Test-Services

Die Cloud als Testing Tool

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Stephan Augsten

Ein Testballon in der Cloud kann den Aufwand für Fehlerbehebungen am Live-System deutlich reduzieren.
Ein Testballon in der Cloud kann den Aufwand für Fehlerbehebungen am Live-System deutlich reduzieren. (Bild: Peter Heeling - Skitterphoto.com / CC0)

Entwickler verlieren viel Zeit bei der Fehlerbeseitigung in Produktivsystemen. Testing Services aus der Cloud bieten sich als Unterstützung an, wenn auf die Testphase ein größeres Augenmerk gelegt werden soll.

Mehr Aufwand beim Testen, um Aufwand insgesamt zu senken

Es erscheint wie eine Binsenweisheit: Je später ein Fehler entdeckt und behoben wird, desto höher ist der Aufwand dafür. Obwohl dies allgemein bekannt ist, handeln viele IT-Hersteller nicht danach. Ein Großteil der Fehler wird weiterhin in produktiven Systemen behoben.

Für Entwickler hat dies spürbare Auswirkungen, wie zum Beispiel eine Studie von ClusterHQ ergab. Demnach stecken 43 Prozent der befragten Anwendungsentwickler bis zu einem Viertel ihrer Zeit in die Fehlerbehebung bei produktiven Systemen. Diese Zeit fehlt dann für die Entwicklung neuer Funktionen, so das Umfrageergebnis.

Auch der Testaufwand kann reduziert werden, mit Test-Services

So wichtig umfassendes Testen auch ist, der Aufwand in der Testphase kann beachtlich hoch sein, ein Grund dafür, warum so mancher IT-Hersteller lieber auf ausgiebiges Testen zu verzichten scheint. Anstatt nur einige Stichproben anstelle von umfangreichen Testprogrammen in den eigenen IT-Projekten vorzusehen, sollten die Möglichkeiten genutzt werden, die Test-Services bieten können. Dabei beschränken sich Test-Services nicht darauf, dass man einen Dienstleister damit beauftragt, der Teil des Projektteams wird und vor Ort das Testen übernimmt. Test-Services gibt es auch aus der Cloud.

Vielfältige Cloud-Services können Testunterstützung bieten

Ein Schwerpunkt der Test-Services liegt bei den Sicherheitstests. Sicherheitsrelevanten Tests kommt in Zukunft eine noch größere Rolle zu als bisher schon, nicht nur wegen der steigenden Zahl an Attacken, die IT-Sicherheitslücken ausnutzen. Auch die rechtlichen Vorgaben zu Security by Design und Privacy by Design werden verschärft. Als Beispiel sei die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU genannt, die einen eigenen Artikel „Datenschutz durch Technikgestaltung und durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen“ (Artikel 25 DSGVO) vorsieht.

Test-Services zur Vermeidung von Security-Lücken sind unter anderem im Bereich Application Security verfügbar, wobei zum Beispiel nach den OWASP Top 10 Sicherheitslücken gesucht wird. Eine solche Testlösung findet man unter anderem bei Parasoft, Qualys, Veracode, HP Fortify on Demand und IBM Security AppScan.

Neben Applikationen lassen sich auch APIs nach Schwachstellen durchsuchen, beispielsweise mit der Parasoft SOAtest. Auch die gefürchteten Hackerangriffe lassen sich simulieren, um aktiv die riskanten Sicherheitslücken aufzuspüren. Solche Penetrationstests als Service gibt es von verschiedenen Providern, darunter Core Vulnerability Insight.

Nicht nur Security-Tests: Performance und Belastbarkeit im Fokus

Nicht nur aus Anwendersicht spielen die Performance und Belastbarkeit von IT-Lösungen eine große Rolle. Auch für die Compliance ist es wichtig, dass IT-Lösungen nicht erst in der Produktivphase ihre Engpässe zeigen.

So fordert unter anderem die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) von Unternehmen die Fähigkeit, die Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit der Systeme und Dienste im Zusammenhang mit der Verarbeitung auf Dauer sicherzustellen. Test-Services zur Überprüfung der Performance und Belastbarkeit findet man zum Beispiel bei CSS Corp, bei dem BlazeMeter und bei Soasta, um nur einige Anbieter zu nennen.

Testdaten brauchen Schutz, gerade bei Test-Services aus der Cloud

Fast 90 Prozent der befragten Entwickler ist es wichtig, während der Entwicklung mit möglichst realistischen Daten testen zu können, so die eingangs genannte ClusterHQ-Umfrage. Der Wunsch ist berechtigt und nachvollziehbar.

Dabei darf Jedoch nicht vergessen werden, dass auch in Testphasen der Datenschutz seine Gültigkeit hat, wie die Aufsichtsbehörden für den Datenschutz bereits seit Jahren betonen. So heißt es: „Personenbezogene Daten sind vor der Freigabe eines Systems nicht weniger schutzbedürftig als nach dessen Freigabe.“

Gerade bei Verwendung von Test-Services, die von Dritten betrieben werden und aus der Cloud stammen, muss auf ein entsprechend hohes Datenschutz-Niveau geachtet werden. Andernfalls sorgen die Test-Services nicht wirklich für die Vermeidung von Sicherheitslücken und Datenpannen, sondern tragen womöglich selbst dazu bei.

Achten sollte man deshalb auf:

  • Keine Echtdaten / Produktivdaten bei Test-Services, wenn diese einen Personenbezug haben
  • Testdaten bei Bedarf anonymisieren / pseudonymisieren
  • Sicherstellen, dass beim Testbetrieb der gleiche Datenschutzstandard besteht wie im Produktivbetrieb

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