Defintion „Webanwendung“

Was ist eine Web App?

| Autor / Redakteur: jelsag / Stephan Augsten

Web Apps lassen sich weitestgehend barrierefrei in nahezu jedem Browser auf beliebigen Endgeräten nutzen.
Web Apps lassen sich weitestgehend barrierefrei in nahezu jedem Browser auf beliebigen Endgeräten nutzen. (Bild: geralt - Pixabay.com / CC0)

Web Apps sind Anwendungen, die über die Cloud bzw. einen Server bereitgestellt und im Browser beliebiger Endgeräte abgerufen werden. Eine Offline-Nutzung der weitestgehend „barrierefreien“ Applikationen ist dank Zwischenspeicherung mittlerweile allerdings durchaus möglich.

Die Bezeichnung App ist eine Abkürzung des englischen Begriffs Application Software. Dabei handelt es sich um Anwendungssoftware ohne systemtechnische Funktionen. In ihrer Natur als „Zusatzprogramme“ erlauben sie es, die Funktionalität von Desktop-Computern, Smartphones oder Tablets beliebig zu erweitern.

Apps richten sich an eine bestimmte Zielgruppe und ermöglichen die Individualisierung der Gerätenutzung. Sowohl für Computer als auch für mobile Endgeräte sind die leichtgewichtigen Anwendungen inzwischen millionenfach erhältlich. Sie können gratis oder kostenpflichtig sein, ihr inhaltliches Spektrum reicht von einfachen Hilfsmitteln für die Organisation des Alltags bis zu anspruchsvollen Spielen und professioneller Software.

Native App oder Web App?

In den digitalen Alltag hielten Apps vor allem über Smartphones und Tablets Einzug. Als der „Normalfall“ einer App werden von den Verwendern der Geräte daher oft die sogenannten Native Apps betrachtet.

Native Apps werden für eine bestimmte Plattform programmiert. Sie funktionieren nur innerhalb des Systems, für das sie entwickelt wurden. Die englische Bezeichnung „native“ bedeutet „eingeboren“ und weist auf den exklusiven Charakter dieser Software hin. Neben mobilen Betriebssystemen wie iOS oder Android kommt dafür auch ein Desktop-Betriebssystem in Frage. Beispielsweise gibt es auch für Windows oder Mac OS zahlreiche Native Apps.

Mit ihrer Entwicklung und Nutzung sind sowohl Vorteile als auch Nachteile verbunden. Wenn sie auf mehreren Plattformen laufen sollen, ist eine jeweils eigenständige Programmierung nötig. Hierdurch lassen sich Native Apps jedoch optimal auf die Systeme und die Anforderungen der jeweiligen Endgeräte abstimmen. Sie werden direkt auf den Geräten installiert und lassen sich daher auch offline nutzen.

Web Apps – installationsfreier Abruf aus der Cloud

Web Apps (von web application = Webanwendung) werden dagegen direkt über den Browser aufgerufen und funktionieren auf jedem internetfähigen Gerät, das diesen Browser unterstützt. Ihre Programmierung erfolgt normalerweise Browser-übergreifend.

Web Apps werden in der Regel auf der Basis von CSS, Javascript oder HTML5 entwickelt. Sie funktionieren nach dem Client-Server-Modell, werden also nicht auf den jeweiligen Endgeräten installiert und ausgeführt. Die Bereitstellung, Verarbeitung und Auswertung der Daten erfolgt auf einem Webserver bzw. in der Cloud.

Auf dem lokalen Rechner werden lediglich die Ergebnisse der Datenverarbeitung angezeigt und ausgegeben. Bei HTML5-basierten Web Apps ist auch eine lokale Zwischenspeicherung von Anwendungscodes und Daten möglich. Diese Web Apps eignen sich somit auch für eine Offline-Nutzung, allerdings ist ihre Anzahl bisher eher gering.

Die Kommunikation mit dem Server sowie die Darstellung der Benutzeroberfläche werden durch den Webbrowser übernommen. Web Apps benötigen für ihr Funktionieren kein bestimmtes Betriebssystem. Zum Teil erfordert ihre Verwendung jedoch bestimmte Browser-Versionen oder Laufzeitumgebungen wie Javascript oder Adobe Flash.

Vorteile von Web Apps

Web Apps ermöglichen einen unkomplizierten Zugang zu Anwendungssoftware im Internet. Viele Apps werden heute sowohl als Web App als auch als Native App angeboten. Zum Beispiel lässt sich das Microsoft Office Paket sowohl in einer Browser-Version als auch als lokal installierte Software nutzen.

Wesentliche Vorteile von Web Apps sind:

  • Funktionieren auf allen Betriebssystemen und internetfähigen bzw. mit einem Webbrowser ausgestatteten Endgeräten.
  • Effiziente und im Vergleich zu Native Apps oft günstigere Programmierung.
  • Unkomplizierte Software-Upgrades.

Dieser Punkt ist beispielsweise für das Schließen von Sicherheitslücken relevant. Bei Verwendung einer Native App erfordern Software-Upgrades den Download und die Installation der neuen Software. Bei Web Apps greifen dagegen alle Verwender automatisch auf die aktuellste Version der Software zu. Ihre Aktualisierung erfolgt nicht auf dem Endgerät, sondern auf dem Server.

Sind mit der Verwendung von Web Apps auch Nachteile verbunden?

Web Apps sind im Vergleich zu Native Apps weniger umfassend für alle Browser und/oder bestimmte Endgeräte optimierbar. Im Hinblick auf die Nutzung auf verschiedenen Gerätetypen wird dieser Faktor durch Responsive Webdesign heute jedoch weitgehend ausgeglichen.

Die meisten Web Apps sind nicht in der Lage, auf Gerätefunktionen zuzugreifen, was unter Sicherheitsaspekten jedoch nicht unbedingt von Nachteil ist.

Web App oder „normale“ Webseite?

Die Unterschiede zwischen Web Apps und konventionellen Webseiten sind fließend. Beispielsweise sind die Seiten vieler Onlineshops oder auch die diversen Google Dienste von ihrem Charakter her als Web App einzustufen.

Der wichtigste Unterschied zwischen Web Apps und anderen Webseiten besteht darin, dass die Apps den Nutzern einen bestimmten Service bieten, der bei Bedarf abgerufen werden kann. Dabei kann es sich um eine Suchmaschine, einen Messenger- oder Webmail-Dienst, ein Navigations- und Kartenangebot, Online-Spiele und viele andere Angebote handeln. In der Regel enthalten Web Apps dafür interaktive Elemente.

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