Geschäftserfolg und Customer Experience verbessern 4 Schritte auf dem Weg zu Observability

Autor / Redakteur: Klaus Kurz * / Stephan Augsten

Observability soll ein vollständiges Bild über die internen Vorgänge in einem System liefern. Klaus Kurz von New Relic erklärt die Herausforderungen und Vorteile für Unternehmen, die durch die Nutzung von Observability entstehen

Der Unterschied zwischen herkömmlichem Monitoring und echter Observability der Infrastruktur liegt in der anpassbaren High-Level-Ansicht.
Der Unterschied zwischen herkömmlichem Monitoring und echter Observability der Infrastruktur liegt in der anpassbaren High-Level-Ansicht.
(© Gorodenkoff Productions OU)

Der Großteil der deutschen Unternehmen erfährt mindestens fünf größere Software- und Systemausfälle pro Monat – wenn nicht sogar mehr. Häufig ziehen Ausfälle dieser Art ernsthafte Konsequenzen nach sich. Trotzdem sind noch lange nicht alle Unternehmen dazu in der Lage, Ausfälle und Unterbrechungen selbst zu registrieren.

Eine von New Relic weltweit durchgeführte Studie zum Thema „More Perfect Software“ legte offen, dass 46 Prozent der Unternehmen erst von Kunden auf Probleme aufmerksam gemacht werden. Mangelnde Observability hat folglich nicht nur Auswirkungen auf die IT-Abteilung. Sie kann einen erheblichen Einfluss auf das gesamte Unternehmen, den Unternehmenserfolg und die Customer Experience haben.

Unternehmen müssen deshalb damit anfangen, ihre Software aufzurüsten und dadurch Zukunftssicherheit schaffen. Mit einer Full-Stack-Observability können sie ihren Kunden ein zufriedenstellendes digitales Erlebnis gewährleisten. Um jedoch diesen Grad an Observability zu erreichen, müssen CIOs und technologische Führungspersonen das Thema von Grund auf verstehen.

Den Sinn von Observability verinnerlichen

New Relic definiert Observability als „automatisches Monitoring aller Software- und Infrastruktur-Performance-Daten – Metrics, Events, Logs und Traces – in Echtzeit, um schnell ein vollständiges Bild des Betriebs und der Performance eines IT-Stacks zu erhalten“. Die Visualisierung, Analyse und Optimierung aller Vorgänge auf einen Blick ermöglicht es, Systeme auf Transaktionsebene zu betrachten und ein klares Verständnis dafür zu entwickeln, welche Elemente fehlerhaft reagierten und diese Fehler zeitnah zu beheben.

Einige Kritiker mögen Observability als ein weiteres Buzz-Word abstempeln, aber die Ergebnisse sprechen für sich. Es stellt einen business-kritischen Anwendungsfall dar, der sowohl für ihre Mitarbeiter als auch ihre Kunden Relevanz hat. Die Unternehmen profitieren von der kompakten Darstellung ihres Software-Stacks über eine Lösung.

Die Implementierung und Verwaltung geeigneter IT-Infrastruktur war nie so einfach wie heute. Doch sie ist nur noch selten an einem Platz zu verorten – viel eher haben sich große Asset-Netzwerke und diverse Speicherplätze zur Norm entwickelt. Deshalb ist das Monitoring zu einer Herkules-Aufgabe herangewachsen.

Doch es gibt Möglichkeiten, mehr Transparenz im gesamten Tech-Stack zu schaffen. So können Unternehmen eine moderne Umgebung etablieren, die gleichzeitig eine vollständige Observability ihrer Infrastruktur erlaubt. Im Großen und Ganzen sind nur vier Schritte nötig, um die Herausforderungen, mit denen andere Tech-Teams konfrontiert sind, zu überwinden:

1. Modernes Monitoring für moderne Umgebungen

Traditionelle Monitoring-Tools laufen für gewöhnlich On-Premises. Das bedeutet, dass extra Ressourcen für angemessenes Management benötigt werden. Durch die Modernisierung zu cloud-basierten Infrastrukturen, können Tech-Teams schneller skalieren, Software-Release-Zyklen verkürzen und sich so einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Um moderne Umgebungen vollständig zu monitoren, müssen IT-Teams den Zustand der Elemente in einem Cluster beurteilen und den Status, die Metriken und Protokolle für bestimmte Container überprüfen können. Mit Observability-Plattformen, die auf Container ausgerichtet sind, werden Teams agiler und können schneller Änderungen an Implementierungen erzielen. Darüber hinaus werden so sichere Systeme geschaffen, die die Gesamtausfallzeit verringern können.

Durch mehr Proaktivität können Tech-Teams in die Zukunftssicherheit ihrer Systeme investieren und so das Unternehmen in Richtung einer größeren Automatisierung bewegen. Selbst Unternehmen, die noch ihre ersten Schritte in Richtung Public Cloud tätigen, sollten nicht davor zurückschrecken, eine moderne Umgebung für ihren Software-Rollout schaffen. Denn, die Implementierung von Observability und Monitoring sind notwendige Grundpfeiler für eine erfolgreiche Migration in die Cloud.

