Git-Tutorial, Teil 1 – Grundlagen

Git und die wichtigsten Git-Befehle kennenlernen

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Git für die erste Verwendung einrichten

Unter vielen Linux-Distributionen ist Git bereits vorinstalliert, generell funktioniert die Installation aber über den jeweiligen Paketmanager, im Debian-/Ubuntu-Umfeld also beispielsweise mittels:

apt-get install git

Git for Windows ist ein eigenständiges Projekt und besteht aus der Git Bash und der Git GUI. Über die Bash steht dieselbe Arbeitsumgebung zur Verfügung wie unter Linux. Die Git GUI als grafische Alternative hat nicht allzu viele Freunde. Insbesondere Einsteiger werden die erhoffte Vereinfachung kaum finden. Git for Windows steht als reguläre Installationsdatei sowie als Chocolatey-Paket zur Verfügung.

In beiden Umgebungen sollten Sie zunächst ein eigenes Git-Arbeitsverzeichnis anlegen, beispielsweise „git” direkt unterhalb des Nutzerverzeichnisses.

Die wichtigsten Befehle

Repository anlegen: Zunächst erstellen Sie ein neues Projekt. Legen Sie im Git-Arbeitsverzeichnis ein Verzeichnis „meinprojekt” für das Repository an. Wechseln Sie in das Verzeichnis und führen Sie …

git init

… aus. Git initialisiert damit den aktuellen, leeren Ordner als Repository.

Dateien hinzufügen: Kopieren Sie für den Anfang zwei beliebige Dateien in das Repository. Oder erzeugen Sie einfach zwei mit …

touch test test2

Der status-Befehl listet geänderte und nicht hinzugefügte Dateien kurz und übersichtlich auf.
Der status-Befehl listet geänderte und nicht hinzugefügte Dateien kurz und übersichtlich auf.
(Bild: Lang / git)

…, das genügt. Führen Sie nun ein …

git status

… aus. Es folgt eine Statusanzeige, die Ihnen die beiden Dateien in roter Schrift aufführt: Sie sind „untracked”, also noch nicht von Git erfasst. Um die Datei „test” hinzuzufügen, nutzen Sie:

git add test

Tipp: Nach „git add” steht die Autovervollständigung per TAB zur Verfügung. Um alle aufzunehmen, genügt ein

git add .

Ab sofort werden Änderungen an den Dateien verfolgt. Ein erneutes „git status” gibt die Dateien in grüner Schrift als „new file” an.

Ersten Snapshot erstellen: Die Dateien werden nun verfolgt, sind aber noch nicht als erste Version im System hinterlegt – also noch nicht gespeichert. In Git nennt sich dieses Speichern committen und der Befehl für eine einzelne Datei lautet dann zum Beispiel:

git commit -m „Commit-Nachricht: Fehler korrigiert” test

Nach einem Commit verschwinden geänderte Dateien aus der Status-Anzeige – nicht hinzugefügte bleiben (in Rot) bestehen.
Nach einem Commit verschwinden geänderte Dateien aus der Status-Anzeige – nicht hinzugefügte bleiben (in Rot) bestehen.
(Bild: Lang / git)

Alternativ können Sie …

git commit test

… nutzen. Dann öffnet sich der Standardeditor, in dem Sie eine Commit-Nachricht verfassen können. Diese sollte kurz aufzeigen, welche Änderungen Sie in diesem Commit speichern. Mittels …

git commit -am „Commit-Nachricht: Mehrere Dateien korrigiert”

committen Sie alle (-a) getrackten, geänderten Dateien auf einmal. „git status” zeigt anschließend keinerlei Dateien mehr an, außer gegebenenfalls noch nicht per „add” hinzugefügte.

Dateien modifizieren: Ändern Sie nun eine der Dateien, fügen Sie etwa der „test” etwas Text hinzu; auch hier genügt wieder der Minimalaufwand:

echo hallo > test

Wieder rufen Sie „git status” auf und sehen nun wieder in roter Schrift, dass eine überwachte Datei geändert wurde.

Geänderte Dateien prüfen: Bevor Sie nun wieder committen, wollen Sie vielleicht noch die Änderungen überprüfen, die Sie gemacht haben. Mit …

git diff test

… wird nun die Datei „test” samt Änderungen ausgegeben: Neue Inhalte sind in grüner Schrift gehalten, gelöscht in roter – dieses Konzept zieht sich quer durch Git. Ist alles in Ordnung, committen Sie wieder mit:

git commit -m „Text hinzugefügt” test

Commits einsehen: Um alle Commits aufzulisten, rufen Sie …

git log

… auf. Sie bekommen eine Liste mit dem den Commit-Bezeichnungen in Form von Hash-Werten sowie Nutzername, Änderungszeit und der Commit-Nachricht.

Wenn Sie nun einen einzelnen Commit im Detail anschauen wollen, genügt ein simples:

git show Hash-Wert

Tipp (für Windows-Nutzer): Wenn Sie den Hash-Wert per Doppelklick markieren, können Sie ihn direkt mit der mittleren Maustaste einfügen, ohne ihn separat kopieren zu müssen – unter Linux das normale Verhalten.

Noch etwas Verständnis

Zum Schluss noch ein Befehl, der helfen sollte, Git noch weiter zu verstehen: Löschen Sie einfach einmal alle Dateien, die Sie erstellt haben und geben Sie dann den Befehl …

git checkout .

… ein – schon sind alle Dateien wieder da. Mit „checkout” werden hier alle (.) Dateien mit dem Stand des letzten Commits erstellt – aus den Snapshots, die eben durch jeden commit-Befehl im Ordner „.git” angelegt werden. Eine einzelne Datei lässt sich mit folgendem Befehl zurücksetzen:

git checkout -- test

Sie können natürlich auch eine Dateiversion mit dem Stand eines früheren Commits auschecken:

git checkout HEAD^ -- test

Mit der Einführung von „HEAD” wird nun aber doch wieder etwas Hintergrundwissen notwendig, das wir in Teil 3 des Git-Tutorials vermitteln.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Softwareentwicklung und DevOps

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:45331807)