Kommentar zu komplexen Digitalisierungsstrategien 3 Voraussetzungen für Full-Stack Observability

Autor / Redakteur: Fabian Gampfer * / Stephan Augsten

Full-Stack Observability hilft IT-Probleme zu lösen, die mit der eiligen digitalen Transformation aufgeworfen wurden. Doch bevor eine Lösung integriert wird, die Metriken und weitere Informationen liefert, müssen noch einige Grundlagen gelegt werden.

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Die zunehmende Komplexität der IT erfordert einen Überblick über sämtlliche verfügbaren Metriken und Daten.
Die zunehmende Komplexität der IT erfordert einen Überblick über sämtlliche verfügbaren Metriken und Daten.
(© sdecoret - stock.adobe.com)

Nach über einem Jahr, in dem die digitale Transformation in vielen Unternehmen in noch nie dagewesener Geschwindigkeit vorangetrieben wurde, stehen Technologen jetzt vor der nächsten großen Herausforderung: Wie können sie die daraus entstandene Komplexität erfolgreich managen, um IT-Probleme schnell zu beseitigen und verwertbare Erkenntnisse für die Geschäftsaktivitäten zu gewinnen?

Zwar nutzen viele IT-Fachleute bereits Monitoring-Lösungen, aber diese überwachen unterschiedliche Bereiche und sind nicht miteinander verbunden. Vor der COVID-19-Pandemie war dies noch kein allzu großes Problem, durch die beschleunigte Digitalisierung sind in vielen Unternehmen inzwischen allerdings wahre Flickenteppiche aus Legacy- und Cloud-Technologien entstanden.

Als Folge davon berichten 66 Prozent der Befragten im neusten „Agents of Transformation 2021: The Rise of Full-Stack Observability“-Report von AppDynamics, dass sie zu viel Zeit verschwenden, weil sie die Ursachen von IT-Problemen nicht leicht eingrenzen können. Gleichzeitig geben 64 Prozent an, dass ihnen die Tools fehlen, um effektiv zu messen, wie sich die Technologie-Performance auf die Geschäftsergebnisse auswirkt.

Full-Stack Observability (FSO) kann diese Herausforderungen lösen, solange Unternehmen die richtigen Voraussetzungen dafür schaffen.

 

1. Technologen brauchen Lösungen, die Transparenz ermöglichen

 

Das letzte Jahr war für Angestellte in vielen Industrien und Bereichen herausfordernd, Technologen und Technologinnen bilden dabei keine Ausnahme. Sie waren dafür verantwortlich, schnellstmöglich neue Lösungen zu finden und implementieren, die die Weiterarbeit im Home-Office ermöglichten, und mussten neue digitale Produkte und Services für Kunden umsetzen. Mittlerweile sind sie vor allem mit Feuerlöschen beschäftigt – Ursachen von IT-Problemen identifizieren und lösen bevor die Endnutzer betroffen sind.

Eine FSO-Lösung kann dabei helfen, Auslöser von Performance-Problemen schneller einzugrenzen und nach Wichtigkeit zu priorisieren. IT-Fachleute fehlt allerdings die Zeit, einen Schritt zurückzugehen, Optionen zu evaluieren und einen Plan für die Auswahl und den Rollout von entsprechenden Tools und Prozessen zu erstellen. Zusätzliche Angestellte oder das Einbeziehen von Technologiepartnern entlastet Technologen und ermöglicht ihnen, die strategische Implementation einer FSO-Lösung voranzutreiben.

 

2. Die Weiterbildung der Mitarbeiter muss priorisiert werden

 

Die Integration einer geeigneten Lösung allein reicht jedoch nicht aus. IT-Abteilungen benötigen auch Mitarbeiter mit den entsprechenden Fähigkeiten, um ein hohes Niveau bei der Überwachung der IT-Umgebung zu ermöglichen und um die Performance mit den Geschäftsdaten zu verknüpfen, sodass sie wertvolle Erkenntnisse daraus ziehen können. 30 Prozent der befragten Technologen befürchten allerdings, dass diese Fähigkeiten in ihrem Unternehmen derzeit nicht vorhanden sind.

 

Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Einstellung neuer Mitarbeiter mit den benötigten Skills durch den IT-Fachkräftemangel mehr Zeit in Anspruch nehmen kann, als Unternehmen sich im Grunde leisten können. Schon für dieses Jahr fürchten mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der IT-Experten, dass es ihrer Organisation schaden wird, wenn sie IT- und Business-Performance nicht miteinander verknüpfen können. Eine Möglichkeit für Unternehmen, diese Problematik anzugehen und sicherzustellen, dass sie nicht an Innovationskraft und Wachstum verlieren, ist durch die Weiterbildung ihrer bereits vorhandenen Mitarbeiter.

 

3. Ohne eine datengetriebene Kultur helfen auch neue Anwendungen nicht

 

Darüber hinaus werden viele Unternehmen und ihre Technologen auch einen kulturellen Wandel durchmachen müssen, um FSO ganzheitlich umzusetzen. Bislang mussten letztere sich bei Entscheidungen oft auf ihren Instinkt verlassen, weil ihnen Transparenz über den IT-Stack und Echtzeit-Daten gefehlt haben.

Ändert sich dies durch eine FSO-Lösung, muss die gesamte IT-Abteilung bereit sein, künftig datengetrieben zu arbeiten und den Nutzen aus der Verknüpfung von Technologie-Leistung und Geschäftszielen erkennen, um sich bei Entscheidungen auf einen Single Point of Truth zu stützen. Dafür müssen alle IT-Mitarbeiter zusammenarbeiten und die Verantwortung für den Status und die Performance der Technologie in der gesamten IT-Landschaft teilen.

 

Der Unternehmenserfolg hängt in Zukunft von Full-Stack Observability ab

 

Trotz dieser Herausforderungen können Unternehmen es sich nicht leisten, die Implementierung von Full-Stack Observability noch lange hinauszuzögern. Schließlich hängt hiervon ab, ob sie ihre digitale Transformation weiterhin in hoher Geschwindigkeit vorantreiben können.

Technologen und Führungskräfte müssen daher zusammenarbeiten, unter Umständen auch mit externen Partnern, um umfassende Pläne für den Rollout zu entwickeln, die die benötigten Technologien und Fähigkeiten sowie die kulturellen Anforderungen berücksichtigen. So wird sichergestellt, dass die Technologen die Werkzeuge und Einblicke erhalten, mit denen sie Innovationen beschleunigen und Kunden sowie Mitarbeitern weiterhin eine hochwertige digitale Erfahrung bieten können.

* Fabian Gampfer ist Sales Engineering Manager bei AppDynamics.

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