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Öltanker mit der Agilität eines Schnellboots

DevOps für mehr Sicherheit und Qualität im Konzern

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Ergebnis eines jeden Workshops ist die Gegenüberstellung der aktuellen Situation mit der für die Organisation richtigen DevOps-Zielsituation. In Abhängigkeit dieser Ergebnisse werden im Abschluss der Workshops dann die eigentlichen Maßnahmen für notwendige Veränderungen festgelegt.

Anschließend werden Maßnahmen in einer Umsetzungsiteration im Unternehmen eingeführt. So ist sichergestellt, dass nicht zu viele Änderungen auf ein Mal versucht werden und dass bereits beschlossene Maßnahmen erfolgreich umgesetzt sind, bevor weitere, gegebenenfalls darauf aufbauende Maßnahmen angegangen werden.

Organisation und Prozesse

Im ersten Bereich werden Prozesse, Organisation und die Schnittstellen zwischen den einzelnen Teams unter die Lupe genommen. Keine dieser Schnittstellen darf bei der Einführung von DevOps übergangen werden. Möglich ist, dass die eine oder andere Schnittstelle in der neuen Organisationsstruktur überflüssig wird oder sich als kontraproduktiv erweist.

Genau diese Schnittstellen müssen im eigentlichen Veränderungsprozess angepasst werden und benötigen besondere Aufmerksamkeit. Tatsächlich mag es zwischen Teams auch unternehmensspezifische Schnittstellen geben, die sich mit der Einführung von DevOps nicht ändern können. Diese Altbestände müssen dann beibehalten werden und werden möglicherweise im Veränderungsprozess nicht angepasst.

Methoden und Tools

Häufig werden DevOps-Ansätze stark Tool-orientiert gesehen. Betrachtet man allerdings ausschließlich die Einführung neuer Tools, scheitert der Versuch eines DevOps-Umstiegs oft an der mangelnden Gesamtsicht auch auf organisatorische Aspekte. Konzentriert man sich umgekehrt nur auf die oberste Ebene im Veränderungsprozess, das heißt eine Veränderung von Kultur und Aufbauorganisation, wird häufig die Einführung geeigneter Methoden und Tools vergessen.

Die Umstellung auf DevOps sollte von der vorgegebenen Situation im Unternehmen ausgehen. Für die Entwicklungsphase wird die Toolkette von der integrierten Entwicklungsumgebung (IDE) über Entwickler-Tests, technische Qualität, funktionale und nicht-funktionale Tests bis zur Testautomatisierung betrachtet.

Bei vielen Tools bieten sich durchaus Möglichkeiten, ihren Einsatz auf die Bedarfe von DevOps zu optimieren. Das gilt auch für die im Betrieb verwendete Toolkette (Umgebungsmanagement mit Fokus auf Bereitstellung und Virtualisierung, Daten-Management, Monitoring und allgemeiner Betrieb) sowie für das Konfigurations-Management der unterschiedlichen Software-Artefakte und das Anforderungsmanagement.

Jeder agile Ansatz lebt von der Idee transparenter Prozesse. Aus diesem Grund basieren alle Entscheidungen innerhalb der in Entwicklung und Betrieb genutzten Prozesse auf gut begründeten Kontrollmechanismen. Die Einführung von Dashboards spielt daher eine Schlüsselrolle im DevOps-Veränderungsprozess.

Es wird auch die Zielarchitektur für die CD-Pipeline (Continuous Deployment) festgelegt. Dabei muss die Integration unveränderlicher Schnittstellen zu den Altbeständen an Tools und Systemstrukturen berücksichtigt werden. Im Anschluss werden dann die Architektur und die zunächst nur grob festgelegten Tools weiter verfeinert und pilotiert, bevor sie im Zuge des Veränderungsprozesses tatsächlich schrittweise implementiert werden.

Kultureller Wandel und Veränderungsprozess

Beim Begriff DevOps wird häufig nur an die Tools der Continuous-Delivery-Pipeline gedacht. Doch die volle Kraft des DevOps-Ansatzes entfaltet sich nur, wenn auch der damit einhergehende Kulturwandel berücksichtigt wird. Kunden sollten daher das Drei-Wege-Modell (Three Ways) von DevOps1 verstanden haben:

  • „The Principles of Flow“
  • „The Principles of Feedback“
  • „The Principles of Continual Learning and Experimentation”

Es bringt daher nur einen geringen Nutzen, DevOps als Rundumschlag einführen zu wollen, oder nur die Toolkette zu implementieren und zu glauben, existierenden Prozesse von Software-Entwicklung und IT-Betrieb damit optimieren und besser verzahnen zu können. Stattdessen bedarf es eines langen Atems und der schrittweisen Einführung des Drei-Wege-Modells innerhalb des Veränderungsprozesses. Der Workshop ist dazu da, genau dieses neue Denken zu verdeutlichen und innerhalb der Organisation zu festigen.

Vorteile eines ganzheitlichen Ansatzes

Viele Unternehmen spüren in Zeiten des digitalen Wandels den Druck zu mehr Agilität und sehen in der Implementierung von DevOps einen vielversprechenden Weg zu diesem Ziel. Jedoch wird der daraus einhergehende, massive Wandel oft nicht wirklich verstanden. Die oben beschriebene Vorgehensweise unterstützt Unternehmen dabei zu erkennen, was für sie Sinn ergibt und wie für sie entsprechend Maßnahmen implementiert werden können.

Sven Euteneuer
Sven Euteneuer
(Bild: SQS Software Quality Systems)

Allerdings ist es noch viel entscheidender, dass es sich hierbei um den ersten Schritt auf einem iterativen Weg handelt, um diese Veränderung tatsächlich umzusetzen. Ein solch schrittweiser Ansatz ist der einzige, mithilfe dessen derart massive Veränderungen erfolgreich eingeführt werden können.

* Sven Euteneuer arbeitet als Practice Lead Technical Quality bei SQS.

1Kim G., Humble J., Debois, P. &, Willis J. (2016): The DevOps-Handbook. IT Revolution Press, Portland

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