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Softwarekultur im Unternehmen überdenken 3 Empfehlungen für DevOps-Konzepte

Autor / Redakteur: Stefica Divkovic * / Stephan Augsten

DevOps genießt als Leitkultur und Entwicklungsmethode reichlich Aufmerksamkeit in Fachkreisen. Die klassische Wasserfallmethode ist aber weiterhin quicklebendig, obwohl die Abläufe und Fortschritte dort unidirektional fließen.

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DevOps lässt sich nicht einfach einführen, indem man einen Schalter umlegt, die Idee muss auch in den Köpfen der Mitarbeiter gefestigt werden.
DevOps lässt sich nicht einfach einführen, indem man einen Schalter umlegt, die Idee muss auch in den Köpfen der Mitarbeiter gefestigt werden.
(Bild: geralt - Pixabay.com / CC0 )

Bisweilen scheint es, als ob es in Tech-Blogs, Twitter-Feeds und Konferenzen ausschließlich um die Vorteile der DevOps-Methode geht. Das hat natürlich gute Gründe. Richtig ausgeführt, ermöglicht DevOps den IT-Teams, höherwertige Software-Projekte schneller und effizienter auszuliefern.

Die Betonung liegt hier auf „richtig ausgeführt“. Nur allzu häufig versuchen IT-Führungskräfte, DevOps-Taktiken auf Teams und Projekte anzuwenden, ohne zuvor die als Basis dieser Arbeitsmethode nötige Kultur etabliert zu haben. Zu den Herausforderungen bei der Einführung eines DevOps-Modells zählen unzureichendes Wissen über DevOps, mangelnde Unterstützung seitens der Geschäftsführung, die Unfähigkeit, sich auf Ziele zu einigen, und ein fehlendes Budget für neue Tools und genügend Schulung.

Einführung von DevOps bedeutet mehr als einfach einen Schalter umzulegen. Vielmehr muss diese Methodik in jede Ebene der gesamten Organisation und in jede Phase des Projekts eingebunden werden, damit sie auch richtig funktioniert.

In ihrem Kern ist DevOps weder eine Rolle noch ein Prozess oder Tool. DevOps ist eine Kultur, die auf der holistischen und kollaborativen Entwicklung von Projekten über den gesamten Lebenszyklus hinweg aufbaut. Zwar lassen sich Rollen, Prozesse und Tools zur Erleichterung von DevOps jederzeit installieren. Doch zu allererst muss eine DevOps-Kultur verinnerlicht werden, sonst kann dies zu Verwirrung, Chaos und Irritationen führen – wohl kaum die Zutaten für bessere Software oder bedeutende IT-Initiativen.

Eine erfolgreiche DevOps-Kultur benötigt drei Elemente:

1. Silos beseitigen

Bei der traditionellen Wasserfallmethode sind Entwicklung und Operations zwei getrennte Abteilungen mit unterschiedlichen Zielen und Metriken. Entwickler werden danach beurteilt, wie schnell sie neue Software produzieren können. Operations hingegen hat Inbetriebnahme und Pflege von Software zum Schwerpunkt. Dieses Spannungsfeld aus Tempo und Stabilität kann häufig zu Fehlkommunikation oder konkurrierenden Prioritäten führen.

In einer DevOps-Kultur kommt es darauf an, die Silos zwischen Entwicklung und Operations zu beseitigen, damit gewährleistet ist, dass beide dieselben Ziele verfolgen. DevOps kann dazu beitragen, dass Entwicklung und Operations enger verknüpft und auf kontinuierlicher Basis zusammenarbeiten. So lassen sich Tempo und Stabilität erreichen und gleichzeitig die Produktivität steigern.

2. Experimentieren

In einem Unternehmen, in dem Projekte nach dem Wasserfallprinzip entwickelt werden, ist Scheitern tabu. Bei einem einzigen großen Release sollte besser alles gleich perfekt sein. Mit DevOps hingegen wird von Ihren Teams erwartet, dass sie schrittweise und kontinuierlich entwickeln, testen und einführen.

Das bedeutet: Nicht jede Idee wird ein Volltreffer sein. Die Teams brauchen die Freiheit, in großen Maßstäben denken und Risiken eingehen zu können – in dem Wissen, dass sie im Fall eines Scheiterns keine Konsequenzen zu fürchten brauchen. Scheitern muss wieder Teil der Organisation sein – etwas, woraus man lernt und auf dem man aufbauen kann.

3. Zusammenarbeiten

Zwar muss nicht jedes Projekt nach dem DevOps-Ansatz angegangen werden, jedoch kann eine entsprechende innerliche Einstellung auch für Wasserfalltechniken nützlich sein. Verschiedene Unternehmen versuchen es mit „DevOps“-Teams, aber dadurch entsteht nur ein weiteres Silo im Konflikt DevOps vs. Wasserfall. Stattdessen sollten Empathie und geteilter Erfolg Teil eines jeden Projekts innerhalb Ihres Unternehmens sein.

Das heißt nicht, dass es reicht, wenn Entwickler und Operations einander verstehen. Es bedeutet, alle – vom CEO bis hin zu den Managern verschiedener Abteilungen (wie etwa Sicherheit, Legal, Finanzen und Marketing) – an einen Tisch zu bringen, um so zu gewährleisten, dass die Sichtweisen aller Stakeholder berücksichtigt werden.

DevOps bedeutet Erfahrungen sammeln

Anstatt nach dem DevOps-Schalter zu suchen, sollten die Leiter von IT-Abteilungen eine DevOps-Kultur in ihrem Unternehmen einführen. Zunächst sollten alle Stakeholder an den Tisch geholt werden, damit klar wird, welche Metriken für das Unternehmen tatsächlich von Bedeutung sind. So können das Management und seine Teams anstelle alltäglicher Sorgen das primäre Ziel im Auge behalten.

Stefica Divkovic
Stefica Divkovic
(Bild: Verizon Enterprise Solutions)

Als nächstes müssen Vorgesetzte verstehen, wie ihre Teams arbeiten, wo die kritischen Punkte sind und wie sich DevOps nutzen lässt, die Zusammenarbeit untereinander zu verbessern. Anschließend können Unternehmen beginnen, schrittweise DevOps-Tools und -Prozesse dort einzuführen, wo sie am wertvollsten sind.

In einem DevOps-Entwicklungsprozess gehört Scheitern mit dazu und wird sogar begrüßt. Nicht alles wird während des DevOps-Rollout glatt laufen. Das Geheimnis besteht darin, aus Fehlern und Erfolgen zu lernen, damit die folgenden Schritte erfolgreicher sind.

* Stefica Divkovic ist Managing Director DACH bei Verizon Enterprise Solutions.

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