Erste Schritte mit GitHub, Teil 3

Das erste GitHub-Projekt erstellen

| Autor / Redakteur: Christian Rentrop / Stephan Augsten

Ein GitHub-Projekt lässt sich bequem auf der Startseite anlegen.
Ein GitHub-Projekt lässt sich bequem auf der Startseite anlegen. (Bild: Rentrop / GitHub)

Nach der Lizenzierung und Einrichtung von GitHub folgt, natürlich, das erste Projekt. GitHub ermöglicht es seinen Nutzern, schnell und einfach Projektdateien anzulegen, zu erstellen und zu pflegen – allein oder zusammen mit anderen Usern

Als Versionsverwaltung und Datei-Repository ist GitHub für viele Software-Projekte nicht mehr wegzudenken. Doch auch der soziale Aspekt und nicht zuletzt der Open-Source-Gedanke kommen auf der Plattform nicht zu kurz.

Schließlich bietet GitHub neben dem Anlegen eigener Projekte die Möglichkeit, Open-Source-Ideen anderer aufzugreifen und nach den eigenen Wünschen anzupassen. Diese sogenannten Forks sind schnell und einfach erstellt – und können ohne großen Aufwand in das eigene Projekt gezogen und hier nach den eigenen Wünschen angepasst werden. Die Vorgehensweise ist dabei denkbar einfach.

Ein neues GitHub-Projekt anlegen

Ein GitHub-Projekt lässt sich bequem auf der Startseite anlegen.
Ein GitHub-Projekt lässt sich bequem auf der Startseite anlegen. (Bild: Rentrop / GitHub)

Doch vor dem Vergnügen ist zunächst ein wenig Arbeit angebracht: Nach dem Login auf der GitHub-Plattform muss nämlich zunächst ein neues Projekt erstellt werden. Da GitHubs zentrale Funktion das Projekthosting ist, macht es die Plattform den Anwendern leicht: Auf der GitHub-Startseite gibt es einen „Start a project“-Knopf.

GitHub-Projekt einstellen

Anschließend wird eine Maske angezeigt, in der das Projekt definiert werden kann: Zunächst müssen ein Projektbesitzer und ein Name für das Repositorium vergeben werden. Bei ersterem handelt es sich entweder um den Entwickler selbst oder eine vorher definierte Entwicklergruppe.

Der Name des Projekts sollte einprägsam und möglichst einfach sein, gleichzeitig aber auch die Funktion der Software beschreiben. Der Name des Repositoriums muss nicht zwingend mit dem eigentlichen Softwarenamen identisch sein, eine gewisse Ähnlichkeit hilft anderen Entwicklern aber, die Codebasis zu finden. Außerdem muss ausgewählt werden, ob das Projekt öffentlich oder privat ist. Für private Projekte, deren Code nicht von der Community einsehbar ist, ist ein kostenpflichtiges GitHub-Konto vonnöten.

GitHub-Lizenzmodelle – welche Version für welche Entwickler?

Erste Schritte in GitHub, Teil 1

GitHub-Lizenzmodelle – welche Version für welche Entwickler?

06.12.17 - Wer Software entwickelt, kommt heute kaum noch an der Filehosting-Plattform GitHub vorbei. Der Dienst hilft bei der Entwicklung, dem Code-Hosting, der Versionsverwaltung und letztlich auch beim Bugfixing. Allerdings existieren zahlreiche Lizenzmodelle – doch welches eignet sich für wen? lesen

Viele Vorbereitungen fürs Code-Repository nimmt GitHub dem Entwickler ab.
Viele Vorbereitungen fürs Code-Repository nimmt GitHub dem Entwickler ab. (Bild: Rentrop / GitHub)

Zu guter Letzt erlaubt GitHub bereits das Anlegen von Standarddateien wie der Readme oder der Lizenz. Bei Open-Source-Projekten böte sich etwa die Apache-License oder die GNU General Public License v3.0 an. Die Auswahlbox „Add .gitignore“ legt eine versteckte Datei dieses Namens an, in die Dateien eingetragen werden können, die von der Versionsüberwachung ausgenommen werden müssen, etwa die Dokumentation. Ein Klick auf „Create repository“ legt das Projekt an.

