Definition „Easter Eggs“

Was ist ein Easter Egg?

| Autor / Redakteur: tutanch / Stephan Augsten

Hin und wieder verstecken Entwickler kleine Überraschungen in ihren Anwendungen.
Hin und wieder verstecken Entwickler kleine Überraschungen in ihren Anwendungen. (Bild: Ryan McGuire - Gratisography.com / CC0)

Als Easter Egg, zu Deutsch Osterei, wird eine vom Programmierer versteckte Überraschung bezeichnet. Easter Eggs finden sich in Applikationen, Spielen, Betriebssystemen, Browsern, auf Internetseiten und in vielen weiteren Software-Bereichen.

Oft verstecken Entwickler in ihrer Software kleine, spaßige Überraschungen, die als Easter Eggs bezeichnet werden. In vielen Fällen entstammen die Easter Eggs den Federn der Programmierer bzw. Urheber und sind nicht einmal dem offiziellen Herausgeber der Software bekannt und werden zufällig entdeckt. Easter Eggs können beispielsweise versteckte Texte, Bilder oder Videos aber auch Sonderfunktionen, geheime Level oder komplette in einem Programm verborgene Anwendungen sein.

Die Urheber möchten sich mit den Easter Eggs in ihren Programmen verewigen und Usern eine kurzweilige Überraschung bieten. Die Easter Eggs sind in der Tradition von versteckten Signaturen und Botschaften von Künstlern auf ihren Gemälden zu sehen und bringen eine besondere Individualität des Urhebers zum Ausdruck.

Um ein Easter Egg in einem Programm anzuzeigen oder auszuführen, sind bestimmte Tastenkombinationen zu drücken, Menüeinträge aufzurufen oder Texteingaben und andere Aktionen auszuführen. In vielen Fällen sind Easter Eggs in dem Menüpunkt „Hilfe/Über“ versteckt und lassen sich über Tasten- und Mausklickaktionen aktivieren.

Geschichte und Herkunft des Easter Eggs

Das erste Easter Egg in einem Computerspiel soll Warren Robinett im Abenteuerspiel „Adventure“ versteckt haben. Es wurde 1978 für die Spielkonsole Atari 2600 programmiert und präsentierte in einem versteckten Raum den Namen von Warren Robinett. Grund dafür war, dass nach der Philosophie von Atari es nicht gestattet war, die Namen der Programmierer preiszugeben.

Einige Quellen führen die Bezeichnung Easter Egg auf die Fabergé-Eier zurück. Dies waren kunstvoll verzierte Schmuckeier der Juweliersfamilie Fabergé, die kleine Überraschungen enthielten. Nachdem Easter Eggs über viele Jahre sehr populär waren und von den Software-Herausgebern stillschweigend geduldet oder sogar aktiv unterstützt wurden, erfolgte mit der zunehmenden Verbreitung von Schadsoftware wie Würmern und Trojanern ein allgemeines Umdenken.

Nicht offiziell dokumentierte Funktionen und Inhalte in Programmen lassen diese als unseriös und anfällig gegen Angriffe erscheinen. Aus diesem Grund verbieten viele Software-Unternehmen ihren Programmierern unter Androhung empfindlicher Sanktionen, solche Easter Eggs in der Software zu verstecken. Ihre Verbreitung hat sich daher stark reduziert. Inzwischen handelt es sich bei Easter Eggs um ganz offiziell eingebaute Spaßfunktionen zur Unterhaltung der User, die im eigentlichen Sinn keine heimlichen Botschaften des Programmierers mehr sind.

Wie sich das Easter Egg von versteckten Funktionen unterscheidet

Hin und wieder werden versteckte oder schwer zugängliche Funktionen in Programmen fälschlicherweise ebenfalls als Easter Eggs bezeichnet. Damit sich eine versteckte Information oder Funktion tatsächlich Easter Egg nennen darf, müssen allerdings folgende drei Grundvoraussetzungen zutreffen:

  • 1. Die Information oder die Funktion muss beabsichtigt eingebaut worden sein,
  • 2. sie sollte keinen offiziellen Nutzen für den User haben und
  • 3. sie sollte spaßig und unterhaltsam sein.

