Effizient mit komplexen Datenbankumgebungen umgehen

Datenbanksystem und Tools konsolidieren

| Autor / Redakteur: Ales Zeman * / Stephan Augsten

Eine effiziente Datenbankumgebung lässt sich durch die Konsolidierung von Managementsystem und Werkzeugen gewährleisten.
Eine effiziente Datenbankumgebung lässt sich durch die Konsolidierung von Managementsystem und Werkzeugen gewährleisten. (Bild gemeinfrei: Campaign Creators - Unsplash.com)

Der gleichzeitige Betrieb mehrerer unterschiedlicher Datenbanken stellt Unternehmen oft vor eine große Herausforderung. Denn bei mehreren Datenbank-Plattformen mit ihren unterschiedlichen Werkzeugen wird die ordnungsgemäße Wartung zunehmend komplex.

Bereits im Falle einer einzigen Datenbank muss diese gepflegt und die Servicelevel aufrechterhalten werden. Entsprechend komplex wird es, wenn mehrere Datenbanksysteme administriert werden müssen. Besonders die Bedienung der verschiedenen proprietären Werkzeuge ist ein Problem für Datenbank-Administratoren (DBAs). Denn jedes davon verfügt über einen für die jeweilige Plattform angepassten Funktionsumfang.

Was anfangs als Vorteil erscheint, ist auf den zweiten Blick ein wahres Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Datenbankexperten. Denn für jedes dieser Tools müssen sie eine gesonderte Einweisung erhalten. Teilweise unterscheidet sich die Bedienung der Werkzeuge erheblich voneinander.

Doch auch mit einer ersten Schulung ist es hier nicht getan. Denn in Folge muss das erworbene Wissen zudem aufgefrischt und neue Funktionen erlernt werden. Das bindet bei Administratoren viel Arbeitszeit. Arbeitszeit, die nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Das führt dazu, dass sich Administratoren in aller Regel bei ihren Management-Aufgaben jeweils auf eine Plattform konzentrieren müssen.

Bei kritischen Situationen kommt darüber hinaus der Umstand hinzu, dass Fehler aufgrund der gleichzeitigen Nutzung mehrerer Plattformen nicht rechtzeitig erkannt werden. Bei einem teilweise sehr knappen Personalstand in der Administration können die Verantwortlichen nicht jede Datenbank zu jeder Zeit im Auge behalten. Zudem leidet die Übersichtlichkeit durch unterschiedliche Benutzerschnittstellen.

Sicherheit durch Vereinfachung

Dieses Problem können IT-Verantwortliche dadurch lösen, dass sie die vielen Werkzeuge vereinheitlichen. Mit einem zentralen Datenbankmanagement können die Nachteile der Zersplitterung der Verwaltungssysteme nachhaltig behoben werden. DBAs können so den Status aller Datenbanken auf einem Blick erfassen und dadurch rechtzeitig intervenieren, bevor kritische Situationen erst entstehen können. Damit sind die permanente Überwachung der Datenbanken, ihrer Integrität und Performance sowie die Standardisierung der Aufgaben in einem zentralen Dashboard möglich.

Mit der Unterstützung der gängigen Datenbank-Standards wie etwa Oracle, SQL Server, DB2 oder Sybase unterstützt das Managementsystem plattformübergreifend die Pflege verschiedener Datenbanken und bietet dieselben oder mehr Möglichkeiten zur Diagnose wie Monitoring-Werkzeuge der Datenbankanbieter. Damit sind Unternehmen nicht mehr von diesen Anbietern abhängig.

Die Vorteile der proprietären Lösungen werden mit einer verschlankten und automatisierten Durchführung von Datenbankprozessen über alle Plattformen hinweg kombiniert. Durch die Zusammenfassung der Arbeitsschritte bleibt Administratoren mehr Zeit für strategische Aufgaben.

