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Wie Feedback Loops die Unternehmenskultur fördern 7 positive Lerneffekte durch Continuous Delivery

| Autor: Stephan Augsten

Neben der Agilität, die Continuous Integration und Continuous Delivery mit sich bringen, haben die beiden Methoden einen weiteren Vorteil: Entwickler sehen sofort die Ergebnisse ihrer Arbeit. Das Team von Semaphore CI hat gleich sieben positive Effekte auf die Lernkultur identifiziert.

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Das Wir-Gefühl wird bei Continuous Delivery dadurch gesteigert, dass jeder für die Qualität mitverantwortlich ist.
Das Wir-Gefühl wird bei Continuous Delivery dadurch gesteigert, dass jeder für die Qualität mitverantwortlich ist.
(Bild: rawpixel.com - Unsplash.com)

Im Zentrum von Continuous Integration and Delivery (CI/CD) steht eine Feedback-Schleife, unterstreicht Marko Anastasov im Engineering Blog von Semaphore CI. Dank automatisierter Tests werden Fehler schnell identifiziert – und diese rasanten Rückmeldungen können dabei helfen, eine Organisationskultur des Lernens und der Eigenverantwortung aufzubauen.

Ob der Feedback-Loop nun positiv ausfällt und die Arbeit vorantreibt oder Fehler offenbar werden, die den Entwickler zurückwerfen, ist dabei zunächst einmal unerheblich. Anastov hat deshalb exemplarisch sieben Anwendungsfälle zusammengetragen, die das Lernen beflügeln.

1. Kontinuierliche Integration zwingt Entwickler gewissermaßen dazu, Probleme schnell zu beheben. Sie lernen Probleme „Just in Time“ kennen – nicht Tage oder Wochen später, wenn die Qualitätssicherung das Problem endlich erkennt und der Code nicht mehr frisch im Kopf des Entwicklers ist.

2. Fehlerbehebungen sind klein und ihr Nutzen lässt sich einfach dokumentieren. Eine gute Dokumentation wiederum hilft, organisatorisches Wissen aufzubauen. Wenn Entwickler wissen, was in der Vergangenheit schiefgelaufen ist, lassen sich ähnliche Probleme schneller erkennen oder ganz vermeiden.

3. Muss ein Unternehmen seltener kritische Fehler bereinigen, so kann es mehr Energie ins Herumexperimentieren und kennzahlenorientiertes Lernen stecken, sowohl bei der Entwicklung von Produktmerkmalen als auch hinsichtlich interner Prozesse.

4. Feature-Flags oder -Toggles ermöglichen es, komplexe neue Funktionen iterativ in der Produktion zu erstellen und sie durch frühzeitige Kundenansprache zu validieren. Dieser Prozess, manchmal auch als kontinuierliche Produktfindung (Continuous Product Discovery) bezeichnet, hilft dabei, Investitionen in die Entwicklung nicht benötigter Programmteile zu vermeiden. Der Fokus liegt auf Funktionen, die für den Kunden von Nutzen sind, und ihrer Weiterentwicklung mit Blick auf die Kundenbedürfnisse und Geschäftsziele.

5. Kontinuierliches Experimentieren führt zu kontinuierlichem Lernen. Entwickler teilen das Gelernte in firmeninternen Praxisberichten und Demos, um so die Fähigkeiten des gesamten Teams zu erhöhen und den Austausch anzuregen. So pushen sich die Mitarbeiter routinemäßig gegenseitig.

6. Bei Continuous Delivery ist jeder einzelne für die Qualität des gesamten Projekts verantwortlich. Jeder Developer nutzt testgetriebene Entwicklung, befasst sich mit dem Logging und erstellt Überwachungsmetriken für sämtliche Komponenten. Ein Code-Review gehört bei jeder Pull-Anfrage zum Standard. Sobald diese Zusammenarbeit selbstverständlich wird, führt das auch zu einem organischen Wissenstransfer zwischen den Mitarbeitern. Alle Mitarbeiter sind in die Produktion involviert, keine entfernte Obrigkeit kann das Wissen und die Prozesse blockieren.

7. Durch kleine Code-Änderungen und die verteilten „Eigentumsverhältnisse“ ist das Team sehr kooperativ und die Mitglieder lernen, einander zu vertrauen. Wenn also etwas schiefgeht und es zu einem Ausfall kommt, tendiert das Team dazu, dies als Lerngelegenheit und Chance für Verbesserungen betrachten, statt sich gegenseitig die Schuld zu geben.

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Über den Autor

 Stephan Augsten

Stephan Augsten

Chefredakteur, Dev-Insider