API-Konnektoren im Überblick 8 iPaaS-Plattformen

Von Mirco Lang

Sie sind ein Spezialfall der No-Code-Plattformen: iPaaS-Dienste verbinden bisweilen Hunderte Dienste miteinander, basierend auf Ereignissen und API-Aufrufen. In diesem Artikel stellen wir die wichtigsten Lösungen vor.

Schlanker Editor für den Low-Code-Dienst.
Schlanker Editor für den Low-Code-Dienst.
(Bild: Lang / Synesty)

Zum Trendthema No-Code haben wir bereits einige Plattformen vorgestellt. Auch die hier aufgeführten Services werden meist unter diesem Stichwort subsummiert, die Rede ist von Integration Platform as a Service, kurz iPaaS.

Gemeint sind damit in der Regel schlicht und ergreifend API-Konnektoren, also -Verbinder: Der Anwender bekommt eine mehr oder weniger große Sammlung von Webdiensten und kann über die APIs Ereignisse abrufen, gegebenenfalls Daten daraus manipulieren und dann wieder API-Aufrufe triggern, um zum Beispiel die verarbeiteten Daten zu veröffentlichen.

Es handelt sich also wieder einmal um eine simple Umsetzung des alten EDV-Grundprinzips EVA (Eingabe → Verarbeitung → Ausgabe). Um diese Theorie einmal kurz mit etwas Leben zu füllen, hier ein Beispiel: Wenn eine Twitter-Nachricht mit dem Stichwort „Dev-Insider“ gepostet wird, dann soll diese mit dem entsprechenden Link versehen und im internen Marketing-Slack-Channel verteilt werden.

Es gibt einen Dienst, der das ganze Konzept der iPaaS-Plattformen bereits im Namen erklärt: If This Then That (IFTTT) ist als Branchen-Dino ein wunderbares Beispiel dafür, wie einfach und mächtig No-Code sein kann. Wie genau IFTTT funktioniert, zeigt ein separater Artikel.

Das Konzept selbst ist ziemlich trivial – auch wenn iPaaS-Anbieter meist viele Buzzwords einstreuen, erweiterte Funktionen bezüglich der Verarbeitung abseits von API-Aufrufen anbieten und nicht müde werden, möglichst umständlich Effizienzsteigerungen zu versprechen: APIs von Diensten können über simple Formulare oder gar Drag and Drop genutzt werden, um Informationen zu lesen und – nach Bedingungen und/oder verändert – auszugeben.

Die folgenden Anbieter unterscheiden sich auch entsprechend nach verfügbaren Diensten, Preisen und gegebenenfalls erweiterten Verarbeitungsmöglichkeiten. Der Übergang von Low-Code zu No-Code ist generell fließend.

Elastic.io

Erfreulicherweise gibt es Anbieter aus Deutschland: Elastic.io [https://www.elastic.io/] sitzt in Düsseldorf und bietet über 100 fertige Integrationen zur Auswahl, darunter zum Beispiel Salesforce, Twitter, Paypal, Ebay und relativ viele Services rund um das Thema Shopping. Erwähnenswert sind auch Konnektoren für Open API, Node JS und CSV, über die sich nahezu beliebige Anwendungen anbinden lassen. Preislich beginnt der Dienst bei 199 Euro monatlich, inklusive SDK und Support werden mindestens 999 Euro fällig. Geführte Demos können angefragt werden.

Boomi

Boomi ist ein US-amerikanischer Anbieter, der in seinem Katalog über 120 Integrationen aufführt, darunter viele Big Player wie Amazon, SAP, Slack, Salesforce, Shopify sowie diverse Microsoft- und Google-Dienste. Eher Consumer-orientierte Dienste wie Twitter sind hier nicht zu finden. Bezüglich der Preise lässt sich leider nur die vage Information finden, dass es bei 50 Euro monatlich losgeht und nutzungsabhängig abgerechnet wird.

Synesty Studio

Schlanker Editor für den Low-Code-Dienst.
Schlanker Editor für den Low-Code-Dienst.
(Bild: Lang / Synesty)

Der nächste deutsche Anbieter: Synesty aus Jena listet mit knapp 50 Integrationen zwar etwas weniger als die Konkurrenz, allerdings sind einige große Namen dabei, etwa Dropbox, Twitter und Amazon, sowie einige Dienste, die häufig fehlen (Wordpress) oder speziell für den deutschen Markt relevant sind, zum Beispiel Idealo, Kaufland oder der deutsche KI-Übersetzungsdienst DeepL.

Eine Sache macht Synesty direkt besser als die meisten anderen Anbieter: Der Trial-Zugang funktioniert, und zwar sofort, per Google-Account. Viele Dienstleister setzen an der Stelle eher auf das Sales-getriebene „Rufen Sie uns an.“ Der Editor von Synesty kann es nicht mit der Einfachheit von IFTTT aufnehmen, aber die Oberfläche ist schlüssig, simpel gehalten und zudem recht gut dokumentiert. Preislich beginnt es hier bei 29 Euro pro Monat, was einen Workflow erlaubt, der 50 mal aufgerufen werden kann. Im größten Paket gibt es dann 50 Workflows und 5.000 Aufrufe für 749 Euro monatlich.

