IT-Dienstleister Avision über One-Man-Shows Die Gefahr eines Kopfmonopols in der Entwicklung

Redakteur: Stephan Augsten

Immer wieder kommt es dazu, dass Entwickler oder IT-Fachleute allein für bestimmte Projekte zuständig sind. Diese Spezialisierung führt langfristig immer zu Problemen, weiß auch der IT-Dienstleister Avision.

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Häuft ein Entwickler allein alles Wissen über eine Anwendung an, stehen seine Nachfolger mitunter vor einem großen Fragezeichen.
Häuft ein Entwickler allein alles Wissen über eine Anwendung an, stehen seine Nachfolger mitunter vor einem großen Fragezeichen.
(Bild: qimono / Pixabay )

In fast jedem Unternehmen gibt es Software, die nur eine einzige Person entwickelt hat. Geht dieser Mitarbeiter in Rente oder fällt krankheitsbedingt aus, zeigt sich die negative Seite der vorher bequemen One-Man-Show, warnt Avision: Technisches und fachliches Know-how ist von heute auf morgen nicht mehr verfügbar.

Insbesondere historisch gewachsene Legacy-Anwendungen, die beispielsweise in einer aussterbenden Programmiersprache wie COBOL geschrieben oder inline schlecht kommentiert sind, führen dann zu Problemen. Gleichzeitig lasse auch die Dokumentation in diesen Fällen zu wünschen übrig, da ein Alleinunterhalter sein Wissen ja nicht teilen muss.

Für Nadine Riederer, Geschäftsführerin bei Avision, besteht die Tücke darin, dass ein Einzelkämpfer Änderungswünsche meist schnell umsetzt und Probleme zuverlässig behebt: „Die Unternehmensführung nimmt also an, alles sei in bester Ordnung. Erst, wenn der Showmaster ausfällt, kommt das große Erwachen.“

Gefährlich ist solch ein Kopfmonopol auch bei externen IT-Dienstleistern, warnt Avision. Beauftrage ein Unternehmen eine externe Firma, dann falle nicht unbedingt auf, dass das Wissen dort auf eine oder wenige Personen verteilt ist. Um bestehende Probleme zu identifizieren, muss sich die Geschäftsführung fragen, wer hinter jeder einzelnen wichtigen Applikation steckt und wie unternehmenskritisch sie ist.

Existiert ein Problem, muss die Geschäftsführung reagieren und das Know-how intern auf mehrere Personen zu verteilen oder gar den Dienstleister zu wechseln. „Kann das Unternehmen eine geschäftskritische Software, die als One-Man-Show entstand, nicht mehr warten und erweitern, bleibt in letzter Konsequenz nur eines“, schlussfolgert Riederer, „nämlich die Software durch eine neue zu ersetzen.“ Dann sollte auch gleich eine umfangreiche Dokumentation fester Bestandteil des Projektes sein.

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