Autodidaktisch, zufrieden, aber unterbezahlt

Wie Software-Entwickler sich und ihren Job einschätzen

| Redakteur: Stephan Augsten

In einer Studie hat Stack Overflow das Stimmungs- und Selbstbild der Software-Entwickler eingefangen.
In einer Studie hat Stack Overflow das Stimmungs- und Selbstbild der Software-Entwickler eingefangen. (Bild: Stack Overflow)

Die Anwendungsentwickler-Community Stack Overflow zeichnete bei einer weltweiten Studie ein Bild ihrer Nutzer. Knapp die Hälfte der Software Developer ist demnach mit dem aktuellen Job zufrieden, auch wenn sich etliche davon ein höheres Einkommen wünschen.

Es klingt nach einem Stereotyp, aber zumindest auf die bei Stack Overflow aktiven Nutzer trifft es zu: Deutsche Entwickler sind zu einem Großteil männlich und arbeiten in Bayern. Ihre Arbeitgeber beschäftigen in der Regel bis zu 499 Mitarbeiter. Nur fünf Prozent ihrer Kolleginnen sind ebenfalls in der Developer-Community aktiv.

Stack Overflow weist explizit darauf hin, dass die Studie nicht repräsentativ ist, da nur die User Base erfasst wird. Wie bereits erwähnt, arbeitet mit einem Anteil von 19,4 Prozent das Gros der Programmierer in Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (17,4 Prozent) und Baden-Württemberg (15,2 Prozent).

Die meisten Teilnehmer entwickeln fürs Web und für Desktop-Umgebungen, viele bezeichnen sich auch als Mobile Developer oder Datenbankadministratoren. Bei der Branchenzugehörigkeit steht die Software-Entwicklung mit einem Anteil von 22,6 Prozent nicht ganz unerwartet vorne. 14,9 Prozent der Befragten arbeiten im Bereich, Internet- und Online-Services auf die Automobilbranche entfallen 6,2 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Befragten besitzt mehr als zehn Jahre Programmiererfahrung, ein Fünftel dieser Gruppe sogar über 20 Jahre. Es liegt dabei aber nahe, dass auch ein 18-Jähriger bereits zehn Jahre Programmiererfahrung gesammelt haben könnte. Coding-Erfahrung sei nicht gleichzusetzen mit Berufserfahrung, viele IT-Spezialisten hätten schon vor dem ersten Job programmiert. Stack Overflow sagte nach Auswertung der Studie allerdings auch, dass Neulinge mit nur einem bis vier Jahre Programmiererfahrung ebenfalls eine Stelle als Programmierer ergattern könnten.

Zahlen zu Gehältern und Spezialisierungen

Entwickler sind generell mit Ihrem Job zufrieden, weltweit fühlen sie sich aber auch unterbezahlt. Über die Hälfte der in Deutschland befragten (52 Prozent) gaben an, dass sie sich teilweise unterbezahlt fühlen, 11,6 Prozent sogar deutlich unterbezahlt. Das Durchschnittsgehalt (Medianwert) in Ostdeutschland (inklusive Berlin) liegt bei 49.200 Euro und damit weit vor Norddeutschland (45.000 Euro) und nur knapp hinter Süddeutschland (50.000 Euro). Ein Programmierer in Nordamerika verdient im Median hingegen 87.275 US-Dollar.

Höhere Spezialisierungsgrade bei Technologie und Programmiersprache sind wenig überraschend mit höheren Gehältern verbunden. Eine recht junge Branche, in der gut bezahlt wird, ist das Machine Learning mit durchschnittlich rund 55.000 Euro. Programmierer mit mathematischem oder statistischem Background erhalten ebenso wie Data Scientists durchschnittlich 52.000 Euro. Web- und Desktop-Entwickler verdienen etwa 46.500 Euro jährlich, das Nachsehen haben Software- und Web-Designer mit 39.000 Euro im Jahr. Weltweit sind DevOps-Mitarbeiter mit 66.158 US-Dollar am besten bezahlt.

Beliebteste Programmiersprachen

Beliebteste Programmiersprache ist Javascript, die Skriptsprache gefällt 41,3 Prozent der Teilnehmer. Auf den Plätzen folgen Python (32,7 Prozent), Java (31,4 Prozent), SQL (30,5 Prozent) und C# (27,3 Prozent). Schlusslichter sind Perl, Erlang, Groovy und Coffeescript (jeweils 2,9 und 2,8 Prozent). 77 Prozent der deutschen Befragten empfinden das Programmieren auch als Hobby und entwickeln eigene Software oder engagieren sich im Open-Source-Bereich.

Für die Studie hat Stack Overflow weltweit über 64.000 Entwickler befragt, gut 5.200 davon in Deutschland. Daraus wurde die deutsche Entwicklerumfrage 2017 generiert. Der Deutschland-Report ist speziell für Unternehmen, Personalabteilungen und die Wirtschaftsmedien gedacht.

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