Workato

Der Besuch der Workato-Website ist ein zwiespältiges Vergnügen: Einerseits wird der Dienst ohne großes Brimborium beschrieben – es gibt Trigger und Aktionen, fertig. Andererseits fehlen jegliche Preisinformationen. Diese gibt es wie Demozugang/Präsentation lediglich auf Anfrage. Der Katalog der Integrationen des Unternehmens aus Mountain View ist aber beeindruckend: Workato selbst spricht von 1.000 Apps, aufgelistet werden gut 600 Anbieter.

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Mulesoft Anypoint Platform

Drag-and-Drop-Programmierung bei Mulesoft.
Drag-and-Drop-Programmierung bei Mulesoft.
(Bild: Lang / Mulesoft)

Mulesoft gehört zu Salesforce und bietet über Anypoint Platform eine nicht näher spezifizierte, aber enorm große Auswahl an Integrationen über den hauseigenen App-Store. Preisinformationen gibt es auch hier nicht, immerhin erläutert Salesforce – der Name spricht hier Bände – auch warum: Man möchte einfach persönlichen Zugriff auf den potenziellen Kunden haben. Positiv: Direkter Demo-Zugang zur Plattform via Mail und Nutzerkonto, ohne Komplikationen. Der Editor macht einen guten ersten Eindruck, typisch Low-Code mit Drag&Drop-Basis plus manueller Erweiterungsmöglichkeiten.

Cyclr

Cyclr operiert aus England und bietet über 400 verschiedene Integrationen, darunter natürlich die üblichen Verdächtigen wie Salesforce, Twitter, Amazon und so weiter – und auch das nicht wirklich häufig zu findende Wordpress. Auch die gelungene No-Code-Plattform Airtable ist mit eingebunden.

Cyclr richtet sich ebenfalls eher an größere Kunden, zumindest preislich läuft es in diese Richtung: Konten beginnen bei 749 Euro monatlich für drei Integrationen, hinzu kommen Kosten für den Marktplatz (249 Euro/Monat), eine Staging-Umgebung (79 Euro/Monat), zusätzliche API-Aufrufe (55 Euro pro 100.000) sowie das Onboarding (800 Euro einmalig). Testzugang gibt es nur über direkten Kontakt zur Sales-Abteilung.

Jitterbit

Mit Jitterbit geht wieder ein amerikanischer Dienstleister ins Rennen: Mit laut Jitterbit über 1.000 Integrationen, oder Endpoints, wie es hier heißt, bietet die Plattform reichlich Konnektivität. Vertreten sind natürlich die großen B2B-Anbieter, wie Microsoft, Amazon, Oracle, Salesforce etc., populäre Dienste wie Twitter und Github und erfreulicherweise auch der Zahlungsdienstleister Paypal – was nicht so selbstverständlich ist, wie man vielleicht meinen würde.

Bezüglich der Preise und Demo-Zugänge gibt es leider nur das übliche Prozedere: Vertrieb kontaktieren – obwohl der detaillierte tabellarische Vergleich der drei angebotenen Verträge nahelegt, dass es konkrete Produkte gibt. Durchaus interessant ist der Jitterbit-Marktplatz, der einen Einblick in mögliche Umsetzungen bietet.

Zapier

Workflows lassen sich mit Zapier intuitiv zusammenklicken.
Workflows lassen sich mit Zapier intuitiv zusammenklicken.
(Bild: Lang / Zapier)

Zapier ist sicherlich einer der bekanntesten Namen im iPaaS-Bereich und mit über 3.000 Integrationen/Apps auch einer der umfangreichsten Anbieter. Erfreulich: Der US-amerikanische Dienstleister liefert klare Preisinformationen und sofortigen Demo-Zugang via Google-Konto – und einen kostenlosen Plan, im iPaaS-Segment durchaus eine Seltenheit.

Kostenlos gibt es immerhin bis zu 5 Workflows („Zaps“) mit jeweils einer Verbindung, was ganz grob auch dem kostenlosen Angebot von IFTTT gleicht. Ab 18,83 Euro monatlich gibt es dann mehr Workflows, mehr Verbindungen pro Workflow und weitere Funktionen. Schon im kleinsten kostenpflichtigen Plan gibt es zudem Verbindungen via Webhooks. Das erlaubt im Grunde völlig beliebige Verknüpfungen zwischen Diensten (mehr zum Thema Webhooks). Der Editor ist dabei extrem simpel gehalten und ermöglicht völlig intuitiv Dinge wie „Sende eine Slack-Direktnachricht, wenn eine neue Mail XYZ im Gmail-Konto auftaucht“.

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