Populäre Easter Eggs im Internetumfeld

Im Web-Umfeld existieren in vielen Browsern oder auf Internetseiten zahlreiche Easter Eggs:

  • Eines der bekanntesten Easter Eggs von Google ist die Eingabe von „do a barrel roll“ in das Suchfenster. Anschließend führt der Browserbildschirm eine 360-Grad-Drehung durch.
  • Der Browser Firefox zeigt versteckte Botschaften nach der Eingabe von „about:mozilla“ oder „about:robots“ in der Adresszeile.
  • Im Googles Browser Chrome lässt sich durch die Eingabe von „zerg rush“ in der Adresszeile ein kleines Spiel starten, bei dem herunterfallende Buchstaben in einer vorgegebenen Zeit anzuklicken sind.
  • In allen populären Browsern erlebt man eine Überraschung nach der Eingabe von „google.com/pacman“. Es öffnet sich eine Version des Spielklassikers Pacman, die direkt im Browserfenster spielbar ist.

Easter Eggs in Microsoft Office Programmen

In vielen älteren Office-Programmen von Microsoft finden sich zum Teil sehr aufwendig gemachte Easter Eggs. Beispielsweise versteckt sich in Excel 97 ein kompletter, mit der Maus steuerbarer Flugsimulator. Er ist durch das Klicken von F5 in einer leeren Tabelle, die Eingabe von „X97:L97“ und das Springen zu M97 mit der Tabulator-Taste zu erreichen. Durch gemeinsames Drücken von STRG und Umschalttaste sowie dem Klick auf den Diagramm-Assistenten in der Symbolleiste startet der Simulator.

In Excel 2000 ist ein kleines Autorennspiel versteckt, das sich durch folgende Aktionen aktivieren lässt:

  • Funktion „Als Webseite speichern“ auswählen und „Veröffentlichen“ klicken
  • die Haken „Interaktivität hinzufügen mit“ und „Webseite im Browser anschauen“ setzen
  • „Veröffentlichen“ wählen
  • im folgenden Fenster bis Zeile 2000 scrollen, mit Tab bis Spalte „WC“ springen und ganze Zeile markieren
  • STRG, ALT und Umschalttaste gedrückt halten und auf das Logo oben Links klicken

Easter Eggs unter Android oder iOS

Auf Smartphones mit Android- oder iOS-Betriebssystem finden sich ebenfalls Easter Eggs. Bei aktuellen Android-Versionen öffnet sich ein Easter Egg, nachdem in den Einstellungen im Menüpunkt „Info über das Gerät“ mehrfach schnell die Android-Version berührt wird. Animierte Bilder und Androiden fanden sich hier in der Vergangenheit ebenso wie eine Hommage an das Internet-Meme Nyan Cat oder eine Version des Spiels Flappy Bird.

In iOS-Geräten sind teilweise recht dezente Überraschungen versteckt, die die Detailverliebtheit von Apple zum Ausdruck bringen, allerdings im engeren Sinn keine richtigen Easter Eggs sind. Es handelt sich meist um für jeden erkennbare Bildschirmanzeigen, die einen ganz bestimmten Sinn und Hintergrund haben.

Das App-Symbol der Aktien-App zeigt beispielsweise den Kursverlauf der Apple-Aktie zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt. Es ist genau der Moment, als die Apple-Aktie Dell 2006 an der Börse überflügelte. Dies war wohl ein ganz besonderer Moment für Steve Jobs. Weitere Beispiele sind die Karten-App, deren Icon den Standort des neuen Apple-Campus zeigt, oder die Sprachmemo-App, bei der die Wellenform des Icons das Wort „Apple“ darstellt.

Einige Easter Eggs in bekannten Spielen

Riesig ist die Zahl an Easter Eggs in Spielen. Im Internet finden sich zahlreiche Seiten, die hunderte von Easter Eggs auflisten. Beispielsweise ist in GTA5 ein UFO-Wrack versteckt, das erscheint, wenn man bei Paleto Bay auf den Meeresgrund taucht. Dollar-Scheine mit Abbildung des Covergirls von „GTA - San Andreas“ hängen in Trevors Stammkneipe hinter dem Tresen.

In „Call of Duty – Black Ops 2ׅׅ“ sind komplette Retro-Spiele enthalten. Hierfür sind die Köpfe der Schaufensterpuppen auf der Karte Nuketown zu treffen. Anschließend sind die Spiele über den Fernseher in der Mitte des Platzes erreichbar.

Der Shooter „Rage“ enthält einen versteckten und recht verpixelten Ego-Shooter aus den 90er Jahren. Dieser ist in einem eigenen Raum zu finden und verbirgt sich im Wohnzimmer des Ghost-Verstecks als heller Spalt unter einer Wand. Er lässt sich per Aktionstaste aktivieren.

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