Amazon Alexa für Developer, Teil 1

Chancen und Nutzen der Skills-Entwicklung

| Autor / Redakteur: Christian Rentrop / Stephan Augsten

Mit Skills und einfachen Developer Tools hat Amazon gute Voraussetzungen für die Verbreitung des Alexa-Sprachassistenten geschaffen.
Mit Skills und einfachen Developer Tools hat Amazon gute Voraussetzungen für die Verbreitung des Alexa-Sprachassistenten geschaffen. (Bild: Amazon)

Mit sogenannten Alexa-Skills erweitern Entwickler weltweit Amazons Echo-Produkte. Die erlauben die Verknüpfung von Geräte, Websites oder Services mit dem smarten Sprachassistenten. Potential, das man nicht ungenutzt lassen sollte.

Obwohl die Konkurrenz seitens Apple, Google und Microsoft groß ist, scheint Amazon mit Alexa den größten Hit bei smarten Sprachassistenten gelandet zu haben: Der Echo-Lautsprecher samt seiner Ableger Echo Dot, Echo Spot und Echo Show ist ein Verkaufsschlager; und das nicht nur, weil Amazon die Geräte sehr stark bewirbt und zu günstigen Preisen in den Markt drückt.

Nein, Alexa als Assistentin auf den Geräten ist trotz einer durchaus bedenklichen Datenschutz-Situation auch als Helfer im Alltag beliebt. Dennoch hat Amazon nach eigenen Angaben allein im Weihnachtsgeschäft 2017 weltweit mehrere zehn Millionen Alexa-Geräte verkauft. Damit ist der Markt für Smart-Speaker noch längst nicht gesättigt, 2018 sollen es noch deutlich mehr werden.

Alexa-Schnittstelle für Entwickler

Für Entwickler ist Alexa aber aus einem anderen Grund interessant: Durch sogenannte Skills lässt sich das System nämlich mit wenig Aufwand binnen kürzester Zeit um Funktionen erweitern. Funktionen, die zum Beispiel einen Webservice, einen Online-Shop oder Smart-Home-Geräte mit Alexa verbinden können, wodurch die Steuerung mittels Alexa möglich ist.

Ein gutes Beispiel liefert etwa der Elektronikhersteller Phillips mit Hue, einem smarten Beleuchtungssystem für den Haushalt: Durch den Skill kann Alexa per Sprachsteuerung angewiesen werden, bestimmte voreingestellte Beleuchtungen zu schalten, das Licht zu dimmen oder es ein- und auszuschalten. Schnittstelle ist in diesem Fall natürlich das Smart-Home-System des Herstellers, das mit Alexa im Heimnetz verbunden ist.

Alexa als Steuerzentrale und Ratgeber

Der Hintergedanke einer jeden Alexa-Skill ist natürlich, dass die Echo-Systeme als Schaltzentrale und smarte Assistenten das Leben erleichtern sollen. Zwar leistet Alexa bereits ab Werk einiges, kann zum Beispiel Musik streamen oder Fragen beantworten, doch erst die zusätzlichen Skills sorgen für eine umfangreiche Einbindung in allen Lebenslagen.

Beim Blick auf die Skills-Bibliothek von Amazon wird schnell deutlich, dass viele Unternehmen – Verlage, Medienanbieter, Diensteanbieter, ja sogar das öffentlich-rechtliche Fernsehen – Skills anbieten, um Alexa um Funktionen zu erweitern und das eigene Angebot zu integrieren. Neben viel Unfug – etwa einem maunzenden Katzensimulator oder einem Komplimente-Generator – gibt es durchaus sinnvolle Anwendungen: Etwa ein Wörterbuch-Skill für die Übersetzung von Worten und Redewendungen auf Zuruf.

Nicht auf Amazon beschränkt

Ebenfalls für die Verbreitung zuträglich: Alexa ist als Amazon-Service längst nicht auf Echo-Geräte begrenzt, der Dienst nicht zwangsläufig mit dem Gerät gekoppelt. So können zum Beispiel Smart-Speaker-Hersteller Alexa per API in ihre Systeme einbinden, zudem läuft Alexa auch auf Amazon-Hardware wie der FireTV-Settop-Box. Sogar auf Smartphones oder direkt im Browser lässt sich der Service verwenden.

Insofern ist die Verbreitung des Sprachassistenten enorm und das Potenzial für die Verbreitung eigener Dienste scheint grenzenlos. Da die Skills nicht auf den Geräten selbst, sondern in der Cloud installiert werden, besitzt eine mit dem gleichen Account angemeldete Alexa auch auf jedem Gerät die gleichen Fähigkeiten.

Einfache Programmierung

Der Verbreitung des Alexa-Systems ebenfalls zuträglich ist, dass Amazon die Skills-Programmierung sehr einfach gestaltet hat. Alles was nötig ist, ist ein Amazon-Developer-Konto und eine gute Idee, der Rest ist im Grunde im Handumdrehen erledigt: Das Developer-Frontend von Amazon bietet einen eigenen Alexa-Menüpunkt, in dem Alexa-Skills im Grunde mit wenigen Klicks und Eingaben per Assistent gebaut werden können.

Ein Code-Editor erlaubt aber auch die manuelle Anpassung der als JSON verfassten Skills. Dazu mehr im Artikel „Einstieg in die Skills-Programmierung“, der in Kürze erscheint. Ähnlich wie bei den App-Stores von Apple, Google oder eben Amazon müssen die Skills allerdings nach der Programmierung und Einreichung von Amazon freigegeben werden.

Skills-Ideen sammeln und planen

Die ausgesprochen nutzerfreundliche Einsteiger-Website für die Skills-Programmierung hat übrigens den Hintergrund, Alexa möglichst vielen Entwicklern nahezubringen. Zwar haben auch die Mitbewerber – Google mit dem Home-System, Microsoft mit Cortana und nicht zuletzt Apple mit Siri – ebenfalls Entwickler-Schnittstellen. Doch die schiere Verbreitung der vergleichsweise preiswerten Alexa-Geräte und die einfache Programmierung von Skills verschafft dem Amazon-System natürlich einen nicht zu verachtenden Vorteil. De facto hat Amazon es in den vergangenen 24 Monaten geschafft, als Synonym für Smart-Speaker zu gelten: Wer von Voice-Assistenten redet, meint inzwischen Alexa auf Dot-Geräten.

Niedrige Einstiegshürde und Monetarisierung

Die Einstiegshürde eines Echo Dots für den User ist auch vergleichsweise gering: Gerade einmal 60 Euro kostet das Gerät in der aktuellen 2. Generation, das praktischerweise auch gleich im Bundle mit dem beliebten Philips-Hue-System angeboten wird.

Der Erfolg gibt Amazon recht: Während für Alexa mehrere tausend Skills zur Verfügung stehen, sind die Konkurrenzsysteme wie Google Home deutlich schlechter ausgestattet. Wohl auch, weil Amazon jetzt eine Monetarisierung der Alexa-Skills durch sogenannte In-Skill-Purchases ermöglicht: Gerade kleinere Entwickler sehen hier ihre Chance für ein kleines Nebeneinkommen, was dem System letztlich in Form neuer Skills zu Gute kommt.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45251300 / APIs)