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Eclipse Public Licencse EPLv2 wird GPL-kompatibel

Autor / Redakteur: Mirco Lang / Stephan Augsten

Die Eclipse Public License gilt seit 2003 als freie Lizenz und hat 2009 die offizielle Nachfolge der Common Public License angetreten, um die Lizenz-Landschaft übersichtlicher zu gestalten. Im April hat Eclipse Executive Director Mike Milinkovich nun die EPLv2 angekündigt und den Entwurf vorgestellt.

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Der EBLv2-Draft verspricht einige Verbesserungen.
Der EBLv2-Draft verspricht einige Verbesserungen.
(Bild: Karolina - kaboompics.com)

Gemäß ihrer Bezeichnung wird die Eclipse Public License (EPL) insbesondere für Projekte der Eclipse-Entwicklungsumgebung genutzt. Das wohl größte Problem der EPLv1 ist die Inkompatibilität zur General Public License. Wird Quellcode unter EPLv1 von Dritten für neue Programme genutzt, muss dieser wiederum unter der EPLv1 weitergegeben werden.

Auf solchem Quellcode basierende, ausführbare Dateien dürfen allerdigns unter beliebiger Lizenz vertrieben werden – hier wird also das von der GPL propagierte Copyleft-Prinzip geschwächt. Milinkovich bedient sich im EPLv2-Draft eines simplen Konzepts, das sich in der Mozilla Public License findet: Über einen schlichten Hinweis kann der ursprüngliche Programmierer erlauben, dass der Code alternativ unter einer „Secondary License“ genutzt werden kann.

Diese Lizenzierung ist per Definition auf GPL 2.0 oder neuer begrenzt. Allerdings ist das nur möglich, wenn der Code in ein größeres Werk einfließt, also gemeinsam mit weiteren Dateien ausgeliefert wird - ein wesentlicher Unterschied zu einer herkömmlichen Dual-Lizenzierung. Es gibt zum Beispiel dual-lizenzierte Projekte, die wahlweise unter EPLv1 oder BSD-Lizenz genutzt werden dürfen - und hier würde die Wahl der freigiebigeren BSD-Variante das gewünschte Copyleft aushebeln.

Zwei weitere Änderungen dürften sich in der Praxis positiv auswirken: Zum einen müssen Beitragende sich und ihre konkreten Beiträge nicht mehr explizit auflisten. Diese Anforderung soll stattdessen über eine Community-Richtlinie realisiert werden. Zum anderen entfällt die Obligation, den Quellcode selbst verfügbar zu machen, fortan soll ein Link zum ursprünglichen Projekt genügen.

Abgerundet wird der Entwurf durch kleinere Bereinigungen. Es gibt zusätzliche Definitionen (Derivative Work, Executable Code, etc.), rechtliche Verweise auf New York State wurden entfernt, Scripting-Quellcode wird wie eine ausführbare Datei behandelt und im Wording wurde von "module" auf den leichter verständlichen Begriff "file" umgestellt. Alles in allem geht die Entwicklung derzeit in eine gute Richtung, die neuesten Drafts und Diskussionen finden sich in der Mailingliste der Eclipse Community.

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Über den Autor

 Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist & BSIler