Definition „Canonical Ubuntu“

Was ist Ubuntu Linux?

| Redakteur: Stephan Augsten

Das Betriebssystem Ubuntu zielt darauf ab, als Betriebssystem-Alternative auf möglichst vielen Computern lauffähig zu sein.
Das Betriebssystem Ubuntu zielt darauf ab, als Betriebssystem-Alternative auf möglichst vielen Computern lauffähig zu sein. (Bild: Ubuntuusers.de / Canonical)

Ubuntu ist ein kostenloses Betriebssystem, das im Kern auf der ebenfalls kostenlos erhältlichen Linux-Distribution Debian basiert. Die erste Version wurde im Oktober 2004 veröffentlicht. Die Entwicklung unterliegt der Canonical Foundation und Mitgliedern der Ubuntu-Community.

Ziel und Philosophie der Entwicklung des quelloffenen Ubuntu war und ist es, ein Betriebssystem bereitzustellen, das jedem Menschen auf der Erde die Nutzung eines Computers (oder computerähnlichen Geräts) ermöglicht. Dies soll einerseits erreicht werden durch die kostenlose Natur von Ubuntu, da auch für Unternehmen, die das Betriebssystem in vorgefertigten Geräten anbieten, keinerlei Lizenzgebühren wie etwa bei Windows anfallen. Andererseits spielt eine einfache Bedienung eine zentrale Rolle im Konzept von Ubuntu, da Linux-basierte Betriebssysteme in der Allgemeinheit nicht im Ruf stehen, jene simple Anwendung zu bieten.

Nutzung quelloffener Software

Wie es im Linux-Bereich in vielen Distributionen der Fall ist, setzt auch Ubuntu auf eine Auslieferung mit wichtigen Programmen, die allesamt kostenlos erhältlich sind und proprietäre Applikationen ersetzen sollen. Nach der Philosophie des Ubuntu-Entwicklerteams (die sich mit den Ansichten der allermeisten Linux-Entwickler decken sollte) soll jeder Nutzer mit jeder Applikation machen können, was er für richtig hält.

Dazu zählen die Weitergabe der Programme an Freunde und Bekannte, die Weiterentwicklung auf Basis des Quellcodes und mehr. Im Auslieferungszustand befinden sich die von den meisten Nutzern wirklich genutzten Programme bereits an Bord. Hierzu gehören Anwendungen für die Textbearbeitung, ein Audio-Player, ein Webbrowser und mehr. Weitere Programme können nachträglich installiert und auch verändert werden.

Versionen von Ubuntu

Das selbstgesetzte (und bislang stets erreichte) Ziel der Ubuntu-Entwickler ist es, alle sechs Monate einen Major Release zur Verfügung zu stellen. Erkennbar ist dies auch an den Versionsnummern, die beispielsweise mit Version 13.04 und 13.10 den April und Oktober bereits in dieser Nummer anzeigen. Welche Änderungen genau vorgenommen werden, wird stets in einem umfangreichen Changelog bekanntgegeben.

Zusätzlich zu den gewöhnlichen Ubuntu-Releases existieren LTS-Versionen (Long Term Support). Diese im Abstand von jeweils zwei Jahren veröffentlichen Versionen werden speziell für Unternehmen und Serverumgebungen bereitgestellt. Sie erhalten einen Support mit Updates für fünf Jahre und sind daher in kritischen Umgebungen deutlich besser geeignet als Non-LTS-Versionen. Das LTS-Programm startete Canonical im Jahr 2006. Die Installation von LTS-Versionen ist auch für Privatanwender problemlos möglich und bringt keine Einschränkungen mit.

Varianten von Ubuntu

In der aktuellen Version setzt Ubuntu auf die Desktop-Umgebung Unity, die eine einfache Anwendung für Einsteiger und gleichzeitig genügend Komplexität und Optionsvielfalt für erfahrene Anwender bereitstellen soll. Aufgrund der quelloffenen Natur des Betriebssystems existieren jedoch auch Abwandlungen wie Kubuntu, das KDE als Umgebung einsetzt, oder Ubuntu Studio, das vor allem im professionellen Bereich der Audio- und Videobearbeitung zum Einsatz kommen soll.

Im Jahr 2013 wurde zudem die erste Version von Ubuntu Touch veröffentlicht. Es handelte sich um ein Betriebssystem, das für die Anwendung auf Smartphones konzipiert war. 2016 erschienen erste Smartphones, die Ubuntu Touch vorinstalliert anboten. Die Entwicklung wurde aufgrund mangelnder Marktakzeptanz im Januar 2017 eingefroren, außerdem werden keine Smartphones auf Basis von Ubuntu Touch mehr verkauft und der dazugehörige App-Store wird zum Ende des Jahres 2017 geschlossen.

Verbreitung von Ubuntu weltweit

Zwei unterschiedliche Statistiken geben Einblick in die aktuelle Verbreitung von Ubuntu in den Haushalten von Endkunden. Im Jahr 2017 setzen in den USA 89 Prozent aller Haushalte auf Windows, während sieben Prozent auf MacOS entfallen. Der Anteil von Linux liegt bei unter einem Prozent, und in diesem Wert ist auch Ubuntu zu finden. Geschätzt verwenden 25 Millionen Anwender weltweit Ubuntu täglich. Die Zahl könnte real etwas höher ausfallen, da sich drei Prozent nicht sicher waren, welches Betriebssystem verwendet wird.

