen den beteiligten Teams, desto besser ist die Lösung. Egal, ob es sich dabei um die Einführung eines neuen digitalen Konzeptes für den Kundenservice, die Markteinführung eines neuen Produktes oder die Weiterentwicklung von Legacy-Systemen handelt.

Mangelnde oder ineffektive Kommunikation hingegen sind eine der Hauptursachen für das Scheitern von IT-Projekten: Werden die Anforderungen zu Beginn nicht korrekt kommuniziert und findet während des Projektes kein Austausch zwischen den Teams statt, entsprechen die fertigen Anwendungen meist nicht den gewünschten Anforderungen. Dies wiederum ist für die Entwickler mit einem sehr hohen Maß an Nacharbeit verbunden, was nicht nur viel Zeit, sondern auch einen Großteil des Budgets für Softwareentwicklung beansprucht.

Digitalisierungsprojekte vorantreiben mit Low-Code

Softwareentwickler sind der wichtigste Treiber für die Digitalisierung: Ein Drittel aller Befragten der Mendix-Studie sieht vor allem die IT in der Verantwortung, Digitalisierungsprozesse im Unternehmen voranzutreiben. Weiterhin halten in Deutschland ein Fünftel der Befragten die Marketing-Abteilung und 14 Prozent die Produktentwicklung für einen wichtigen Digitalisierungs-Treiber. Das C-Level trägt laut Meinung der Befragten dagegen kaum hierzu bei: Mit gerade einmal drei Prozent landet dieses gemeinsam mit der HR-Abteilung auf dem letzten Platz.

Unternehmen dürfen jedoch die Verantwortung für die digitale Transformation nicht allein der IT zuschieben, sondern müssen sicherstellen, dass ihre Geschäftsbereiche und IT-Teams im Einklang sind. Denn nur gemeinsam können die Herausforderungen der Digitalisierung und die hohe Nachfrage nach neuen Anwendungen gestemmt werden. Um Innovationen im Unternehmen voranzutreiben, müssen interne Barrieren überwunden, Silos aufgelöst und Abteilungen neu organisiert werden

Dabei können Low-Code-Plattformen einen entscheidenden Anteil beitragen. Die Fachabteilungen werden über die leicht verständlichen visuellen Entwicklungsmöglichkeiten einer Low-Code-Plattform in die Prozesse involviert und als „Citizen Developer“ Teil der Softwareproduktion. Die Mehrzahl der Mitarbeiter in den Fachabteilungen wäre dazu sogar bereit, wie die Umfrage von Mendix ergab.

52 Prozent dieser Befragten würden gerne die Entwicklung neuer Unternehmenssoftware selbst in Angriff nehmen, sofern es ohne fortgeschrittene IT-Kenntnisse möglich wäre. Weitere 26 Prozent wären zumindest neugierig und würden selbst an neuen Anwendungen arbeiten, wenn dies nicht mehr als zwei bis drei Stunden dauern würde. 17 Prozent würden zwar nicht selbst programmieren, aber gerne dabei helfen, Innovationen im Unternehmen voranzubringen.

Eine gemeinsame Sprache

Objekte und Formen, Diagramme und Grafiken, Darstellungen von Abhängigkeiten und Logik – mit einer fundierten visuellen Sprache hat jeder ein klares Bild des zu lösenden Problems und der Werkzeuge und Ressourcen, die für die Erarbeitung einer Lösung zur Verfügung stehen. Die visuelle Entwicklungsumgebung von Low-Code-Plattformen ist speziell darauf ausgelegt, die Kommunikation zwischen den Teammitglieder einfacher zu machen und Kollaboration zu fördern, unabhängig von ihrem Fachgebiet und ihrer technischen Expertise.

Low-Code-Tools sind auch für Experten aus den Fachabteilungen einfach zu erlernen, so können beispielsweise Business-Analysten oder Ingenieure Prototypen für Geschäftsanwendungen entwerfen, die sie je nach Komplexität entweder selbst oder zusammen mit dem IT-Team entwickeln. Umgekehrt können die Entwickler durch die enge Zusammenarbeit mit den Business-Experten ein besseres Verständnis von Geschäftsprozessen oder Kundenbedürfnissen gewinnen.

Hans de Visser
Hans de Visser
(Bild: Mendix)

Wenn alle Teammitglieder mit einer gemeinsamen virtuellen Sprache arbeiten, ist keine Übersetzung mehr nötig, jeder versteht die Probleme und alle können ihre Ideen ausprobieren. So sind schnelle Iterationen möglich und jeder bleibt von der ersten Idee bis zur Bereitstellung in den Prozess eingebunden. Die intensive Zusammenarbeit und den Austausch über das gesamte Projekt hinweg sorgen dafür, dass das Endprodukt auch wirklich den ursprünglichen Anforderungen entspricht und Nacharbeit reduziert wird.

* Hans de Visser ist Vice President Product Management bei Mendix und zeichnet neben der Plattform-Roadmap für Analyst Relations verantwortlich. Der graduierte Wirtschaftswissenschaftler verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen ERP, Business Process Management und Anwendungsplattformen.

(ID:46620164)