Automation Software Engineering

ASE-Kongress 2019 sucht Referenten

| Redakteur: Johann Wiesböck

Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, TU München: „Software ist eine der, wenn nicht die Möglichkeit, Produkte und Produktionsanlagen schnell mit neuen Features vom Wettbewerb abzugrenzen.“
Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, TU München: „Software ist eine der, wenn nicht die Möglichkeit, Produkte und Produktionsanlagen schnell mit neuen Features vom Wettbewerb abzugrenzen.“ (Bild: TU München)

Der 1. ASE-Kongress 2019 sucht Referenten, die ihr Wissen über Software in der Automatisierung an Entwickler und Anwender in der Industrie weitergeben möchten. Paper können bis zum 15. März 2019 unter www.ase-kongress.de eingereicht werden.

Stellenwert und Qualität der Softwareentwicklung in der Automatisierung sowie im Maschinen- und Anlagenbau hinken zum Teil weit hinter dem Niveau in anderen Branchen und dem Stand der Technik her. Und nun kommen völlig neue Anforderungen durch Industrie 4.0 und IIoT hinzu. Es gibt drei Hauptproblemfelder:

  • Die Softwareentwickler sind Ingenieure und technisch qualifizierte Fachkräfte, deren Informatik-Kompetenz in vielen Fällen nicht ausreicht, um hochwertige Software für die Automation effizient zu entwickeln.
  • Die Softwareentwickler in der Automatisierung sind sehr stark in die täglichen Arbeitsabläufe teils schon alter Software eingebunden, sodass ihre Weiterbildung oft ins Hintertreffen gerät.
  • Die zu geringe Wertschätzung von Software und die wenig ausgereiften Entwicklungsprozesse in den Unternehmen gefährden die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich.

Das hat Folgen für die Branche: Moderne Methoden und neue Technologien werden zu späte oder nicht eingesetzt. Es gibt zu wenig hochqualifizierte Softwareentwickler, Projektleiter und Führungskräfte. Der Unternehmenserfolg ist in Gefahr.

Softwarekongress für die Automatisierung

Hier setzt der Automation Software Engineering Kongress an und adressiert die beschriebenen Herausforderungen. Die Veranstaltung führt Softwareexperten aus Industrie, Forschung und Lehre mit den Automatisierungsfachleuten der relevanten Branchen und Industrien zusammen.

Der ASE-Kongress vermittelt wichtiges Grundlagenwissen und anwendungsbezogene Spezialkenntnisse für die Zielgruppe Softwareentwickler in Maschinenbau und Automation. Der Kongress gibt Impulse für den Einsatz neue Technologien, Methoden und Prozesse. Und er ermöglicht den Knowhow-Austausch zwischen verschiedenen Branchen und Anwendungsfeldern.

Die 1. Automation Software Engineering Kongress findet vom 16. bis 18. September 2019 in Sindelfingen statt und bietet parallele Wissens-Tracks. Am ersten Tag werden halbtägige Kompaktseminare angeboten, die Grundlagen und Spezialwissen vermitteln. Am zweiten und dritten Kongresstag werden zahlreiche Impulsvorträge gehalten zu aktuellen Themen, kommenden Herausforderungen und Best-Practice-Anwendungen.

Tag 2 und 3 werden von einer Table-Top-Ausstellung begleitet. Unternehmen, Institute und Organisationen präsentieren Software-Produkte und -Services, Tool und Plattformen sowie Lösungen und Dienstleistungen für die Automatisierung. Ziel der Ausstellung: Die Teilnehmer sollen aus der Theorie der Vorträge nahtlos in die Praxis einzusteigen können, um in tiefergehenden Gespräche zu den Vorträgen und Praxiserfahrungen passenden Produkte und Lösungen erkunden zu können.

Zielgruppe und Referenten ASE-Kongress

Zielgruppe des ASE-Kongress sind Softwareentwickler, Projektverantwortliche und Entwicklungsleiter sowie Ingenieure und Automatisierungsfachleute, die bessere Software für ihre System und Anlagen effiziente und schneller spezifizieren, entwickeln und einsetzen wollen.

Als Referenten sind Experten aus Industrie, Forschung und Lehre aber auch Trainer, erfahrene Anwender und Spezialisten von Software- und Tool-Anbieten eingeladen, ihr Knowhow weiterzugeben sowie neue Erkenntnisse und Konzepte zu präsentieren.

Bitte laden Sie Vorschläge für Vorträge und Kompaktseminare bis spätestens 15. März 2019 hoch auf der Kongresswebseite www.ase-kongress.de. Für Fragen erreichen Sie das Programmkomitee via johann.wiesboeck@vogel.de oder unter der Telefonnumer +499314183081.

