Das Zeitalter der Hyper-Innovation Arbeit 2022 – mehr Innovation, mehr Chancen

Ein Gastkommentar von Oliver Ebel *

Die Pandemie befeuerte die digitale Transformation. Auch in diesem Jahr wird sich die Art und Weise, wie wir arbeiten, weiterentwickeln und verändern. Dieser Beitrag befasst sich mit den Trends, auf die Unternehmen sich jetzt vorbereiten sollten.

Anbieter zum Thema

Die Digitalisierung wird dank verschiedener Trends auch 2022 beschleunigt, einige Trends finden sich in diesem Artikel.
Die Digitalisierung wird dank verschiedener Trends auch 2022 beschleunigt, einige Trends finden sich in diesem Artikel.
(Bild: Nattapong - stock.adobe.com)

Infolge der Covid-19-Pandemie haben sich Arbeits- und Geschäftsmodelle in den vergangenen zwei Jahren grundlegend verändert und zu einem wahren Innovationsschub geführt. Als die Pandemie ausbrach, reagierten Unternehmen schnell, indem sie neue Technologien implementierten, um interne Abläufe zu verbessern und mit Kunden zu interagieren.

Laut der Citrix-Studie The Era of Hyper-Innovation haben Investitionen in neue Tools und flexiblen Arbeitsmethoden im vergangenen Jahr branchenübergreifend den Umsatz um 678 Milliarden Dollar erhöht. Im kommenden Jahr wird der Fokus daher noch stärker auf Innovationskraft und Wachstum liegen – 69 Prozent der Führungskräfte weltweit wollen ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung in den nächsten 12 Monaten weiter erhöhen. Unternehmen sollten bei ihren Zukunftsplanungen allerdings folgende Entwicklungen beachten:

Arbeitnehmer fordern mehr Freiheiten

Die Zahl der Arbeitnehmer, die ihren Job kündigen, ist auf einem Rekordhoch. Dies verschärft den Fachkräftemangel weiter – insbesondere bei gefragten Skills wie Cloud, Sicherheit, KI und Analytics, die für die Digitalisierung der Wirtschaft benötigt werden. Unternehmen müssen deshalb ihr Angebot an ihre Mitarbeiter überdenken und sich stärker auf deren Wünsche einlassen: Flexible Arbeitsmodelle, die allen ermöglichen, einen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten, ihre Karriere voranzutreiben und zu ihren eigenen Bedingungen zu arbeiten. Unternehmen werden ihren Mitarbeitern immer seltener vorschreiben können, wo und wie sie zu arbeiten haben.

In dem Bemühen von Unternehmen, qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen und sich im „War for Talents“ einen Vorteil zu verschaffen, wird eine neue Jobkategorie entstehen. Diese wird sich durch die Flexibilität und Autonomie auszeichnen, nach der sich viele Freiberufler, Auftragsarbeiter und sogenannte Gig Worker sehnen, und ihnen gleichzeitig ein gewisses Maß an Stabilität bieten, dass für Arbeitnehmer im Zuge der Pandemie immer wichtiger geworden ist.

Digitale Innovation schafft virtuelle Arbeitsräume

Im kommenden Jahr werden Unternehmen auch die Rolle ihres physischen Büros neu definieren und zweckmäßige digitale Arbeitsplätze einrichten, über die Mitarbeiter sicher und zuverlässig auf interne Ressourcen zugreifen können. Dadurch können sie ihre Arbeit effizient und effektiv ausführen und mit Kollegen, Partnern und Kunden über jedes Gerät, jeden Arbeitskanal und jeden Standort zusammenarbeiten. Und sie werden sie mit Richtlinien unterstützen, die gerechte Arbeitsmethoden fördern, um sicherzustellen, dass kein Mitarbeiter aufgrund seines Aufenthaltsortes benachteiligt wird.

Die Zusammenarbeit in einer Welt nach der Pandemie, in der das Büro nicht mehr vier Wände hat und Unternehmen versuchen, ihren CO2-Fußabdruck durch eine Verringerung der weltweiten Reisen zu verbessern, könnte auch die Nachfrage nach Meetings in der Virtual Reality ankurbeln: Digital verwobene, fotorealistische Welten, die nahezu dasselbe Gefühl der Präsenz und Zusammenarbeit vermitteln, wie die physische Welt. Es gibt viele Unternehmen mit Technologien, die solche Welten schaffen können: Facebook hatte beispielsweise kürzlich angekündigt, seine ganze Zukunft auf das Metaverse zu setzen.

