Gewachsene Software-Konstrukte nicht zwingend einreißen

8 Gründe für die Modernisierung von Legacy-Software

| Redakteur: Stephan Augsten

Modernisiert man eine Legacy-Software, erspart man sich mitunter die komplexe Migration vorhandener Daten.
Modernisiert man eine Legacy-Software, erspart man sich mitunter die komplexe Migration vorhandener Daten. (Bild: Free-Photos - Pixabay.com)

Legacy-Software muss nicht zwangsläufig neu entwickelt oder ersetzt werden, meint Avision. Oft könnte eine gezielte Modernisierung die Altanwendungen vor der Ausmusterung bewahren. Der Hersteller nennt acht Gründe für entsprechende Maßnahmen.

Bei historisch gewachsenen Systemen kann es manchmal einfacher sein, Legacy-Software an aktuelle Erfordernisse anzupassen, sie sicherer zu gestalten oder ihren Betrieb kostengünstiger zu machen. Ob das der Fall ist, lässt sich aber erst nach der Bedarfsanalyse beurteilen, warnt Avision-CEO Nadine Riederer.

Stelle sich hier heraus, dass eine Software so grundlegend umgebaut werden muss, dass am Ende eine ganz andere Anwendung entsteht, sei die Neuimplementierung alternativlos. „Ein renoviertes Haus bleibt immer noch ein altes Haus. Ist ein neues Haus gewünscht, muss das alte abgerissen und eine neues gebaut werden. Das ist auch bei Software nicht anders.“

Nichtsdestotrotz gingen mit einer kompletten Neuimplementierungen finanzielle und betriebliche Risiken einher, denen man im Zuge einer Modernisierung entgehen könne. Avision hat acht Gründe zusammengefasst, die für eine Restaurierung bestehender Software sprechen können.

  • 1. Bei der Entwicklung einer neuen Software besteht immer die Gefahr, dass Fehler passieren. Sie können dazu führen, dass die geplanten Kosten und Zeiten deutlich überschritten werden und die Software schwere qualitative Mängel aufweist.
  • 2. Die Entwicklung oder Auswahl einer neuen Software bedeutet viel Aufwand für die Analyse der Anforderungen und das Aufsetzen des Anforderungskatalogs. Die für eine Modernisierung notwendigen Analysen erfordern deutlich weniger Aufwand und Arbeitszeit.
  • 3. Bei einer Modernisierung ist das Risiko, dass wichtige Funktionalitäten übersehen werden, sehr gering. Bei Neuentwicklungen oder Neuanschaffungen können Funktionslücken entstehen.
  • 4. Eine vorhandene Software bietet einen guten Ansatzpunkt, um gezielte Änderungen vorzunehmen. Es wird nur das geändert, was gewünscht ist.
  • 5. Bei der Implementierung einer neuen Software werden erfahrungsgemäß häufig geplante, idealisierte Prozesse abgebildet. Die tatsächlichen betrieblichen Abläufe kann sie dann nicht ideal unterstützen.
  • 6. Eine Neuentwicklung oder Neuanschaffung erfordert in der Regel eine komplexe Migration der vorhandenen Daten. Bei einer Modernisierung ist die Datenmigration dagegen meist deutlich einfacher.
  • 7. Bei einer Altsoftware verfügen die Mitarbeiter bereits über das nötige Nutzungs-Know-how. Bei einer komplett neuen Software müssen Unternehmen die Mitarbeiter zeitaufwändig und kostspielig schulen.
  • 8. Die Akzeptanz der Mitarbeiter ist bei einer Legacy-Software in aller Regel hoch. Neue Applikationen stoßen dagegen häufig erst einmal auf Skepsis oder sogar offenen Widerstand.

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