Kompetenzpartner und Kongressbeirat

Bereits zu Beginn der Planungen für den ASE-Kongress haben Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, TU München, Lehrstuhlleitung Automatisierung und Informationssysteme der Fakultät für Maschinenwesen, und Prof. Dr. Oliver Niggemann, Fraunhofer IOSB-INA, Anwendungszentrum Industrial Automation, ihre Bereitschaft signalisiert, dieses Vorhaben zu unterstützen. Die TU München ist mittlerweile offizieller Veranstaltungspartner des 1. ASE-Kongress 2019.

Im Fortlauf der Gespräche mit Experten für Automatisierung haben Dr. Rainer Stetter, ITQ GmbH, und Roland Wagner, 3S-Smart Software Solutions GmbH, zugesagt, aktiv am ASE-Kongress mitzuwirken. Unterstützer sind auch Prof. Dr. Christian Siemers von der TU Clausthal, Prof. Dr.-Ing. Jörg Reiff-Stephan vom FB Ingenieur- und Naturwissenschaften der Technische Hochschule Wildau und Robert Schachner, Geschäftsführer der RST Industrie Automation GmbH und Technischer Vorstand von Embedded4You e.V.

Weitere Vertreter aus Industrie, Forschung und Lehre sind entweder schon im Gespräch mit den Organisatoren des ASE-Kongress oder hiermit herzlich eingeladen, ihr Knowhow einzubringen. Anfragen dazu richten Sie bei Interesse bitte ebenfalls an johann.wiesboeck@vogel.de, Tel. +499314183081.

Statement Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, TU München: „Software ist eine der, wenn nicht die Möglichkeit, Produkte und Produktionsanlagen schnell mit neuen Features vom Wettbewerb abzugrenzen. Software kann Systeme evolvierbar machen. Gute und zuverlässige Software basiert auf systematischem Engineering.

Das ist Kern der ingenieurwissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung in Mechatronik, Elektrotechnik und Maschinenbau. Automatisierungstechnische Software ist durch Echtzeitverhalten, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit gekennzeichnet. Dazu müssen gemeinsam mit der Informatik weitere Ansätze entwickelt bzw. angepasst werden.“

Statement Dr. Rainer Stetter, Geschäftsführer ITQ: „Im Zeitalter von Industrie 4.0 ist es unstrittig, dass in Zukunft nicht mehr die Mechanik der Maschine im Mittelpunkt steht, sondern die Software. Deshalb reicht es nicht mehr, Software (irgendwie) zu programmieren, sondern sie muss genauso wie die Mechanik systematisch entwickelt werden.

Der Trend zu mehr Software wird sich in Zukunft noch mehr beschleunigen. Darauf müssen sich sowohl Unternehmen als auch Hochschulen und Universitäten einstellen. Zentrale Maßnahmen zur Beherrschung dieses Wandels sind die Einführung von mechatronischem Systems Engineering, agilem und strukturiertem Software Engineering und eine praxisgerechte mechatronische Ausbildung für Jung und Alt.“

Statement Roland Wagner, Head of Product Marketing, 3S-Smart Software Solutions GmbH: „Neben den angeführten Argumenten für den ASE-Kongress gibt es noch einen weiteren wichtigen Aspekt. Immer mehr Maschinenapplikationen werden sukzessive so komplex, dass Techniker oder Ingenieure sie mit deren informationstechnischem Verständnis kaum noch sinnvoll programmieren können.

Das heißt, dass Informatiker zunehmend auch in der Automatisierungstechnik benötigt werden. Solche Paradigmen und Prozesse mit passender Tool-Unterstützung, wie sie in anderen Zweigen der IT weit verbreitet sind, sind in der Automatisierung noch weitgehend unbekannt. Deswegen haben Informatiker oft gar keine Lust, sich in der Automatisierungstechnik zu engagieren, weil sie das technisch als ziemlich antiquiert betrachten.

Nur wenn man die Möglichkeiten besser parat hat, wird die Automatisierung auch als attraktive Branche für Informatiker wahrgenommen. Ansonsten könnte das zu weiterem Technologiestau führen.“

Statement Robert Schachner, Geschäftsführer der RST Industrie Automation GmbH und Technischer Vorstand von Embedded4You e.V.: „Mit der Idee zum ‚Automation Software Engineering Kongress‘ spricht mir der Chefredakteur von ELEKTRONIKPRAXIS, Johann Wiesböck, aus der Seele. Wir betreuen immer mehr Maschinenbauer beim Aufbau ihrer neuen Technologien. Den Kunden mit seinen Fähigkeiten dort abzuholen, wo er gerade steht und gemeinsam mit ihm dazu passende, moderne und offene Plattformen zu entwickeln, ist das Ziel.

Dabei ist es uns immer ein Anliegen, dass die Firmen ihre Kernsoftware selbst entwickeln. Unsere Middleware-Technologien bilden dabei Basis, in der die dafür passenden Anwendungs-, Visualisierungs-, Test- und Simulationswerkzeuge mit kostengünstiger embedded Hardware kombiniert werden.“

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