Entscheidungskriterien für die Wahl das Datenbankmanagements

Welche Voraussetzungen muss also ein Datenbankmanagement erfüllen? Neben den Grundfunktionen wie der Verwaltung von Benutzern, Rollen, Infrastruktur und Dienstprogrammen sollte es routinemäßige Wartungsaufgaben und Health-Check-Berichten durchführen und die Datenbank-Performance plattformübergreifend überwachen können.

Damit die gemeinsame Verwaltung mehrerer Plattformen Unternehmen den größten Mehrwert bieten kann, müssen komplexe beziehungsweise redundante Aufgaben für alle Datenbanken gemeinsam erfolgen. Dazu gehören beispielsweise Schemavergleiche, Ausführungen von Skripten, Erstellung und Verteilung von Berichten, die Überprüfung des Anwendungscodes oder die Optimierung der Stapelverarbeitung von SQL-Statements.

Natürlich sollte das Management-Werkzeug dazu in der Lage sein, den Status der Datenbanken in Echtzeit auszuwerten und zu melden. Damit können Administratoren die Systeme bis auf die einzelnen Datenbankebenen aufschlüsseln, den Ablauf der jeweiligen Anwendungen Schritt für Schritt nachvollziehen, Basislinien standardisieren oder untypische Aktivitäten sofort erkennen.

Kommt es bei den Datenbanken zu einer verringerten oder unregelmäßigen Leistung, kommen Administratoren dem entsprechend schneller auf die Spur – und können Probleme gegebenenfalls sofort beheben. Um möglichst flexibel zu bleiben, sollten sich neue Datenbanken beziehungsweise Plattformen leicht in das Ökosystem einbetten lassen.

Gemeinsame Basis verschiedener Teams

Ein Datenbankmanagementsystem sollte aber auch noch mehr können, als verschiedene Plattformen zu administrieren. Seine zweite Funktion ist die verbesserte Vernetzung der Arbeit von Datenbankadministratoren. Diese können ihre Arbeitsschritte effizienter aufeinander abstimmen, etwa beim Zugriff auf einen Datenpool innerhalb eines Projektes.

Mit einer vereinfachten Datenvorbereitung und -bereitstellung können sie parallel an mehreren Datenbanken arbeiten. So sind ihre Projekte nicht nur wegen der Bereitstellung sämtlicher notwendigen Informationen für alle Beteiligten effizienter, sie können auch innerhalb kürzerer Zeit erledigt werden, da keine Reibungsverluste infolge mangelhafter Kommunikation stattfinden.

Zugriff richtig steuern

Eine der zentralen Fragen bei der Verwaltung von Datenbanken sollte außerdem die Benutzersteuerung sein, die üblicherweise jeder Plattformanbieter auf seine Weise löst. Ein Datenbankmanagement bietet hier eine zusätzliche Sicherheit: Mit ihr können Administratoren den Zugriff aufgrund eines unternehmensweiten Authentifizierungssystems regeln.

So kann das Management-Tool etwa eine Verbindung zu Microsoft Active Directory herstellen und den Zugang von Nutzern als auch von Administratoren darüber steuern. Dies hat den Vorteil, dass nicht mehrere Zugriffssysteme parallel betrieben werden müssen, was zu einer erhöhten Fehleranfälligkeit wegen eventuell verspätet eingepflegten Nutzerrechten führen würde.

Ales Zema
Ales Zema (Bild: Quest Software)

Bereits heute sind Datenbankstrukturen in Unternehmen heterogen und recht komplex. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Ein separates Management für jede Datenbankplattform führt daher zur Ressourcenverschwendung. In Anbetracht der Knappheit an Datenbankexperten auf dem Arbeitsmarkt sollten sich IT-Entscheider mit dem Thema der effizienteren Administration verstärkt beschäftigen, bevor aus der Herausforderung ein Problem wird.

* Ales Zeman ist Sales Engineering Manager for Central Europe bei Quest.

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