Robuster, starker und performanter Online-Auftritt In drei Schritten zum leistungsfähigen Webprojekt

Autor / Redakteur: Kay Seegers * / Stephan Augsten

Selbständige Web-Entwickler werden immer häufiger mit dem Wunsch nach größtmöglicher Leistungsoptimierung konfrontiert. Auf welche Performance-Faktoren sollte man also unbedingt schon in der Umsetzungsphase achten?

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Schon im Vorfeld eines Webprojekts lohnt es sich, Performance-Faktoren zu ermitteln.
Schon im Vorfeld eines Webprojekts lohnt es sich, Performance-Faktoren zu ermitteln.
(Bild: jmexclusives / Pixabay )

Das Projektmanagement und die Umsetzung von Kundenwünschen werden immer umfassender – auch für Entwickler. Inzwischen stehen nicht mehr nur Belange wie schlanke Arbeitsprozesse im Vordergrund, sondern auch, den Anforderungen der Kundenwünsche noch eingehender oder individueller nachzukommen.

Für freischaffende und selbständige Web-Entwickler äußert sich das darin, dass immer mehr Kunden bereits zu Projektstart Sorge vor langsamen und allgemein (zu) leistungsschwachen Webpräsenzen haben. Dieser Beitrag soll Freelancern dabei helfen, Kunden einen starken, robusten und leistungsfähigen Webauftritt zu garantieren.

Ziele, Zielgruppen und Performance-Bedarf des Webprojektes ermitteln

Selbst erfahrenen Entwicklern kann es nie schaden, sich zu den grundlegenden Fragen der erfolgreichen Projektplanung ein paar zusätzliche Gedanken zu machen. Das gibt von Beginn an die Möglichkeit, die Anforderungen des Webprojektes passgenau zu einer guten, flexiblen Performance hin zu optimieren. Folgende vier Grundsatzfragen sollten Sie daher am besten mit dem Kunden persönlich besprechen und schriftlich festhalten.

1. Was sind die Aufgaben der neuen Webpräsenz?

Klingt banal, ist aber wichtig: Shop oder ganz normale Webseite? Welchen Umfang soll das Webprojekt haben und welches Sortiment wird es anbieten? Halten Sie alles schriftlich fest, um angemessen auf spätere Änderungswünsche des Kunden reagieren – und nötigen Mehraufwand abrechnen – zu können. Überlegen Sie sich am besten schon vor Projektstart sehr genau, wohin die Reise gehen soll.

2. Wie definiert sich der tatsächliche Projekterfolg?

Erfolg hängt nicht nur von Google-Positionierungen (SERP) oder enorm hohen Traffic-Zahlen ab. Vielmehr entscheiden ökonomische Daten wie der Umsatz meist über den „wahren“ Erfolg. Diese Kennzahlen sollten Sie vorab festlegen und nach dem Launch regelmäßig kontrollieren – wenn möglich.

3. Woher werden (welche) Website-Besucher kommen?

Die Definition der eigenen Zielgruppen und die daraus resultierende Abschätzung des nötigen Besucheraufkommens sind essenziell, um die gesetzten Ziele auch wirklich zu erreichen. Leads und Traffic ziehen Sie am Ende in der Regel dann vor allem durch gute SERP, Google-Werbung oder Social Media an. Bleibt nur die Frage: Was davon steht beim neuen Webprojekt im Fokus?

4. Welchen Ressourcenbedarf braucht es?

Gerade bei einer (plötzlichen) Überlast kann es schnell zu spürbaren Performance-Einbußen kommen. Das gilt auch für ansonsten funktionsstabile Webseiten. Spielen Sie darum einmal theoretisch durch, wie hoch die maximale Anzahl an Streams, Käufen oder Downloads ist, die parallel „drohen“ könnten.

Checkliste für Webprojekte
Checkliste für Webprojekte
(© DomainFactory)

Wem die Zielermittlung für das erfolgreiche Management von Webprojekten nun zu theoretisch klang, dem habe ich eine Checkliste hierfür ausgearbeitet, die Sie ebenfalls in meinem Workbook finden – und die eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung darstellt.

Content Management: Von der Stange oder doch ganz individuell?

Je nach Situation und Anspruch sollte man Wert auf ein wirklich passendes Content-Management-System (CMS) legen – oder eben auf ein solches verzichten. Dasselbe gilt für ein potenzielles Shop-System. Ein erfolgreiches Web-Projekt steht und fällt schließlich auch mit der späteren Usability durch den/die Betreiber.

Allein aus Kostengründen fällt die Wahl der Kundschaft heute immer seltener auf ein eigens entwickeltes, individuell zugeschnittenes Verwaltungssystem. Stattdessen steigt der Ruf nach „Massenlösungen“ wie Drupal, TYPO3 oder WordPress – ob nun sinnvoll oder nicht, sei mal dahingestellt.

Fällt die Wahl auf eine Lösung von der Stange an, sollte das trotzdem unbedingt so gut wie möglich in Einklang mit der Zielsetzung der Webpräsenz stehen – also damit, was der Kunde wirklich braucht. Ist der Funktionsumfang des CMS nämlich zu „mächtig“ und umfassend, kann das schnell auf die Performance des Webprojektes gehen.