Erste Schritte im Github-Projekt

Wahlweise können Entwickler GitHub Desktop verwenden ...
Wahlweise können Entwickler GitHub Desktop verwenden ... (Bild: Rentrop / GitHub)

Das war es auch schon: Das erste Github-Projekt ist angelegt. Für den einfacheren Sync mit dem PC oder Mac ist es an dieser Stelle sinnvoll, den kostenlosen Github-Desktop zu installieren: Er erlaubt einfaches Bearbeiten und hochladen der Codebasis auf Github und synchronisiert Änderungen mit dem Rechner.

... oder in der Web-Oberfläche an ihrem Projekt arbeiten.
... oder in der Web-Oberfläche an ihrem Projekt arbeiten. (Bild: Rentrop / GitHub)

Alle Funktionen von Github Desktop sind jedoch auch auf der Github-Website verfügbar. Einzelne Projektdateien können jetzt in das Github-Repositorium hochgeladen und dort direkt bearbeitet werden – sowohl von einzelnen Usern, als auch von Usergruppen. Github verwaltet dabei die Änderungen, alle Ergebnisse werden auf der Projektseite abgelegt.

Ein Projekt-Board erstellen

Egal ob Roadmap oder Bugtracking, egal ob allein oder im Team: Um ein Github-Projekt effektiv zu verwalten, kann es sinnvoll sein, ein sogenanntes „Project-Board“ anzulegen, um beispielsweise die Aktivitäten besser verfolgen und priorisieren zu können. Hierfür muss zunächst die Hauptseite des Repositories geöffnet werden.

Listen machen das Repository übersichtlicher.
Listen machen das Repository übersichtlicher. (Bild: Rentrop / GitHub)

Ein Klick auf „Projects“ öffnet die Maske zum Erstellen von Projekten, die mit dem Repositorium verbunden sind. Dieses Projekt benötigt zunächst einen Namen und eine kurze Beschreibung, anschließend kann es mit „Save Project“ abgespeichert werden. Im Folgenden können per „Add Column“ Listen erstellt werden, etwa eine „To Do“-Liste oder eine „Erledigt“-Liste.

Die Verwaltung über Spalten („Columns“) ist mit einer Drag & Drop-Funktion ausgestattet: Es ist sinnvoll, die drei Spalten „To Do“, „Work in Progress“ und „Done“ zu erstellen und Hinweise auf Fehler und Features nach und nach abzuarbeiten.

Das gilt übrigens auch für ganze Konten: Wenn in einem Unternehmenskonto oder einer Organisation mehrere Projekte von mehreren Entwicklern betreut werden, kann auch ein globales Board erstellt werden: Der Weg hierhin führt über das Account-Profilbild und den Punkt „Your profile“, die weitere Vorgehensweise ist identisch.

Ein vorhandenes Repositorium verwenden

Das Forken bestehender Open-Source-Projekte ist eine der zentralen Ideen hinter GitHub.
Das Forken bestehender Open-Source-Projekte ist eine der zentralen Ideen hinter GitHub. (Bild: Rentrop / GitHub)

Richtig spannend wird Github, wenn es darum geht, eine vorhandene Lösung zu forken, sprich: Eine eigene Version eines bestehenden Github-Projekts zu erstellen. Im folgenden Beispiel nehmen wir den offiziellen, bei GitHub gehosteten Linux-Kernel von Linus Torvalds, zur Hand und erstellen daraus ein eigenes Projekt.

Hierzu muss zunächst das Repositorium, das übernommen werden soll, geöffnet werden. Das erfolgt über die Suchmaske oder über einen direkten Link. Oben rechts in dem Projekt gibt es nun die Möglichkeit, den Punkt „Fork“ anzuklicken: Das Repositorium kann jetzt per Klick auf ein Konto oder eine Gruppe des eigenen Kontos übertragen werden. Je nach Größe des Repositoriums kann das eine Weile dauern, da alle Dateien kopiert werden.

Arbeiten mit einem Fork

Der Fork des Original-Projekts liegt jetzt im eigenen Account und lässt sich verändern. So ist es möglich, einen eigenen Linux-Kernel zu bauen, der auf den Arbeiten der Linux-Community und nicht zuletzt Linus Torvalds basiert. Gleichermaßen können auch andere öffentliche Projekte auf Github von anderen Entwicklern übernommen und angepasst werden.

In Unternehmen kann das außerordentlich praktisch sein, etwa um eine vorhandene Lösung mit wenigen Klicks in das eigene Github-Konto zu übernehmen und die Code-Basis entsprechend der Entwicklungsziele anzupassen. Alle Dateien im Fork entsprechen zunächst dem Original, erst durch Anpassungen wird das übernommene Repositorium zu einem eigenen Projekt.

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