Mendix Tech Predictions 2021 8 Schlüsseltrends im Low-Code-Bereich

Redakteur: Stephan Augsten

Wie geht es mit der digitalen Transformation im Jahr 2021 weiter und welche Rolle spielen dabei Low-Code-Technologien? Als Plattform-Anbieter hat die Siemens-Tochter Mendix acht Trends mit Blick auf die modellbasierte Softwareentwicklung identifiziert.

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Nach Auffassung von Mendix könnte Low Code der Digitalisierung auch 2021 weiter auf die Sprünge helfen.
Nach Auffassung von Mendix könnte Low Code der Digitalisierung auch 2021 weiter auf die Sprünge helfen.
(© oatawa - stock.adobe.com)

Wird 2021 das „Year of Low-Code“? Zumindest die Analysten von Forrester schätzen, dass drei Viertel aller geschäftlichen Anwendungen in diesem Jahr mit entsprechenden Plattformen und Lösungen entwickelt werden. Bereits im von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020 habe Low Code seinen Mehrwert unter Beweis stellen können, meint Nick Ford von Mendix.

Innerhalb von Tagen und manchmal sogar über Nacht hätten Unternehmen neue Anwendungen bereitstellen können, so der Vice President of Product and Solutions Marketing: „Diese realen Erfolgsgeschichten setzen nun einen neuen Maßstab dafür, wie die zukünftige Technologielandschaft aussehen wird.“ Ford und andere Führungskräfte von Mendix glauben, dass folgende Schlüsseltrends das neue Jahr prägen könnten:

1. Low-Code-Plattformen gehen über Anwendungsentwicklung hinaus

Best-of-Breed-Angebote im Low-Code-Markt werden laut Mendix solche sein, die „All-in-One“-Funktionen bieten und die Kernprinzipien von Low-Code – Abstraktion, Automatisierung und naht- lose Konnektivität – auf angrenzende Technologien und Services ausweiten. Johan den Haan, CTO von Mendix, meint dazu: „Der Technologie-Stack wird sich horizontal erweitern, um eine integrierte Entwicklererfahrung mit einfacher Drag-and-Drop-Funktion für Datenintegration, Data Science Insights, den Aufbau von KI-Lösungen und Erstellung von Multi-Experiences zu ermöglichen.“

2. Die Rechenleistung verlagert sich weiter zum Edge

Edge Computing als Alternative zum zentralisierten Rechenzentrum wird im Jahr 2021 weiter ansteigen. Dies gelte insbesondere bei proprietären Daten oder in Situationen (zum Beispiel im Transport- oder Verteidigungswesen), in denen Entscheidungen in Echtzeit getroffen werden müssen. Außerdem planten 34 Prozent der Hersteller weltweit in diesem Jahr, IoT-Technologie in ihre Prozesse und in ihre Produkte zu integrieren.

„Die Low-Code-Softwareentwicklung nutzt dieses Ökosystem, um Komplexität zu reduzieren“, sagt den Haan. „In dieser Umgebung können Apps, die verwertbaren Daten extrahieren und Business Intelligence kann insbesondere Industrieunternehmen stärken. Aber auch jedes andere Unternehmen mit vernetzten physischen Anlagen kann in die Lage versetzt werden, alle Arten von Abläufen zu optimieren und so neue Möglichkeiten für Innovationen zu erschließen.“

3. Multi-Experience geht über Web und Mobile hinaus

Ob auf dem Smartphone, der Web-App, persönlich oder über Chatbots: „Im Jahr 2021 entwickelt sich Multi-Experience zu einem Gesamterlebnis, das Informationen, Integration und Effizienz nutzt, um Kundenbindung und Loyalität zu erzeugen“, sagt Gordon Van Huizen, Vice President of Platform Strategy bei Mendix.

Das erfordere von Unternehmen, Silos aufzubrechen, funktionsübergreifend zu automatisieren und abteilungsübergreifend auf jedem Gerät zu kommunizieren, um sowohl das Kunden- als auch das Mitarbeitererlebnis zu optimieren. „Unternehmen werden gezwungen sein, ganzheitlich über Automatisierung als Grundlage der Arbeitsabläufe nachzudenken, und darüber, wie dies mit einer exzellenten Nutzererfahrung zusammenhängt“, so Van Huizen.

