Erste Schritte in GitHub, Teil 1

GitHub-Lizenzmodelle – welche Version für welche Entwickler?

| Autor / Redakteur: Christian Rentrop / Stephan Augsten

Ein typisches Git-Repository von Open-Source-Entwicklern: Der Code ist für alle einsehbar. Wer das nicht möchte, muss zu einem Tarif mit privaten Repositorien greifen.
Ein typisches Git-Repository von Open-Source-Entwicklern: Der Code ist für alle einsehbar. Wer das nicht möchte, muss zu einem Tarif mit privaten Repositorien greifen. (Bild: Rentrop / Github)

Wer Software entwickelt, kommt heute kaum noch an der Filehosting-Plattform GitHub vorbei. Der Dienst hilft bei der Entwicklung, dem Code-Hosting, der Versionsverwaltung und letztlich auch beim Bugfixing. Allerdings existieren zahlreiche Lizenzmodelle – doch welches eignet sich für wen?

Professionelle Softwareentwicklung ohne Versionsverwaltung ist heutzutage kaum noch denkbar. Viele Entwickler greifen deshalb zur Open-Source-Versionsverwaltung Git, die dabei hilft, den Überblick über Entwicklungsschritte und Software-Versionen zu behalten.

Basierend auf Git hilft der Online-Dienst GitHub (im Folgenden Github) dabei, die Projekte in Form sogenannter Repositories zu hosten und anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Doch Github ist mehr als eine Code-Hosting-Plattform: Der Dienst erlaubt es Entwicklern, aktiv an Projekten mitzuarbeiten, weshalb auch ein rudimentäres soziales Netzwerk integriert wurde. Auch Wiki- und Dokumentationsfunktionen sind enthalten.

Gerade im Open-Source-Bereich ist Github daher nicht mehr wegzudenken. Doch natürlich eignet sich der Dienst nicht nur für die Erstellung quelloffener Projekten, sondern auch für die Entwicklung proprietärer Software – egal, ob sie von kleinen „Einzelkämpfern“ oder von großen Unternehmen entwickelt wird.

Zahlreiche Lizenzmodelle

Um den verschiedenen Anwendungsszenarien gerecht zu werden, bietet Github ein ausgefeiltes Lizenzmodell: Von Angeboten für Programmiereinsteiger bis zu komplexen Umgebungen für Unternehmen ist im Grunde alles möglich. Der Vorteil des Dienstes: Er ist relativ preiswert und daher auch für Startups oder andere chronisch klamme Softwareschmieden geeignet, zumal, wenn man die Kosten für Github mit den Kosten für das eigene Hosting einer Git-Versionsverwaltung vergleicht.

Doch welche Lizenzmodelle gibt es? Und welche sind für welchen Anwendungszweck geeignet? Keine Sorge: Sie können zunächst „klein“ anfangen: Github erlaubt es Benutzern nämlich jederzeit, das Paket herauf- oder herabzustufen.

Das Github-Gratis-Konto

Ähnlich wie andere Dienste im Social Web ist der Zugang zu Github zunächst einmal gratis: Mit wenigen Klicks ist ein Benutzerkonto angelegt, das – wie im Netz allgemein üblich – mit einer E-Mail-Adresse verknüpft ist. Schon bei der Anmeldung können Sie auswählen, ob Sie ein kostenloses oder ein kostenpflichtiges Konto erstellen wollen.

Das absolut basale Github-Konto ist dabei mit dem Gratis-Account verknüpft: Es erlaubt das Teilnehmen an der Github-Community und ermöglicht das unbegrenzte Anlegen öffentlicher Repositorien. Diese legen den Code der gesamten Github-Community offen und sind für andere User von Github sichtbar.

Folgerichtig eignet sich ein öffentliches Repository also perfekt für ein Open-Source-Projekt. Wer hingegen Wert darauf legt, dass der Code nicht für jeden User auf Github einsehbar ist, muss zu einem der bezahlten Pakete greifen. Diese erlauben das Anlegen privater Repositorien.

Github-Developer-Konto

Wer bereit ist, sieben US-Dollar im Monat für den Service zu bezahlen, erhält einen Entwickler-Account („Developer“). Der entspricht im Grunde dem Gratis-Konto, mit dem Unterschied, dass er auch das Anlegen privater Repositorien erlaubt. Diese können nicht von der gesamten Userschaft eingesehen und verwendet werden, stattdessen müssen die Github-Konten einzelner Mitentwickler hinzugefügt werden.

