Antwort auf „das neue Normal“ der Digitalisierung Full-Stack Observability verknüpft mit Geschäftszielen

Autor / Redakteur: Fabian Gampfer * / Stephan Augsten

Weil die Digitalisierung in der Pandemie deutlich zugelegt hat, fehlt es nun vielerorts an Übersicht. Neue Strategien, Tools und Metriken müssen nun her, um auch wirklich von den technologischen Fortschritten zu profitieren.

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Während die Digitalisierung stark vorangetrieben wurde, fehlt es vielerorts noch an der notwendigen Übersicht.
Während die Digitalisierung stark vorangetrieben wurde, fehlt es vielerorts noch an der notwendigen Übersicht.
(Bild: © Yanawut Suntornkij - stock.adobe.com)

Der Ausbruch von COVID-19 und die folgenden Lockdowns haben Unternehmen weltweit in Bedrängnis gebracht: Vielerorts fehlten Geräte und die IT-Infrastruktur, um Mitarbeiter die Arbeit im Homeoffice dauerhaft zu ermöglichen und Kunden Produkte und Services digital anzubieten. Es lag an den Technologen, so schnell wie möglich Lösungen für diese Herausforderungen zu finden – und das haben sie vielfach geschafft.

Aber das letzte Jahr hat Spuren hinterlassen und neue Hindernisse hervorgebracht, die sie jetzt beseitigen müssen, um die digitale Transformation weiterhin schnell voranzutreiben. Auch in deutschen Unternehmen hat die Digitalisierung durch die Pandemie massiv an Fahrt gewonnen: Projekte, deren Realisierung in der Vergangenheit 26 Monate benötigte, wurden in nur noch sieben Monaten umgesetzt.

Allerdings zeigt die aktuelle Studie Agents of Transformation 2021: Rise of Full-Stack Observability von AppDynamics, dass die überwiegende Mehrheit der Technologen noch nicht das Level an Innovation liefert, das in ihren Augen möglich wäre. Verschiedene Faktoren halten sie davon ab, mehr Einfluss in ihren Unternehmen auszuüben:

1. Die Komplexität der IT-Landschaft steigt

Gerade zu Anfang der Pandemie lag der Fokus darauf, schnell praktikable Lösungen zu finden. Dahinter stand nicht immer unbedingt eine langfristige Strategie, wie sich diese Lösungen in die IT-Landschaft einfügen sollen. Infolgedessen müssen die IT-Experten heute einen Flickenteppich aus Legacy- und Cloud-Technologien verwalten. 82 Prozent sehen darin einen Grund, der zur Komplexität beiträgt.

Insbesondere auch die Beschleunigung von Cloud-Computing-Initiativen, um digitale Dienste für Kunden und Mitarbeiter bereitzustellen, hat zu einer Ausbreitung von Technologien über einen immer größeren, verteilten IT-Bestand geführt. Daher verwundert es nicht, dass mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) Schwierigkeiten haben, mit der immer weiterwachsenden Datenflut zurechtzukommen.

2. Es fehlen die richtigen Tools, um Performance-Probleme schnell zu lösen

Als Folge der steigenden Komplexität der IT-Umgebung fehlt es den Technologen an den passenden Werkzeugen, um den Überblick zu behalten und effektiv zu arbeiten. Die Pandemie hat diese Situation auf die Spitze getrieben: 74 Prozent der IT-Experten fühlen sich weniger produktiv, weil sie vor allem damit beschäftigt sind, IT-Probleme zu bekämpfen und 30 Prozent verschwenden ihrer Meinung nach dabei viel Zeit, weil sie nicht feststellen können, wo genau Performance-Probleme auftreten.

Zwar setzen Unternehmen durchaus Monitoring-Tools ein, sie verlassen sich dabei aber häufig auf mehrere, nicht zusammenhängende Lösungen. Das erhöht die Komplexität nur noch weiter und für Technologen ist es weiterhin schwierig, die Ursachen von Performance-Problemen so schnell zu identifizieren, dass Auswirkungen auf die Endnutzer vermieden werden.

3. Entscheidungen werden nicht im Hinblick auf die Geschäftsziele getroffen

68 Prozent der befragten IT-Experten glauben, dass es ihren Unternehmen schaden wird, wenn sie IT- und Business-Performance nicht miteinander verknüpfen. Den Technologen ist also durchaus bewusst, dass ihre Entscheidungen großen Einfluss auf das Erreichen von Geschäftszielen haben können.

Jedoch müssen sich die IT-Experten dabei noch zu oft auf ihr Bauchgefühl verlassen: 64 Prozent von ihnen stehen keine adäquaten Strategien und Tools zur Verfügung, mit denen sie effektiv messen können, wie sich ihre Technologie-bezogenen Entscheidungen auf die Geschäftsergebnisse auswirken. Da Echtzeit-Daten und –Einblicke fehlen, können die Technologen Maßnahmen nicht auf Grundlage der tatsächlichen Auswirkungen auf das Geschäft priorisieren.

Damit Technologen produktiver arbeiten und die digitale Transformation in ihren Unternehmen auch in diesem Jahr mit hoher Geschwindigkeit weiter vorantreiben können, brauchen sie Überblick über den gesamten IT-Stack. Das heißt, von den kundenorientierten Anwendungen bis hin zum Kernnetzwerk und der Infrastruktur. Technologen brauchen Full-Stack Observability. Damit erreichen sie eine Transparenz des IT-Systems, die es ihnen ermöglicht, Performance-Probleme wesentlich schneller zu identifizieren und zu lösen und sich auf die kritischsten Probleme zu konzentrieren.

IT-Experten verbringen damit weniger Zeit mit der Suche nach den Ursachen von Problemen in der gesamten IT-Landschaft und mehr mit anderen, geschäftsentscheidenden Aufgaben. Dazu gehört, die Echtzeit-Erkenntnisse in einen Kontext mit den Geschäftsergebnissen und –zielen zu setzen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Dadurch tragen Technologen noch mehr zum Erfolg ihrer Unternehmen bei und stärken gleichzeitig ihre Position als strategisch und kommerziell denkende Führungskräfte.

* Fabian Gampfer ist Sales Engineering Manager bei AppDynamics.

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