4. Augmented Reality treibt den Geschäftserfolg in der neuen Normalität voran

Im Jahr 2021 wird Augmented Reality (AR) sowohl die Live-Unterhaltung als auch Retail-Erlebnisse weiter verändern. „Angesichts des letztjährigen Anstiegs von Entlassungen, leeren Kinos, Einkaufszentren und Schaufenstern können wir erwarten, dass vorausschauende Immobilienverwalter, Einzelhandelskonsortien und Live-Veranstalter ungenutzte physische Standorte umwandeln“, meint Nick Ford. „Low-Code-Softwareentwicklung wird es diesen Organisationen ermöglichen, erfolgreich auf Augmented Reality umzusteigen, um ihre physischen Vermögenswerte zu digitalisieren und diese Erlebnisse sicher zu den Menschen zu bringen, wo auch immer sie sind.“

5. KI ohne Stützräder

In 2021 wird ein Durchbruch bei angewandten KI-Anwendungsfällen erwartet, sobald das OpenAI-Konsortium aus San Francisco seine neue API GTP-3 (Generative Pre-trained Transformer 3) allgemein verfügbar macht. Das leistungsstarke Allzweck-Sprachmodell macht es überflüssig, KI-Algorithmen auf riesigen Datensätzen und teurer Computerhardware zu trainieren. Damit ahmt das Non-Profit-Konsortium ein Kernprinzip von Low-Code-Plattformen nach: Abstraktion und Automatisierung beschleunigen das Training von künstlichen neuronalen Netzen.

„Wir können erwarten, dass F&E-Teams und Software-Ingenieure in diesem Jahr neue Anwendungen für KI erforschen werden, die mit viel kleineren Datenmengen angepasst werden können“, erklärt den Haan. „Wir werden ein exponentielles Wachstum bei eingebetteten KI-Tools zur Produktivitätssteigerung, für Analysen und Empfehlungen sehen. Die Öffentlichkeit ist sich vielleicht gar nicht bewusst, dass KI-gestützte Entscheidungsfindung in physischen Umgebungen stattfindet, sei es bei der Beantragung eines Kredits, beim Erhalt eines Strafzettels oder bei der Umleitung von Straßen in der Stadt, um Platz für Einsatzfahrzeuge zu schaffen“, sagt den Haan.

6. Die Composable Enterprise ermöglicht es Branchen, Innovationen zu skalieren

Letztes Jahr prognostizierte Gartner das Wachstum von vorgefertigten, digitalisierten Geschäftsfunktionen. In diesem Jahr werden neue Marktplätze für digitale Komponenten, die branchenspezifische Daten und Erkenntnisse nutzen, noch mehr die Akzeptanz bei Unternehmen fördern, digitale Funktionen wiederzuverwenden, neu zusammenzustellen oder neu zu kombinieren. Van Huizen dazu: „Das Potenzial der Composable Enterprise liegt in der Fähigkeit des Unternehmens, automatisierte, geprüfte Funktionalitäten wiederzuverwenden, um die Kosten drastisch zu senken und die Zeit bis zur Wertschöpfung zu skalieren.“

7. Integration und Entwicklung sind zunehmend synonym

Van Huizen erwartet auch die Verschmelzung der Softwarekategorien aPaaS (Anwendungsplattformen als Service) und iPaaS (Integrationsplattform als Service). „Die Bereitstellung von Unternehmensdaten für nicht-technische Geschäftsexperten ermöglicht es, diesen ‚Citizen Developern‘ schnell intelligente Verbesserungen in den Bereichen zusammenzustellen, in denen sie sich am besten auskennen. Die Kombination dieser Tools in einer kollaborativen Entwicklerumgebung ermöglicht es Unternehmen, diese wertvolle Qualität zu skalieren – Innovation der nächsten Generation.“

8. Low-Code erfüllt das Versprechen der Workflow-Automatisierung

Business Experten werden eine aktive Rolle bei der Entwicklung von Prozesslösungen übernehmen, indem sie Workflow-Editoren und Drag-and-Drop-Integration nutzen, um Automatisierung und betriebliche Effizienz voranzutreiben. „Die Notwendigkeit, eine Reihe von Aufgaben in einer bestimmten Reihenfolge durch Mitarbeiter im gesamten Unternehmen zu automatisieren, wurde schon immer von den Bedürfnissen der einzelnen Abteilungen bestimmt“, sagt Nick Ford. „Diese Funktionalität sollte nicht außerhalb des Portfolios von Unternehmenssoftware liegen. In diesem Jahr werden wir zunehmend sehen, dass Workflow-Enablement in die Struktur jeder maßgeschneiderten Anwendung eingebettet ist, die von Low- Code-Entwicklern erstellt wird.“

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