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Für eine wirklich freie Cloud-Computing-Architektur 7 Merkmale einer guten OpenStack-Distribution

| Autor / Redakteur: Tytus Kurek * / Stephan Augsten

OpenStack ist auch zum Zehnjährigen die führende Open-Source-Infrastruktur für die Private Cloud. Bei einer Vielzahl an OpenStack-Distributionen ist die Wahl der richtigen von entscheidender Bedeutung, wenn das OpenStack-Projekt ein Erfolg werden soll.

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Mit Stolz darf OpenStack auf seine zehnjährige Geschichte zurückblicken, in dieser Zeit sind viele entsprechende Distributionen entstanden.
Mit Stolz darf OpenStack auf seine zehnjährige Geschichte zurückblicken, in dieser Zeit sind viele entsprechende Distributionen entstanden.
(Bild: OpenStack.org)

Wie findet man die richtige OpenStack-Distribution? Die Frage ist wichtig, weil sich Unternehmen trotz der Beliebtheit von OpenStack oftmals mit schwerwiegenden Herausforderungen auseinandersetzen müssen, wenn sie die Infrastruktur anpassen und bereitstellen wollen.

Die Implementierung von OpenStack kann zeitaufwändig und komplex werden, wenn die gewählte Distribution den Herausforderungen nicht gewachsen ist. Wer OpenStack einsetzen will, sollte sich sicher sein, dass die gewählte Distribution die folgenden sieben Kriterien erfüllt.

1. Wirtschaftlichkeit

Cloud-Umgebungen sollen kosteneffizienter sein als proprietäre Hardware. Deshalb ist die Cloud bei Unternehmen so beliebt. Bei der Wahl einer OpenStack-Distribution gilt es daher als erstes, sicherzustellen, dass sie tatsächlich Kosten senken kann.

Deswegen sollte man sich von komplizierten OpenStack-Plattformen fernhalten, die schwer zu implementieren, zu warten und zu aktualisieren sind – und einen letztlich dazu zwingen, sich mit grundlegenden Aufgaben herumzuschlagen. Ebenso wichtig ist es, dass das Preismodell der Distribution eindeutig und kalkulierbar ist, damit Unternehmen ihre Ausgaben genau planen können.

2. Hundertprozentig Open Source

Während OpenStack selbst Open Source ist, sind die Installationsprogramme, die Hersteller mit ihren Distributionen bereitstellen, oft nicht quelloffen. Dies kann zu zusätzlichen Lizenzkosten führen. Organisationen können gezwungen sein, für die Distribution zu bezahlen, bevor sie sie überhaupt getestet haben.

Die Lizenz sollte zudem alle Arten von Nutzungsumgebungen – einschließlich Staging und Entwicklung – ebenfalls abdecken. Diese Fallstricke werden mit OpenStack-Distributionen umgangen, die zu 100 Prozent quelloffen sind und Organisationen damit ein höheres Maß an Wirtschaftlichkeit und Flexibilität bieten.

3. Vorhersehbare Release-Kadenz

Während die Release-Kadenz von OpenStack vorhersehbar und gut dokumentiert ist, folgen nicht alle Distributionen dem Upstream schnell genug. Dabei sprechen einige gewichtige Gründe dafür, dass die gewählte OpenStack-Distribution die neueste stabile Upstream-Version so schnell wie möglich unterstützt.

Die Upstream-Version kann neue Funktionen enthalten, die für die Organisation wichtig sind. Es können auch kritische Bugfixes bereitgestellt werden. Die Auswahl einer Downstream-Distribution mit einer vorhersehbaren Release-Kadenz, die mit der Upstream-Distribution synchron bleibt, sichert Transparenz und macht den Upgrade-Prozess planbar.

4. Lange Support-Dauer

Support-Services sind für OpenStack-Produktionsumgebungen unerlässlich, insbesondere wenn Service Level Agreements (SLAs) gelten. Wie lange Hersteller ältere Versionen von OpenStack unterstützen, kann jedoch variieren. Obwohl es immer eine Option zum Upgrade oder zur erneuten Bereitstellung gibt, kann es manchmal für Unternehmen vorteilhaft sein, bei der aktuellen Version zu bleiben. Daher ist die Dauer des Supports durch den Hersteller ein Schlüsselfaktor bei der Auswahl einer Distribution.

5. Ein einfacher Upgrade-Prozess

Für die meisten Organisationen kommt unweigerlich der Zeitpunkt, an dem sie ihr Upstream OpenStack aufrüsten wollen. OpenStack-Upgrades sind jedoch bekanntermaßen komplex, und viele kommerzielle Distributionen unterstützen sie nicht. Und wenn, dann ist dies ein manueller Prozess. Daher ist die Wahl einer OpenStack-Distribution, die vollautomatische Upgrades unterstützt, für den Erfolg des für den Cloud-Betrieb verantwortlichen Teams von entscheidender Bedeutung.

6. Vereinfachter Betrieb

Ist die OpenStack-Cloud implementiert, gilt es, den laufenden Betrieb im Blick zu behalten, da der komplex und anfällig werden kann. Die tägliche Wartung der Cloud umfasst Aufgaben wie das Skalieren des Clusters oder dessen Wiederherstellung nach einem Ausfall. Eine Schwäche der meisten OpenStack-Distributionen ist, dass sie keine Mechanismen anbieten, über die IT-Teams diese Aufgaben vereinfachen können. Folglich sind sie gezwungen, sie manuell auszuführen. Es gibt aber einige wenige Distributionen, die die IT-Teams nicht allein lassen. Unternehmen sollten daher solche Distributionen wählen, die komplexe betriebliche Aufgaben automatisieren und dadurch Zeit und Geld sparen.

7. Flexible Technologie-Auswahl

OpenStack ist eine flexible Cloud-Plattform, die verschiedene Hypervisor, softwaredefinierte Netzwerklösungen (SDN) und Speicher-Plugins unterstützt. Viele Distributionen sind jedoch an einen einzigen Stack gebunden. Das bedeutet, dass ein Unternehmen zukünftig möglicherweise eine neue Plattform einrichten oder in eine heterogene Umgebung umziehen muss. Um nicht in diese Falle zu tappen, sollte man eine Distribution wählen, die sich flexibel an die Arbeit mit neuen Technologien anpassen lässt.

Tytus Kurek
Tytus Kurek
(Bild: Canonical)

Wenn Unternehmen diese sieben Faktoren bei der Auswahl einer OpenStack-Distribution berücksichtigen, können sie das Beste aus ihr herausholen und die Cloud-Infrastruktur optimieren, auf die sie sich mehr und mehr verlassen.

* Tytus Kurek ist Produktmanager bei Canonical, dem Herausgeber von Ubuntu. Als Autor bereichert er regelmäßig unser Ubuntu- und Open-Source-Special von Canonical mit neuen Beiträgen.

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