Linux Foundation hostet Lösungen für mehr Gerechtigkeit 7 Open-Source-Projekte gegen Rassismus

Redakteur: Stephan Augsten

Wie kann Software dazu beitragen, rassistisch motivierte Ungerechtigkeit aufzudecken und zu verhindern? Antworten soll der „Call for Code for Racial Justice“ liefern. Die Linux Foundation wird nun das Zuhause von sieben Open-Source-Projekten, die sich dieser Idee verschrieben haben.

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Als Unterstützerin der „Call for Code for Racial Justice“ hostet die Linux Foundation sieben Projekte gegen rassitisch motivierte Ungerechtigkeit.
Als Unterstützerin der „Call for Code for Racial Justice“ hostet die Linux Foundation sieben Projekte gegen rassitisch motivierte Ungerechtigkeit.
(Bild: UnratedStudio)

Der „Call for Code for Racial Justice“ wurde von IBM im Oktober 2020 geschaffen, Schöpfer und Ideengeber ist David Clark Cause. Neben der UN-Menschenrechtsrat als karitativem Partner beteiligt sich aktiv auch die Linux Foundation. Die Initiative baut auf dem „Call for Code“ auf, der 2018 von IBM ins Leben gerufen wurde und mittlerweile über 400.000 Entwickler und Problemlöser in 179 Ländern zählt.

Ziel ist es, die Gerechtigkeit in drei verschiedenen Fokusbereichen zu fördern: Polizei- und Justizreform sowie Rechenschaftspflicht; Repräsentation der Vielfalt; und Reform von Politik und Gesetzgebung. Hierzu sollen die Developer- und Open-Source-Communities weltweit beitragen. Sieben Open-Source-Projekte stehen nun unter dem Dach der Linux Foundation, zwei hat die Organisation genauer vorgestellt:

Fair Change soll als Plattform dabei helfen, Beweise für potenziell rassistisch motivierte Vorfälle aufzuzeichnen, zu katalogisieren und abzurufen. So lassen sich Videoaufnahmen bei routinemäßigen Verkehrs- und Personenkontrollen oder ähnlichen Szenarien anfertigen und von den beteiligten Parteien und Behörden wieder abrufen. Die Daten können in einer in der Cloud gehosteten Datenbank und einem Objektspeicher gespeichert werden.

Fair Change besteht aus einer mobilen Anwendung für iOS und Android, die mit React Native erstellt wurde, und einer NodeJS-basierten API zur Erfassung von Daten aus verschiedenen Quellen. Es umfasst auch eine Website mit einer geografischen Kartenansicht der Vorfälle, die mit Google Maps und React erstellt wurde.

Derweil zielt das Projekt TakeTwo darauf ab, die offensichtliche oder unterschwellige Verzerrung digitaler Inhalte zu verringern. Die Lösung konzentriert sich dabei auf Textelemente in Artikeln, Schlagzeilen, Webseiten, Blogs und sogar Code. Die Lösung nutzt Verzeichnisse zur Kategorisierung von diskriminierungsfreien Begriffen, um ein KI-Modell zu trainieren und dessen Genauigkeit mit der Zeit zu verbessern.

TakeTwo wurde unter anderem mit Python, FastAPI und Docker entwickelt, die API kann lokal betrieben werden. IBM hat TakeTwo bereits innerhalb der bestehenden IBM Developer Tools implementiert und testet die Lösung mit Inhalten auf der Developer-Website. Die übrigen fünf Open-Source-Projekte unter dem „Call for Code for Racial Justice“ sind:

  • Five-Fifths Voter: Diese Web-App befähigt Minderheiten, ihr Wahlrecht auszuüben und stellt sicher, dass ihre Stimme gehört wird, indem sie optimale Wahlstrategien ermittelt und Unterdrückungsprobleme einschränkt.
  • Legit-Info: Lokale Gesetzgebung kann sich auf so weitreichende Bereiche wie Arbeitsplätze, Umwelt und Sicherheit auswirken. Legit-Info hilft dem Einzelnen, die Gesetzgebung zu verstehen, die sein Leben bestimmt.
  • Incident Accuracy Reporting System: Diese Plattform ermöglicht es Zeugen und Opfern, Beweise zu bestätigen oder zusätzliche Informationen aus mehreren Quellen gegen einen offiziellen Polizeibericht einzureichen.
  • Open Sentencing: Um Pflichtverteidigern zu helfen, ihre Klienten besser zu betreuen und einen stärkeren Fall zu machen, zeigt Open Sentencing rassistische Verzerrungen in Daten wie z.B. demografische Daten.
  • Truth Loop: Diese App hilft Gemeinden, auf einfache Weise die Richtlinien, Vorschriften und Gesetze zu verstehen, die sich am meisten auf sie auswirken werden.

Alle Projekte wurden mit Open-Source-Technologien wie Red Hat OpenShift, IBM Cloud, IBM Watson, Blockchain Ledger, Node.js, Vu.js, Docker, Kubernetes und Tekton entwickelt.

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