Die bevorzugte Programmiersprache für Android

Android-App-Entwicklung – mit Java oder Python?

| Autor / Redakteur: Michael Kelley / Stephan Augsten

Ob man bei der Android-Entwicklung Python oder Java den Vorzug geben sollte, hängt beispielsweise von der erhofften Effizienz und Performance ab.
Ob man bei der Android-Entwicklung Python oder Java den Vorzug geben sollte, hängt beispielsweise von der erhofften Effizienz und Performance ab. (Bild gemeinfrei: andrekheren - Pixabay.com)

Python und Java sind bei vielen Android-App-Entwicklern beliebt. Ein Einsteiger wird sich aber zunächst einmal für eine der beiden Programmiersprachen entscheiden müssen. Dieser Artikel befasst sich mit der Frage, welche Sprache sich für welchen Zweck eignet.

Welche Programmiersprache haben Sie als erstes gelernt? Um auf dem konventionellen Weg zum Android-App-Entwickler zu werden, wäre HTML die übliche Wahl gewesen. Um jedoch eine fortgeschrittene Anwendung zu entwickeln, sollte man eine, zwei oder mehrere der produktivsten Sprachen lernen – wie Java oder Python.

Beide Sprachen zählen bei Android-App-Entwicklern zu den Favoriten, weil sie weit verbreitet und effizient sind und eine starke Community-Unterstützung genießen. Jede von ihnen besitzt ihre spezifischen Vorteile, die sie zur bevorzugten Wahl für bestimmte Projekte machen – aber auch einige Nachteile, die sie zu einer schlechten Wahl machen.

Letztendlich muss jeder Entwickler die Projektanforderungen gründlich verstehen, um eine auswählen zu können. Im Folgenden haben wir einige Auswahlkriterien für Sie zusammengestellt.

Wie ähnlich sind sich Java und Python?

Aufgrund ihrer Ähnlichkeiten ist es kaum verwunderlich, dass Java und Python die beiden beliebtesten Sprachen unter den Android-App-Entwicklern sind. Dementsprechend schwierig kann es sein, sich für einen Favoriten zu entscheiden. Sowohl Java als auch Python sind objektorientierte Sprachen, verwenden unveränderliche Zeichenketten und umfangreiche Standardbibliotheken; nichtsdestotrotz unterscheiden sie sich in vielerlei Hinsicht.

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Python als dynamisch typisiert eingestuft wird, während Java auf statische Typisierung setzt. Grundsätzlich trägt Java ein Corporate Label, während Python unter der vom OSI genehmigten Open-Source-Lizenz arbeitet und stärker verbreitet ist. Als Entwickler sollten Sie zuweilen die eine Sprache der anderen vorziehen, wenn Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie eine Android-App erstellen, die den Kundenanforderungen gerecht wird.

Dynamische vs. statische Typisierung

Kommen wir zurück zur Einordnung des grundlegenden Unterschieds zwischen dynamischer und statischer Typisierung. Als dynamisch typisierte Sprache führt Python zur Laufzeit eine Typüberprüfung durch und kann auch dann kompilieren, wenn das Skript Fehler aufweist und nicht ordnungsgemäß ausgeführt werden kann.

Im Gegensatz dazu führt Java zur Kompilierungszeit eine Typprüfung durch. Bevor nicht sämtliche Fehler im Java-Code behoben sind, lässt sich dieser auch nicht kompilieren. Das statisch typisierte Java verlangt, dass für allen Variablen Datentypen gesetzt werden, bevor man sie verwendet und ihnen Werte zuweisen kann. In diesem Aspekt ist Python flexibler, weil man die Variablen später setzen darf.

Performance

Für die Entwicklung anspruchsvoller Anwendungen, die schnell und effektiv laufen sollen, ist Java besser geeignet. Denn Java bietet von Haus aus umfangreiche Optimierungsfunktionen und die Ausführung in einer virtuellen Maschine – hier ist Python deutlich im Nachteil. Beide Communities erstellen jedoch umfangreiche Bibliotheken und APIs, um den Entwicklungsprozess zu beschleunigen. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass sich das Gleichgewicht bald zugunsten von Python verschiebt.

Änderungen an bestehenden Architekturen

Für die Modifikation bestehender Legacy-Systeme ist Python die effektivste Option. Mit Python sind schrittweise Änderungen an einem System möglich, dementsprechend erhält es oft den Vorzug, wenn Android-App-Entwickler eine Architektur schnell modifizieren müssen.

Java erfordert einen anderen Ansatz, bei dem man nicht umhinkommt, ein bestehendes System komplett neu zu schreiben. Java ist berüchtigt für seinen umfangreichen Programmierstil, der mitunter sperrige Systeme hervorbringt. Gerade in Unternehmen, die bestehende IT-Architekturen per Code konsolidieren müssen, dürfte Java-Programmierung ein eher schleppender Ansatz sein.

Vielseitigkeit und Fluss

Java ist nach wie vor die beliebteste Programmiersprache; in der Vergangenheit gehörte sie zu den ersten Sprachen, die Nachwuchsentwickler im Zuge ihrer Ausbildung erlernt haben. Python hat in letzter Zeit allerdings die Spitzenposition erobert und wird an Universitäten den neuen Studierenden bevorzugt im Rahmen der Programmierkurse vermittelt.

Für diese Änderung gibt es zwei hauptsächliche Gründe: Pythons ist vielseitig, wenn es um die Erstellung von Web-, Desktop- und mobilen Anwendungen geht. Zudem eignet sich Python hervorragend für die Entwicklung von Spielen sowie für KI- und Big-Data-Anwendungen.

Welche der beiden Sprachen die Zukunft der Programmierung darstellt, lässt sich nur schwer sagen. Beide Sprachen bieten Cross-Platform Support und werden kontinuierlich verbessert. Da keine der beiden Sprachen perfekt ist, hängt die Entscheidung, nur eine auszuwählen und welche die bessere Wahl ist, hauptsächlich von den laufenden Projekten sowie von den persönlichen Präferenzen des Programmierers ab.

Wer sauberen Code mit einer komplexen Syntax schreiben möchte, für den ist Java die passendere Programmiersprache. Wer eine vielseitige und skalierbare Alternative benötigt, sollte und dürfte sich am ehesten für Python entscheiden.

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