Eine andere Umfrage auf Basis der Nutzerzahlen von Steam, der weltweit größten Gaming-Plattform für PCs, aus dem Juli 2016 zeichnet ein exakteres Bild. Hier wird die 64-Bit Version von Ubuntu 16.04 LTS mit 0,2 Prozent Marktanteil angegeben (was beispielsweise Windows Vista hinter sich lässt). Da Linux generell aufgrund fehlender nativer DirectX-Unterstützung kein geeignetes Betriebssystem für Computerspiele ist, sollte diese Zahl aber nicht auf die gesamte Bevölkerung extrapoliert werden.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Python, R und Linux zur Entwicklung nutzen

SQL Server 2017

Python, R und Linux zur Entwicklung nutzen

Mit dem SQL Server 2017 hat Microsoft zahlreiche Neuerungen auf den Weg gebracht, die auch für Entwickler interessant sind. Die neue Version lässt sich auf Linux installieren und bietet mehr Interoperabilität. lesen

App-Development mit Hilfe des MSDN

Ressourcen für Entwickler

App-Development mit Hilfe des MSDN

Bei der App-Entwicklung für verschiedene Windows-Systeme und die Cloud hilft ein Blick ins Microsoft Developer Network, kurz MSDN. Hier finden Entwickler wichtige Tools, Ressourcen und Hilfestellungen. lesen

Cloud-Betriebssystem für optimalen Container-Betrieb

Container Optimized OS

Cloud-Betriebssystem für optimalen Container-Betrieb

Mit Googles Container Optimized OS erhalten Entwickler und Softwareanbieter eine wunderbare Möglichkeit, Docker-Container direkt in der Cloud laufen zu lassen. Das auf Linux basierende System bietet eine Reihe praktischer Anwendungsmöglichkeiten. lesen

PaaS von AWS, Google, IBM, Microsoft & SAP

IoT, Big Data und Machine Learning im Aufwind

PaaS von AWS, Google, IBM, Microsoft & SAP

In den letzten beiden Jahren haben die Anbieter von Platform-as-a-Service ihr Portfolio an Abo-Diensten kräftig ausgebaut. Sie unterstützen Machine Learning in der Big Data Analytik und das Internet der Dinge (IoT). Es gibt aber weiterhin signifikante Unterschiede. lesen

7 Jahre alte Lücke im Linux Kernel gefunden

DoS und Rechteausweitung möglich

7 Jahre alte Lücke im Linux Kernel gefunden

Im Linux Kernel wurde eine Sicherheitslücke gefunden, die einen lokalen DoS oder administrative Rechte ermöglicht. Sie ist seit 2009 Teil von Linux, große Distributionen liefern inzwischen Updates. Gefährdet sind IoT-Geräte und möglicherweise Docker-Hosts. lesen

Grundlagen der App-Entwicklung

Mobil, hybrid oder fürs Web

Grundlagen der App-Entwicklung

Ob Mobile-, Web- oder Multi-Plattform-App, die Entwicklung kleiner Anwendungen ist keine Zauberei. Bevor eine App in Auftrag gegeben wird, sind aber einige wichtige Voraussetzungen zu klären. Denn App ist nicht gleich App – und die Begrifflichkeiten sollten klar sein. lesen

Cloud-Testlabor für Webanwendungen

Software-Qualitätssicherung mit SmartBear

Cloud-Testlabor für Webanwendungen

Mit TestComplete 12.2 hat SmartBear Software sein Tool für Software-Qualität an ein Testlabor in der Cloud angebunden. Gut 500 reale Testumgebungen für Webanwendungen werden mit diesem „Environment Manager“ abgebildet. lesen

Der optimale OpenStack-Stack

Warum nicht GO statt Python?

Der optimale OpenStack-Stack

Zweimal im Jahr trifft sich die OpenStack-Gemeinde zu den bekannten „Summits“, tauscht dort Erfahrungen, Ideen und Visionen aus. In der dynamischem Umgebung der Open-Source-Wolke sind sechs Monate eine lange Zeit. Da kann viel passieren, im positiven und negativen Sinne. Zeit für ein Interview mit Boris Renski, Chief Marketing Officer von Mirantis. lesen

OpenStack und Extreme Programming bei Volkswagen

Mirantis-Cloud-Plattform beim VW-Konzern

OpenStack und Extreme Programming bei Volkswagen

Der VW-Konzern hat sich entschieden: OpenStack wird globaler Standard für seine Private-Cloud, mit dem Ziel, innovative Unternehmens- (B2B) und Kundenanwendungen (B2C) voranzutreiben. Die Open-Source-Cloud per Mirantis soll den Konzern als auch dessen Konzern-Marken dazu befähigen, solche Anwendungen zu erstellen und zu betreiben. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44779717 / Definitionen)