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Orientierungshilfe zur Datenbank-Lizenzierung 7 Kriterien beim Wechsel des DBMS

Autor: Stephan Augsten

Bei den Lizenz- und Supportkosten für Datenbanken und Datenbank-Management-Systeme, kurz DBMS, können Unternehmen bares Geld sparen. TmaxSoft nennt deshalb sieben Kriterien, die IT-Entscheider beim Wechsel ihrer Systeme beachten sollten.

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Im Zuge ihrer bestehenden DBMS-Lizenzen zahlen Unternehmen oft für mehr Rechenkapazitäten, als sie tatsächlich benötigen.
Im Zuge ihrer bestehenden DBMS-Lizenzen zahlen Unternehmen oft für mehr Rechenkapazitäten, als sie tatsächlich benötigen.
(Bild: skeeze - Pixabay.com / CC0 )

Auf Datenbanken und zugehörige DBMS kann kaum ein Unternehmen verzichten. Doch über die Jahre geraten sie laut TmaxSoft, einem Spezialisten für Cloud-, Infrastruktur- und Legacy-Modernisierung, in eine Preisspirale. Bestehende DBMS-Lizenzen beruhten nämlich oftmals auf der maximalen Anzahl der Server-Kerne und nicht auf der Grundlage der tatsächlich genutzten.

Verschiedene Virtualisierungstechniken hätten allerdings dazu geführt, dass Unternehmen in der Praxis nur einen Teil der verfügbaren Rechenleistung nutzen. Da sie aber die volle Serverkapazität sowie zusätzliche Hardware zahlen, stehen die Lizenzkosten laut TmaxSoft in keinem Verhältnis zu den tatsächlich genutzten Kapazitäten.

Damit nicht genug, machten sich Kunden auch oft von einem Hersteller abhängig. Doch nicht alle Anwenderunternehmen scheuen eine spätere Migration. Laut der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) denkt beispielsweise unter den Oracle-Kunden jeder Dritte über eine Ablösung der Datenbank nach. Für all jene, die aber doch einen Datenbank-Wechsel erwägen, hat TmaxSoft sieben Tipps zu DBMS-Modernisierung und -Lizenzierung zusammengefasst.

1. Achtung vor potenziell versteckten Hardware-Kosten zum Ausführen von Workloads. Einige Lösungen stellen sich als „offen“ dar, erweisen sich bei genauerer Betrachtung aber als restriktiv, was immer ein Nachteil für den Anwender ist.

2. Ermitteln Sie unbedingt vorab die tatsächlichen Kosten für die Ausführung einer benutzerdefinierten Anwendung oder eines Workloads. Hier erweisen sich die reellen Kosten meist sehr viel höher als das, was ein Unternehmen ursprünglich projiziert hat.

3. Prüfen Sie das Verhältnis Ihrer lizensierten und tatsächlich genutzten Ressourcen. Unternehmen sollten nur für die Ressourcen zahlen, die von ihrer Datenbank tatsächlich genutzt werden – nicht pauschal für 100 Prozent ihrer potentiellen Verarbeitungsleistung, wie bei vielen Lizenzmodellen.

4. Stichwort Virtualisierung: Zertifizierungen wie „VMware Ready“ zeigen, dass die Datenbank den Aufbau virtueller Data Centers über entsprechende, offene Cloud Infrastrukturen unterstützt. Prüfen Sie aber insbesondere, welche herstellerunabhängigen Virtualisierungslösungen der DBMS-Anbieter als „Hard Partitioning“ anerkennt, um sicherzustellen, dass nur die jeweils zugewiesenen Prozessoren lizenziert werden müssen und nicht der komplette Server / Server-Verbund.

5. Intelligente Business-Analysen anhand von Big Data werden zunehmend Kernanforderungen für Datenbank-Systeme. Voraussetzung hierfür sind besonders schnelle Zugriffszeiten, die durch In-Memory-Datenbanken (IMDB) realisiert werden, da sie ihre Daten permanent im Arbeitsspeicher halten. Viele Hersteller solcher Lösungen bieten diese jedoch nur als Asset-Paket aus Hardware und Software an und binden ihre Kunden damit an jahrelangen Hardware-Support. Erkundigen Sie sich daher nach rein Software-basierten Alternativen, die herstellerunabhängig auf Standard-Hardware mit ausreichender Performance und Speicherkapazität laufen.

6. Bei einem Wechsel des Datenbank-Systems sollte die Kompatibilität zur bisherigen Lösung geprüft werden – insbesondere bei Software-Clustering, Befehlen, Datentypen und SQL-Erweiterungen. Je kompatibler das alte und das neue System zueinander sind, desto unkomplizierter und schneller gestaltet sich der Systemwechsel.

7. Open Source passt als Rundumlösung nicht zu jedem Unternehmen. Häufig eignen sich die entsprechenden DBMS-Lösungen zwar gut für eine bestimmte Nische – bei anderen Anwendern treten jedoch Probleme auf, die für das ursprüngliche Zielpublikum nicht berücksichtigt werden mussten. Es ist daher auch wichtig, das Support Modell einer Datenbanklösung zu berücksichtigen, da Open Source-Datenbanken häufig viel Zeit und Ressourcen benötigen. Darüber hinaus haben Open Source-Datenbanken keine klare Roadmap. Sie sind von Natur aus lose strukturiert, was auf manchen Ebenen eine Herausforderung darstellt.

Flexible Lizenzmodelle setzen Budgets frei

Der Hauptvorteil bei einem flexiblen Lizenzierungsmodell ist laut TmaxSoft die strikt praxisorientierte Preisstruktur. Für die Lizenzierung werden lediglich zwei relevante Kennzahlen benötigt: die Anzahl tatsächlicher Datenbank-Anwender oder die Anzahl tatsächlich genutzter CPUs pro Version. Auf diese Weise ließen sich TCO-Einsparungen von bis zu 60 Prozent realisieren.

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Über den Autor

 Stephan Augsten

Stephan Augsten

Chefredakteur, Dev-Insider