Erste Präsenz-Ausgabe der CLOUD NATIVE CONFERENCE Bühne frei für die CLOUD NATIVE ROCKSTARS

Von Stephan Augsten

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Radkränze, Rockmusik und Rampensäue: Das ausgelobte Motto „Cloud Native Rocks“ war auf der CLOUD NATIVE CONFERENCE 2022 fester Bestandteil des reichhaltigen Programms. Die Verleihung der „CLOUD NATIVE ROCKSTARS“-Awards sollte nicht minder laut und grell vonstattengehen.

Goldregen: Für Stimmung bei den CLOUD NATIVE ROCKSTARS und der Jury sorgen Svenja Mohn und Jago Heinisch von der Vogel IT-Akademie per Konfettikanone. Weitere Bilder im <i><u><a href=https://www.cloudnativeconference.de/rueckblick>Rückblick der Vogel-IT-Akademie</a></u></i>.
Goldregen: Für Stimmung bei den CLOUD NATIVE ROCKSTARS und der Jury sorgen Svenja Mohn und Jago Heinisch von der Vogel IT-Akademie per Konfettikanone. Weitere Bilder im Rückblick der Vogel-IT-Akademie.
(Bild: berndrottmann.com )

„Thunderstruck“ donnerte aus den Boxen, als Lydia Wagemann von der Vogel IT-Akademie und Maximilian Hille von Cloudflight die Hauptbühne der ersten Vor-Ort-Ausgabe der „CLOUD NATIVE CONFERENCE“ betraten. Gemeinsam groovten sie die 224 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich im Science Congress Center Garching sowie auf der digitalen Event-Plattform eingefunden hatten, auf den Tag ein.

Dem Leitsatz folgend wurde das ganze Event musikalisch mit Rocksongs untermalt, Motorräder schmückten die Networking- und Aussteller-Area. „Und ich kann sagen: So langsam rockt’s wirklich“, schlug Hille gleich zu Beginn die Brücke zum Cloud-Native-Ökosystem. Für ihn sei Cloud Native immer noch ein relativ junges und innovatives Paradigma mit hoher Dynamik, über das noch viel zu viel geredet werde. „Ich hoffe wirklich, dass es in den Unternehmen nun vermehrt in die Umsetzung geht.“

In seiner anschließenden Keynote „Cloud Native – From Dawn Till Dusk and Beyond“ gab er dann auch Einblicke in die jüngste Cloudflight-Studie zur Cloud-Native-Implementierung. Das Thema habe eine sehr große Reichweite und genieße damit auch die Akzeptanz und Vertrauensvorschuss der Fachkräfte in Anwenderunternehmen. Gerade einmal vier Prozent der Befragten betrachten Cloud Native als „notwendiges Übel“.

Die Top-Entscheider seien aber nicht unbedingt die Cloud-Native-Experten in den Unternehmen und sollten dementsprechend nicht die Kernentscheidungen treffen, meint Hille. Dort herrsche nämlich allzu oft eine „Alles oder Nichts“-Mentalität, frei nach dem Motto: „Ich stelle das heute mal bereit und erwarte morgen erste Ergebnisse“. In der Praxis gestalte sich das eher schwierig, denn der Erfolg von Cloud-Native-Projekten stelle sich nun einmal erst allmählich ein. Doch wenn, dann locken viele Vorteile: Von Quick Wins über mehr Innovation und eine bessere Time-to-Market bis hin zu mehr Performance und geringeren Kosten.

Bunt gemischte Setlist

Weiter ging es im Programm mit einem Interview, das ebenfalls Maximilian Hille mit Charley Mann, Content Strategy Lead der Cloud Native Computing Foundation, per Fernschalte führte. Sie stellte gleich zu Anfang deutlich: „Ich habe wohl einen der besten Jobs der Welt, denn ich darf mit allen möglichen Vertretern der Cloud-Native-Community zusammenarbeiten.“ Von den Software Engineers bis hin zum CEO lerne sie dabei interessante Menschen kennen, die tolle Projekte betreuen und die Technologie vorantreiben. Im weiteren Verlauf stellte sie klar, wie wichtig die Unternehmens- und Team-Kultur sowie die Zusammenarbeit in der Cloud-Native-Community sind, um einzelne Projekte und das Ökosystem in Gänze voranzubringen.

Ihre ganz eigenen Erkenntnisse teilten über den Tag auch die 25 Sprecher, die den Gästen in Fokusbeiträgen und Workshops aktuelle Einblicke in die eigenen Entwicklungen und Best Practices an die Hand gaben. So sprachen Sabine Wolz und Jens Erat von Mercedes-Benz Tech Innovations über ihre Cloud-Native-Reise, die bereits im Jahr 2015 begonnen hatte. Seinerzeit war in einem noch jungen Entwicklerteam die Idee gereift, den Code schneller in Produktion bringen zu wollen.

Hinderlich hätte sich dabei die klassische Enterprise-IT herausgestellt, die sicherlich nicht grundlegend schlecht gewesen sei, aber eben auf Governance und Compliance hin optimiert: So hatte es explizite Vorgaben hinsichtlich der verwendeten Tools sowie strikt getrennte Development- und Operations-Teams gegeben. Der initiale Container-Cluster auf Basis von Kubernetes 0.9 ist hier mittlerweile einer On-Premises-Infrastruktur gewichen, die über 900 Cluster umfasst, allein 810 davon in der EU.