Der Code ist dadurch vor unerlaubtem Zugriff geschützt, weshalb sich dieses Lizenzmodell für Entwickler eignet, die auf eigene Faust auf eigener Code-Basis Software entwickeln: Shareware, Freeware, Apps und ähnliche Dinge. Das Entwickler-Konto ist übrigens für Studenten mit dem Student Developer Pack kostenlos. Studierende können so professionell ihre privaten Projekte erstellen, hosten und mit anderen teilen.

Das Team-Konto

Das Entwickler-Konto ist für Einzelkämpfer ausreichend. Kleine Unternehmen, die Software entwickeln, sollten von daher zum Team-Account greifen. Dieser bietet gegenüber dem Entwickler-Konto einige Vorteile, da es sich um ein Organisations-Konto handelt. Organisationskonten erhalten von Github besondere Vorteile, darunter einen 24-Stunden-Support an Wochentagen.

Noch wichtiger dürfte aber das ausgefeilte Benutzerrechte-Management sein. Das ermöglicht es, bestimmten Entwicklern, internen wie externen, bestimmte Zugriffsrechte zu geben. Auch eingebettete Unterteams, die sich sauber voneinander trennen lassen, werden unterstützt. Der Sicherheit dienlich ist die Option zur Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das Github-Team-Konto kostet in der Basis-Version 25 US-Dollar, womit bereits fünf Benutzer abgedeckt werden. Jeder weitere Nutzer kostet zusätzlich neun Dollar.

Das Business-Konto

Da das Team-Konto vor allem in Sachen Sicherheit noch nicht alle Möglichkeiten ausreizt, genügt es wohl auch nicht allen Compliance-Richtlinien großer Unternehmen. In diesem Fall empfiehlt sich das Business-Konto. Das ist in zwei Varianten verfügbar: einmal mit Hosting auf github.com und einmal als Paket zum Hosting auf eigenen Servern, Amazon Web Services (AWS), der Microsoft-Azure-Cloud, Googles Cloud-Plattform oder IBMs Bluemix.

Während die github.com-Variante im Grunde eine erweiterte Version des Team-Kontos mit SAML Single-Sign-On, ausgefeiltem User-Provisioning und einem Service-Level-Agreement mit garantierter 99,95-prozentiger Uptime ist, bietet die selbstgehostete Variante noch einige Vorzüge: Hierzu zählen neben dem SAML-Login auch typische unternehmensweite Verzeichnisdienste wie LDAP oder das Identitätsmanagement CAS. Zudem wird auch Advanced Auditing unterstützt.

Anmeldung und Einstellungen bei GitHub

Erste Schritte in GitHub, Teil 2

Anmeldung und Einstellungen bei GitHub

13.12.17 - Auf den ersten Blick scheint GitHub kompliziert. Doch wer bereits Code-Hosting oder soziale Netzwerke kennt, wird sich schnell mit dem Service zurechtfinden. Wir zeigen, wie ein Konto und die notwendige Umgebung schnell eingerichtet sind. lesen

Auch die Pflege lokaler Backups und die Verwaltung des Githubs auf lokaler Ebene per SSH oder die Möglichkeit, einen eigenen SMTP-Server einzubinden, ist ebenfalls eine Spezialität der selbstgehosteten Variante. Beide Business-Konten kosten pro User 21 US-Dollar im Monat, allerdings ist die Github-Installation auf eigenen Servern erst möglich, wenn mindestens 10 User gebucht werden.

Welche Lizenz ist die richtige für mein Unternehmen?

Unter dem Strich macht Github es Entwicklern relativ leicht: Die Lizenzmodelle entsprechen im Grunde den verschiedenen Stufen einer Geschäftsentwicklung:

  • Für Open-Source- und Hobbyprogrammierer eignet sich das Gratis- oder Student-Konto wunderbar.
  • Wer als Einzelkämpfer ein wenig professionellen Anstrich, eine private Codebasis und gelegentlich Hilfe aus der Community braucht, kommt mit dem Developer-Konto gut zurecht.
  • Kleine Softwareschmieden mit mehreren Mitarbeitern finden im Team-Konto mit hoher Wahrscheinlichkeit alles, was sie benötigen.
  • Wer mehr braucht, kann jederzeit ins auf github.com gehostete Business-Konto wechseln.
  • Die höchste Ausbaustufe – der eigene Github-Dienst für das Unternehmen – dürfte größeren Softwareunternehmen vorbehalten bleiben, hat aber den Vorteil, dass die Daten jederzeit „Inhouse“ bleiben, wodurch keine Compliance- und Datenschutz-Regelungen verletzt werden (müssen).

Weil Github jederzeit den Wechsel in ein anderes Konto-Level ermöglicht, kann bei Bedarf – etwa in einem wachsenden Unternehmen – jederzeit das nötige Service-Level hinzugebucht werden.

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