Suchen

Java-Orakel JDK 10: NoSQL, JSF und JDK-Inkubator-Module

| Autor / Redakteur: Dipl. -Ing. Thomas Drilling / Stephan Augsten

Das Feature-Set für Java 9 steht, das finale Release soll im Juli offiziell erscheinen. Schon hat Oracle die Entwicklung des Java Devlopment Kit (JDK) 10 offiziell gestartet.

Firmen zum Thema

Ein neue JEP-Prozesse mit Inkubator-Modulen ist eines der derzeit für Java 10 diskutieren Themen.
Ein neue JEP-Prozesse mit Inkubator-Modulen ist eines der derzeit für Java 10 diskutieren Themen.
(Bild: Thomas Drilling, Java)

Das Einrichten der JDK 10 Forests auf Mercurial markiert den offiziellen Start der Java-10-Entwicklung. Einen entsprechenden Hinweis hat Oracles Java-Plattform-Chef Mark Reinhold auf der OpenJDK-Mailingliste veröffentlicht.

In der Java Community diskutiert man derzeit, wie Entwickler schneller von Innovationen des JDK profitieren könnten. Beitragende können im Übrigen ab sofort Fehlerkorrekturen und kleinere Verbesserungen in den folgenden Bereichen einbringen:

Eine offizielle Roadmap mit einem Release-Datum für Java 10 gibt es allerdings noch nicht. Da sich aber das Gros der Committer derzeit auf JDK 9 konzentriert, werden Änderungen am JDK 9 automatisch auch in das JDK 10 eingebunden. Bugfixes für JDK 9 müssen also von Beitragenden nicht selbst in die JDK-10-Repositories übertragen werden.

Java 10 Brainstorming

Erst nach der offizielle Freigabe von JDK 9 am 27.07.2017 soll der derzeit übliche JEP-Prozess (JDK Enhancement Proposal) für JDK-10 anlaufen, was schlicht bedeutet, dass erst dann JDK-10 Enhancement Proposals für echte neue Features eingereicht werden können.

Was das alles sein könnte, ist aber noch formbar. Es sind lediglich eine Reihe von Features in der Diskussion, wie z. B. „Value Types“ (Projekt Valhalla) oder eine Verbindung zwischen JVM und Nicht-Java-APIs (Projekt Panama).

Ferner denken die Entwickler über einen permanenten Garbage Collector (Shenandoah-Algorithmus) oder erweiterte Switches nach. Ebenso im Gespräch ist eine bessere Unterstützung von Immutability. Außerdem werden Erweiterungen der Lambda-Expressions erwartet und sicher gibt es auch Feintuning am Modulsystem.

JEP Reformation

Außerdem denkt die Community darüber nach, den erwähnten JEP-Prozess mit dem Ziel umzugestalten, dass fertige Features schon vor Java 10 in etwaigen Zwischen-Releases (Java 9.x) verfügbar gemacht werden könnten, also eine Art agiler Release-Prozess für Java-Versionen.

Ein neues von Chris Hegarty eingereihtes JEP schlägt dazu vor, mit so genannten Inkubator-Modulen zu arbeiten. Entwickler könnten auf diese Weise schneller von Innovationen des JDK profitieren. Die so genannten JDK Enhancement Proposals (JEPs) stellen die zur Zeit offizielle Vorgehensweise dar, Verbesserungen des Java Development Kits (JDK) im Rahmen des Java Community Process (JCP) einzuleiten.

Inkubator-Module könnten JDK-Release-Projekten eine Möglichkeit eröffnen, neben ihren offiziellen APIs auch einen Satz nicht finaler APIs bereit zu stellen. Solche Inkubator-APIs würden dann noch nicht in einem Zustand sein, sie für das JDK zu standardisieren. Ihr Lebenszyklus wäre klar vorgegeben und begrenzt, denn sie würden dann entweder im folgenden JDK-Release enthalten sein oder sofern sie sich nicht bewähren, wieder entfernt werden.

Das Ziel des JEP 11 wäre das Etablieren eines Mechanismus´, der die Qualität der APIs in der Java-SE-Platform verbessert, wodurch kostenverursachende Fehler durch zu frühe Standardisierung vermieden würden. Der JEP 11 wurde zwar erst im November 2016 eingestellt, wird aber in der Gemeinschaft bereits sehr kontrovers diskutiert, etwa im letzten Meeting des JCP.

Wie es weitergeht

Das Exekutiv-Komitee des Java Community Process trifft sich 2 mal im Jahr zu einem Face-to-Face-Meeting. Beim letzten Treffen vom 10. bis 11. Januar in London ging es kontrovers und offen zur Sache. Neben der erwähnten Diskussion agilerer Prozesse in Form von Inkubator-Modulen für das JDK ging es auch um die unsicher Zukunft von Java ME und die Konkurrenzsituation zwischen Java EE und MicroProfile.io.

Da sich Oracle bekanntlich im vergangenen Jahr kaum zur Zukunft von Java EE geäußert hatte, hatten RedHat, IBM, Payara, LJC und Andere in Eigeninitiative eine Untermenge an Java-EE-Technologien für die Entwicklung von Microservices-Anwendungen unter der Bezeichnung MicroProfile.io vorgestellt.

(ID:44497776)

Über den Autor

Dipl. -Ing. Thomas Drilling

Dipl. -Ing. Thomas Drilling

IT-Consultant, Trainer, Freier Journalist