Mehr Innovation durch mehr Intelligenz und bessere Konnektivität

Darüber hinaus werden die Innovationsmöglichkeiten durch KI weiter massiv ansteigen. Ein Beispiel ist OpenAI Codex – eine KI, die natürliche Sprache in Code übersetzt. Das System beherrscht bereits mehr als ein Dutzend Programmiersprachen und ist in der Lage, einfache Befehle in natürlicher Sprache zu interpretieren und im Namen des Benutzers auszuführen.

Dies ermöglicht die Schaffung einer natürlichsprachlichen Schnittstelle zu bestehenden Anwendungen und eröffnet eine breite Auswahl an Möglichkeiten für Geschäftsbereiche oder Endnutzer. Dabei benötigt es nichts weiter als die Stimme des jeweiligen Nutzers, um neue Erfahrungen zu schaffen und mit komplexen Back-End-Systemen zu interagieren.

Zusätzlich wird die Einführung von 5G, WiFi6 (802.11ax) und LoRa/LPWAN-Netzwerken einen bedeutenden Wandel in der Konnektivität ermöglichen, der die Basis für Edge Computing sein und neue Möglichkeiten schaffen wird. Da die Nachfrage nach globaler Bandbreite weiter steigt, werden Hyperscaler sowohl die unterseeische als auch die terrestrische Kapazität weiter ausbauen und Unternehmen dazu ermutigen, ihren Netzwerkverkehr über Hyperscaler-Backbones zu leiten. Dies wird die Gelegenheit bieten, parallele Netze zu schaffen, die eine bessere Leistung, Reichweite und Sicherheit bieten als das herkömmliche Internet.

Hyper-Automatisierung und Dezentralisierung

Die robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA) wird zunehmend zur Verwaltung weniger komplexer, abteilungsbezogener Prozesse eingesetzt. Wenn Unternehmen eine breitere, unternehmensübergreifende Perspektive auf die Automatisierung einnehmen wollen, um Personalressourcen für höherwertige Aufgaben freizusetzen, kommt die Hyperautomatisierung ins Spiel.

Dabei handelt es sich um eine Kombination aus verschiedenen Technologien wie RPA, KI, Process Discovery & Mining, Geschäftsprozessmanagement und Low-Code-Workflow. Bei der Hyperautomatisierung geht es darum, Prozesse komplett neu zu gestalten, indem die optimale Anzahl von Schritten überdacht wird und Technologien eingesetzt werden, die diese Schritte im gesamten Unternehmen automatisieren.

Angesichts zunehmender Bedenken in Bezug auf Datenschutz, Eigentum, Vertrauen und Zugriffsrechte wächst das Interesse an dezentralen Apps (dApps) und daran, welche Möglichkeiten sie sowohl für Unternehmen als auch für kommerzielle Entwickler bieten. dApps sind digitale Anwendungen, die auf einem verteilten Ledger laufen und außerhalb der Kontrolle einer einzelnen Instanz liegen.

Schlüsselinformationen wie Nutzeridentität oder Profildaten können dadurch im Besitz des tatsächlichen Endnutzers bleiben und werden nicht von einem Dienstanbieter gespeichert. Ein Großteil des aktuellen Fokus von dApps liegt im Bereich DeFi (dezentralisierte Finanzen). Obwohl sie relativ neu sind, gewinnen sie an Bedeutung und werden wahrscheinlich den Standard für zukünftige Branchen setzen.

Fazit

Die globale Wirtschaft und Arbeitswelt haben sich infolge der Pandemie erheblich verändert und bieten ein optimales Szenario für vorausschauende Unternehmen, die ihre Anstrengungen verdoppeln wollen. Diejenigen, die ihre Arbeits- und Geschäftsmodelle in den letzten zwei Jahren umgestaltet haben, haben jetzt die Chance, noch mehr Technologien zur Bewältigung neuer Herausforderungen einzusetzen. Gleichzeitig können eben diese Unternehmen die Voraussetzungen schaffen, um flexible und innovative Arbeitskräfte anzuziehen, die sie brauchen, um ihr Unternehmen in die Zukunft zu führen.

* Oliver Ebel, Area Vice President Central Europe bei Citrix, erläutert

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Softwareentwicklung und DevOps

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:47936681)