Application Performance Management

APM sollte in der DevOps-Toolchain nicht fehlen

| Autor / Redakteur: Oliver Burgstaller / Stephan Augsten

Application Performance Management bietet realistische Feedback-Schleifen und kann die Praxisbedingungen simulieren, unter denen eine App funktionieren soll.
Application Performance Management bietet realistische Feedback-Schleifen und kann die Praxisbedingungen simulieren, unter denen eine App funktionieren soll. (Bild: diwou - Pixabay.com)

Ein Großteil des Erfolgs der digitalen Transformation basiert auf Software – nicht umsonst wird mittels DevOps versucht, ihre Bereitstellung zu beschleunigen. Leider hakt es in der Toolchain aber oft bei der Application Performance.

Laut einer aktuellen Studie der Enterprise Management Associates (EMA) verlassen sich 70 Prozent der Unternehmen immer noch darauf, Probleme bei der Application Performance überwiegend mit manuellen Insellösungen zu beheben.

Dieselben Unternehmen berichten aber, dass diese Art der Problemlösung der Hauptgrund ist, der die kontinuierliche Anwendungsbereitstellung verlangsamt. Unübersehbar steht dies im Gegensatz zu den DevOps-Versprechen der schnelleren Entwicklung, zunehmenden Automatisierung und der raschen, qualitativ hochwertigen Releases.

Eine Hauptphilosophie, die DevOps zugrunde liegt, lautet „schnell scheitern, oft scheitern”. Nicht jeder Release muss also perfekt sein. Nutzen Entwickler jedoch Performance Monitoring Tools, können sie den Aspekt „schnell“ beibehalten und zugleich die Erfolgsrate erhöhen.

Schnell, aber besser scheitern

Eine Stolperfalle, die während des Entwicklungsprozesses einer Anwendung häufiger auftritt, ist der unbekannte Faktor der „echten Welt“: Eine Anwendung kann isoliert oder während einer Demonstration wunderbar funktionieren und dann in der Praxis dennoch scheitern.

Hier kann Application Performance Management (APM) helfen. Anstatt nur anzunehmen, dass eine Software wie geplant funktioniert, können Entwickler dies tatsächlich herausfinden. APM bietet realistische Feedback-Schleifen und kann die Praxisbedingungen simulieren, unter denen die App funktionieren soll.

Doch braucht es einen Mentalitätswechsel im Kontext von DevOps: DevOps-orientierte Teams sollten sich bereits zu einem frühen Zeitpunkt des Lifecycles auf Qualität konzentrieren. Denn es ergibt wenig Sinn, den Nutzern immer neue Features bereitzustellen, wenn sie vom neuen Release frustriert sind und ihn nicht nutzen wollen oder können.

Genervte Nutzer vermeiden

Entwickeln Unternehmen ihre Anwendungen schneller und beschleunigen die Release Zyklen, um neue Features verfügbar zu machen, dürfen diese nicht fehlerhaft sein. Denn wenig leistungsfähige Features frustrieren nicht nur die Nutzer. Es ist auch teuer, die Leistungsprobleme zu beheben – laut IBM kostet es 15-mal mehr, Fehler während der Produktion zu beheben, als während der Testphase.

Eine detaillierte Performance Diagnose hilft dabei, Fehler bereits in einem frühen Stadium der Entwicklung zu erkennen und zu beheben. Entwickler können sich dann auf das eigentliche Programmieren konzentrieren, statt ihre Zeit mit fehlerhaften Testszenarios zu verschwenden. Setzen Entwickler APM in der Staging-Umgebung ein, in der sie die Funktion testen und die Performance untersuchen, stellen sie sicher, dass die App die Lasttests besteht und auch unter „Druck“ funktioniert.

Mit den richtigen APIs können außerdem Performance-Daten während Test- und Produktionsphase automatisiert gesammelt, geteilt und analysiert werden. Das beschleunigt Prozesse und stellt sicher, dass die Releases optimal arbeiten können.

Probleme bei der Wurzel packen

Aufgrund der zunehmend komplexen Anwendungsumgebungen können trotz gründlicher Tests noch während der Produktion Performance Probleme auftreten: Anwendungen können on premise und Cloud basierte Ressourcen umfassen, aus kurzlebigen Komponenten wie Containern bestehen und müssen häufig schnell skaliert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass häufiger Änderungen am Code nötig sind, die, wenn sie nicht richtig gehandhabt werden, Service Unterbrechungen wahrscheinlicher machen.

Unglücklicherweise werden bei traditionellen Ansätzen des Performance Monitorings häufig verschiedene Tools verwendet, die nicht miteinander kommunizieren. Das erschwert es sehr, die Ursache eines Problems zu identifizieren. Das Ergebnis: Probleme bestehen wesentlich länger als sie sollten.

DevOps Teams können jedoch mit einem vollständig integrierten Werkzeugkasten aus umfassendem Monitoring, einheitlichen Dashboards und der Integration beliebter Collaboration Tools einen ganzheitlichen Blick auf die Nutzererfahrung erhalten. Das ermöglicht eine deutlich verkürzte MTTR (Mean Time to Resolution).

Erfolge entdecken

Zu guter Letzt sollte man folgendes bedenken: Wenn eine App für ihre Nutzer keinen Mehrwert bringt, ist auch ihre Performance irrelevant. Denn jede neue Entwicklung muss an den Marktbedürfnissen ausgerichtet werden und Nutzern sowie Unternehmen einen echten Mehrwert bieten.

Oliver Burgstaller
Oliver Burgstaller (Bild: Riverbed)

Die gute Nachricht ist, dass Entwickler mit APM-Tools Muster im Nutzerverhalten verstehen können – selbst über Releases hinweg. Sie können außerdem feststellen, welche Features am beliebtesten sind, wie sie performen und wie sie Produktivität oder Umsatz beeinflussen. APM kann den gesamten Entwicklungsprozess beschleunigen und die Effizienz von DevOps-Teams sowie des ganzen Unternehmens steigern.

* Oliver Burgstaller ist Director, Advanced Business Solutions, bei Riverbed Technology.

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