Die Antworten auf die anfangs aufgeworfenen Fragen sollten sich darum immer in der adäquaten CMS-Wahl widerspiegeln. Ist der Online-Shop eher klein, muss es in der Regel zum Beispiel kein Magento sein. Wird Wert auf SEO und zusätzlichen Content gelegt, bietet sich vielleicht WordPress mit WooCommerce als beste Variante an.

Performance-Optimierung auf System- und Seitenebene

Der dritte wichtige Erfolgsfaktor für ein stabiles, leistungsfähiges Webprojekt dreht sich darum, wie die technische Infrastruktur und das ausgewählte CMS miteinander harmonieren. Also wie exzellente Besuchererfahrung, kurze Ladezeiten und eine zuverlässige Verfügbarkeit durch die Webpräsenz wirklich sichergestellt werden.

Schlank, schlanker… Pagespeed!

Vier Tipps sind schnell genannt: Zum einen sollten beispielsweise stets nur „asynchrone“ (Tracking-)Codes verwendet werden. Denn die werden schließlich erst geladen, wenn der Seitenaufbau abgeschlossen ist. Auch das „Lazy Loading“ bringt Vorteile. Hier werden die Inhalte der Webseite nämlich immer erst dann bereitgestellt, wenn sie ins Sichtfeld der User geraten – also tatsächlich benötigt werden.

Den (nicht ganz so unwichtigen) PageSpeed-Test von Google können Sie damit ebenfalls meist positiv beeinflussen – übrigens auch, indem JavaScript einfach ans Ende des Webdokuments geschoben wird. Eine vierte Option ist die „Ausdünnung“ des Quelltextes. Wer etwa überflüssige Formatierungen oder HTML-Dateien entfernt, tut der Webpräsenz einen Gefallen. CSS- und JS-Dateien sollten Sie zudem auslagern.

Ordentlich komprimiert ist halb gewonnen!

Eine gute Idee ist es zudem, die Zahl der verwendeten Plug-ins auf ein Minimum zu reduzieren. Ungenutzte Erweiterungen sollten Sie darüber hinaus löschen und nicht (nur) deaktivieren. Auch überdimensionierte Grafik- oder Bilddateien sollten Sie mit Blick auf gute Performance-Werte unbedingt von vornherein vermeiden.

Mit dem Einsatz von weboptimierten, hochkomprimierten JPEG statt PNG – oder noch besser: modernen Webformaten wie WebP – schmelzen lästige Ladesekunden oft nur so dahin. Und noch ein Tipp aus der gleichen Ecke: Die Pixelanzahl der Grafikinhalte sollte nur dem angezeigten Bildbereich entsprechen – es muss also nicht immer die volle Auflösung für jedes kleine Icon sein.

Passende Hosting- und Serverlösung wählen – nichts leichter als das?

Als geeignete Hosting-Lösungen stehen heute grundsätzlich drei unterschiedliche „Ausbaustufen“ bereit, die auch in Hochphasen zuverlässig Leistung bereitstellen.

  • Die Königsklasse: Dedizierte Server. Leistungsstark, meist aber leider auch sehr kostenintensiv – und eher schlecht skalierbar.
  • Weniger kostenaufwendig und zudem deutlich flexibler, aber oft nicht ganz so individuell einstellbar – und dazu in der Regel ein wenig „schwächer“ auf der Brust: Virtual Private Server (VPS), beispielsweise in Form eines speziell auf Performance ausgerichtetem „Business Hosting“.
  • In den meisten Fällen nur für eher kleinere, einfache und nicht zu stark frequentierte Webprojekte mit eher geringem Performanceanspruch die optimale Wahl: „Klassisches“ Webhosting.

Damit die Leistung Webauftritts kontinuierlich stimmt, sollten Sie bei der Wahl der geeigneten, individuell besten Projektlösung auf folgende Faktoren achten:

  • Leistungsstarke Hardware. Hier zählen vor allem ausreichend großer Speicherplatz und Arbeitsspeicher (RAM). Dasselbe Augenmerk gilt schnellen SSD-Festplatten und modernen Prozessoren mit hoher CPU-Leistung.
  • Daneben sollten Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und eine angemessene, infrastrukturelle Anbindung des Rechenzentrums gegeben sein.

Sollte Ihnen mein Beitrag gefallen haben, freue ich mich, wenn Sie einen zusätzlichen Blick in mein (kostenfreies) Performance-Workbook werfen. Mit den darin enthaltenen Best Practices, Vorlagen und Checklisten gelingt der Weg zum performancestarken Webprojekt nämlich noch besser.

* Kay Seegers ist 4th Level Care Support-Guide bei DomainFactory in München. Der erfahrene Business-Hosting-Experte und Consultant kommt ursprünglich aus dem Vertrieb und interessiert sich brennend für Plattformen und absatzfördernde Verkaufsstrukturen. Er verfasst regelmäßig Fachbeiträge wie das umfassende Performance-Workbook für Webworker, das hilft, stabile und leistungsfähige Webprojekte zu planen.

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