Kommentar von Bodo Giegel, PMI, zu Low-Code-Strategien Beim Citizen Development hapert es oft an der Umsetzung

Ein Gastkommentar von Bodo Giegel *

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Low-Code- und No-Code-Entwicklung könnten bis 2024 fast zwei Drittel Prozent aller innerbetrieblichen Anwendungen hervorbringen, schätzen Gartner-Analysten. Doch die Zeit der „Citizen Developerׅ“ scheint nach Untersuchungen des Project Management Institute (PMI) noch nicht gekommen.

Der Reifegrad von „Citizen Development“-Programmen in Unternehmen ist laut einer PMI-Studie nach wie vor eher gering.
Der Reifegrad von „Citizen Development“-Programmen in Unternehmen ist laut einer PMI-Studie nach wie vor eher gering.
(Bild: Ali Pazani / Pexels )

Die kürzlich durchgeführte Studie „No-Code/Low-Code 2022“, an der PMI mitgewirkt hat, zeigte auf: die Zufriedenheit mit No-Code-/Low-Code-Projekten lässt gerade bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die tatsächlich mit den daraus entstandenen Anwendungen arbeiten müssen, noch sehr zu wünschen übrig.

Gerade einmal 42 Prozent der Angestellten aus den Fachbereichen sind zumindest zufrieden, während Geschäftsführungen zu 70 Prozent und selbst IT-Verantwortliche immerhin noch zu 61 Prozent zufrieden sind. Die Entscheidungen für entsprechende Entwicklungen sind also augenscheinlich stark ROI-getrieben.

Einer der Hauptgründe dafür ist vermutlich der Reifegrad entsprechender „Citizen Development“-Programme, der der Studie zufolge in vielen Unternehmen nach wie vor eher gering ist. So erklärten nur acht Prozent der Befragten, dass sie auf einer Skala von 0 bis 5 – wobei 0 den geringsten und 5 den höchsten Reifegrad bezeichnet – die Stufe 5 bereits erreicht hätten. Im Gegensatz dazu gab fast die Hälfte der Unternehmen an, sich gerade einmal auf Stufe 1 oder sogar auf Stufe 0 zu befinden – Stufe 0 bedeutet, dass innerhalb des Unternehmens keinerlei Knowhow zu No-Code und Low-Code vorhanden ist.

Vergleicht man diese Werte mit der Vorhersage von Gartner, ist klar, dass viele der oftmals so ambitioniert begonnenen Projekte in dem Bereich leider zum Scheitern verurteilt sind. Denn wenn aus ROI-Gründen auf No-Code/Low-Code gesetzt wird, ohne dass das entsprechende Wissen vorhanden ist, ist vielleicht die Geschäftsführung zufrieden, weil sie Geld gespart hat, aber die eigentlichen Anwender sitzen im schlimmsten Fall vor einem Scherbenhaufen.

Deshalb sind ein entsprechendes Rahmengerüst sowie begleitende Projektmanagementmaßnahmen notwendig, um die Implementierung von „Citizen Development“ in Unternehmen zu begleiten. Nur so kann den Angestellten, die sich tatsächlich im Arbeitsalltag mit Low- und No-Code beschäftigen, das nötige Handwerkszeug zur Verfügung gestellt werden, damit diese tatsächlich auch das Wissen haben, um die Werkzeuge entsprechend einzusetzen und so auch wirklich den schnellen ROI zu erzielen, den sich die Geschäftsführungen davon erhoffen.

Denn ohne ein System, das die Projekte überwacht, Risiken minimiert und gleichzeitig das volle Potenzial von „Citizen Development“ erschließt, ist diese Bewegung nur ein weiterer Trend, der verpuffen wird – statt die Zukunft der betrieblichen Software-Entwicklung.

Bodo Giegel
Bodo Giegel
(Bild: Project Management Institute )

Das Project Management Institute (PMI) unterstützt Anbieter und Anwender von Low-Code / No-Code Plattformen die Einführung von Citizen Development zum Erfolg zu führen. Dazu hat PMI die erste plattformunabhängige Ressourcen Suite und eine Reihe von globalen Industriestandards, Methoden, Toolkits und Best Practises für Organisationen auf den Markt gebracht.

* Bodo Giegel ist Business Head DACH beim Project Management Institute.

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