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„Den kompletten Rollout von Kubernetes 1.23 haben wir jetzt abgeschlossen, nun starten wir mit Version 1.24“, berichtete Erat über die Arbeit der fünf dafür zuständigen Plattform-Teams. Ganz dem Community-Gedanken folgend sind die Entwickler von Mercedes-Benz Tech Innovations in 17 Projekte der CNCF involviert und sind in einem FOSS Center of Competence organisiert. Hier ist gar ein eigenes FOSS Manifesto unter quelloffener CC-Lizenz entstanden, „das wir liebevoll auch ManiFOSSto nennen“, wie Wolz schmunzelnd preisgab.

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Thematisch war die Konferenz so bunt gemischt, wie die „The 500 Greatest Songs of All Time“-Hitliste des Rolling Stone: André Braun von GitLab konstatierte, dass Softwareentwicklung als einer der wichtigsten Produktionsfaktoren unserer Zeit hinterherhinke, Tobias Schipka von plusserver warb: „Konzentriert euch wieder auf den Code!“ Wie sie Cloud-native AI-Entwicklung für München vorantreiben, zeigten Michael Frembs und Dr. Maximilian Pohl, Stadtwerke München, in ihrer Keynote.

Weg von der Planung und Implementierung bewegte sich Fabian Dörk von Claranet in seinem Fokusvortrag „Day-2-Operations – Fluch oder Segen?“. Überhaupt drehte sich viel um Sicherheit und Compliance. Mit Stefan Berner von VMware, Christopher Knörle von Commvault, Bastian Hofmann von SUSE sowie Heidrun Walker von Nutanix und Florian Trieloff von Veeam befassten sich gleich mehrere Premium-Partner-Vertreter in ihren Fokusbeiträgen und Deep Dives mit entsprechenden Themen, vom Security-Shift-left bis hin zu Backup-Strategien.

Besonderes Lob erntete auch die Podiumsdiskussion „Kooperation als Zeitmaschine“, geführt von Dr. Nils Kaufmann, Leiter der „EuroCloud Native Initiative“. Darin entspann sich ein reger Diskurs darüber, wie das Zusammenspiel zwischen Systemhäusern und modern aufgestellten Cloud-Native-Pionieren künftig aussehen könne, auch mit Blick auf die Hyperscaler sowie den deutschen Mittelstand. Der Channel wurde dabei durch Doris Albiez (Albiez Consulting), Stefan Zenkel (aConTech) und Oliver Leisering (Computacenter) vertreten, die Cloud-Native-Panelists waren Dr. Josef Adersberger (QAware), Daniel Meisen (kreuzwerker) und Marc Sundermann (Cloudeteer). Die völlig andere Sicht des Channels und der damit verbundene Blick über den Tellerrand sprach etliche Techies im Saal an.

CLOUD NATIVE ROCKSTARS erobern die Bühne

Mehrere Event-Slots waren über den Tag für die CLOUD NATIVE ROCKSTARS reserviert, die ihre Cloud-Native-Projekte in den Kategorien „New Work & Collaboration“, „Digital Business & Process Innovation“ sowie „Technology Modernisation“ vorstellen durften. Als Jurymitglieder hatten die bereits genannten Nils Kaufmann und Maximilian Hille sowie Stephan Augsten, Dev-Insider, wochenlang über die finale Platzierung diskutiert. Bis zur Bekanntgabe der Rangliste mussten sich die Firmenvertreter allerdings noch gedulden, denn die Preisübergabe fand erst zum krönenden Abschluss der Conference statt.

Vorher durften auch noch die Nominierten für den „People Award“ ihre Erfolgsgeschichten pitchen; dieses Best-of wurde allerdings erst im Science Congress Center per Live-Umfrage durch die Präsenz- und Online-Gäste entschieden. Hierbei setzte sich Emma Wehrwein vom eco – Verband der Internetwirtschaft mit ihrem Gaia-X-Engagement gegen Christian Brunner, Abteilungsleiter Cloud Native bei der Finanz Informatik Technologie Service, und Crate.io-CEO Eva Schönleitner durch.

Die Gewinnerinnen und Gewinner der „CLOUD NATIVE ROCKSTARS 2022“ im Überblick:

Kategorie „Technology Modernisation“

1. Stefan Pfaffel, Allianz Technology
2. Christina Kraus, meshcloud
3. Stefan Zenkel, aConTech

Kategorie „New Work & Collaboration“

1. Benny Woletz, Cloudwürdig
2. Matthias Jansky, tecRacer
3. SysEleven & Alfaview

Kategorie „Process Innovation & Digital Business“

1. Michael Schöller, Schmitz Cargobull
2. Oliver Warn, Optibus

Kategorie „People Award“

1. Emma Wehrwein, eco – Verband der Internetwirtschaft
2. Christian Brunner, FI-TS
3. Eva Schönleitner, Crate.io

Damit sich die Anreise für die Konferenzgäste auch wirklich lohnte, luden die Veranstalter im Anschluss noch zur After-Party: Schon beim Verlassen des Gebäudes lockte der Grillgeruch hinter das Science Congress Center auf dem Galileo-Forschungscampus. Hier erwartete Show-Barkeeper Görkem Harp, in der Vogel IT-Akademie auch liebevoll „Görki“ genannt, die Besucherinnen und Besucher, um ihnen artistisch Cocktails zu Buffet und Barbecue zu mixen – in Anbetracht der sommerlichen Temperaturen selbstredend auch „on the rocks“.

Aufgrund des positiven Community-Feedbacks wird die Konferenz auch 2023 wieder stattfinden. Mehr Infos finden sich in Kürze auf der Webseite zur CLOUD NATIVE CONFERENCE .

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