2. Maßgeschneiderte Dashboards und Visualisierungen für mehr Observability

Jedes Unternehmen ist einzigartig und hat ganz individuelle Bedürfnisse, was sich auch im Setup der Software und IT-Infrastruktur widerspiegelt. Moderne Monitoring-Lösungen bieten zwar einige Out-of-the-Box-Einsichten, jedoch liegt ihre wahre Stärke in der Anpassungsmöglichkeit, die darüber hinausgeht. Das Finden und Beheben von Problemen wird vereinfacht, wenn die Telemetriedaten auf die spezifischen Anwendungsfälle zugeschnitten sind, die für ein bestimmtes Unternehmen oder einen bestimmten Unternehmensbereich wichtig sind.

In den modernen Monitoring-Lösungen können die Dashboards und Visualisierungen so angepasst werden, dass sie den jeweiligen Bedürfnissen der Unternehmen entsprechen und deren Geschäftsziele erfüllen. Das bietet die Gelegenheit, die Entwicklung künftiger Kundenerlebnisse proaktiv angehen zu können und damit seiner Konkurrenz voraus zu sein. Die Observability-Plattform New Relic One geht noch einen Schritt weiter: Unternehmen können Visualisierungen schnell und ohne viel Aufwand um ihre eigenen unternehmens- und domänenspezifischen Anforderungen erweitern.

So können sie zum Beispiel Daten von Kassensystemen mit Echtzeittelemetrie kombinieren, die alle geographisch auf einer Karte überlagert abgebildet werden. Oder Operationsteams können die Leistung geographisch zusammenliegender Filialen quasi aus der Vogelperspektive betrachten. Darüber hinaus kann man hier nochmal ins Detail gehen und die Leistung einzelner Filialen einsehen, falls diese eine Warnung auslöst. So können Unternehmen New Relic zum Leistungsmanagement mit einbeziehen.

3. Eine Kultur der Sichtbarkeit

Eine moderne Microservices-Architektur vereinfacht Implementierungen und ermöglicht eine durchgängige Sichtbarkeit über den gesamten Stack. Für gewöhnlich müssen Teams nach wie vor zwischen den verschiedenen Tools, die in anderen Teilen des Stacks arbeiten, hin- und herwechseln. Dabei geht viel Zeit verloren und es entstehen Datensilos, die menschliche Fehler verursachen können.

Mit einer ausführlichen und übersichtlichen Observability-Plattform hingegen müssen IT-Teams sich nicht mehr darauf konzentrieren, verschiedene Monitoring-Tools zu integrieren oder kritische Komponenten zu übersehen. Jeder Aspekt ihrer Softwareumgebung ist auf einen Blick einsehbar. Diese Ansicht ermöglicht es, eine klare Sichtlinie über das gesamte System zu erhalten und blinde Flecken zu beseitigen.

4. Mit Observability eine gesteigerte Effizienz und Skalierung erreichen

Es ist wichtig, die Skalierung von Monitoring-Tools im gleichen Tempo wie die Skalierung der Infrastruktur vorzunehmen. Die Kombination eines modernen Infrastruktur-Monitorings mit AIOps und anderen Observability-Tools ist dabei der Schlüssel zu mehr Effizienz. Um das Rauschen reduzieren zu können, bedarf es proaktivem Erkennen von Anomalien sowie der Automatisierung von Verbindungen zwischen Events und Incidents. Zudem hilft Observability dabei, die dringendsten Probleme schnell zu identifizieren. Durch Metadaten und Anreicherung von Daten können Vorfälle viel schneller diagnostiziert und ergründet werden. Dies hat auch nachhaltige Auswirkungen auf die Customer Experience.

Klaus Kurz
Klaus Kurz
(Bild: New Relic)

Bei der Schaffung von Transparenz über den gesamten Tech-Stack geht es also darum, Teams in die Lage zu versetzen, intelligenter, nicht jedoch härter zu arbeiten. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass die Geschäftsziele erreicht werden. Während hier jedes Unternehmen andere Ziele verfolgt, erfordert die zunehmende Komplexität des Tech-Stacks, die Beziehungen und Verbindungen zwischen den verschiedenen Einheiten zu verstehen. Die Implementierung einer einzigen, anpassbaren High-Level-Ansicht macht den Unterschied zwischen herkömmlichem Monitoring und dem Erreichen echter Observability der Infrastruktur. So schafft man nicht nur Vorteile für das IT-Team, sondern für das gesamte Unternehmen.

* Klaus Kurz ist seit Herbst 2019 Director, Solutions Consulting Central Europe bei New Relic. Hier führt er ein stetig wachsendes Team an Solution Engineers, Solution Consultants und Solution Architects, das Kunden bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungspläne unterstützt. Zuvor arbeitete er 15 Jahre bei Adobe und füllte Positionen vom Manager Business Development bis zum Head of Solution Consulting für Zentral- und Osteuropa.

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