Definition „Hypertext Markup Language 5“

Was HTML5 als Auszeichnungssprache besser macht

| Autor / Redakteur: tutanch / Stephan Augsten

Die Hypertext-Auszeichnungssprache HTML5 stellt die Vorgänger-Versionen deutlich in den Schatten.
Die Hypertext-Auszeichnungssprache HTML5 stellt die Vorgänger-Versionen deutlich in den Schatten. (Collage: desing707 / JOSBORNE_ - Pixabay.com / CC0)

Das Kürzel HTML5 steht für Hypertext Markup Language und bezeichnet die fünfte Version der Internet-Auszeichnungssprache. Die HTML5-Spezifikation erschien 2014 und bringt im Vergleich zu HTML 4 viele neue Darstellungsmöglichkeiten und Funktionen für Internetseiten mit.

HTML5 – Motivation und Geschichte

Lange Zeit war der 1997 erschienene HTML4-Standard die maßgebliche Auszeichnungssprache für Internetseiten. Doch die Weiterentwicklung von HTML4 durch das World Wide Web Consortium (W3C) stockte und es wurden hauptsächlich Fehlerbereinigungen der Sprache implementiert.

Um die Entwicklung im Internet aktiver voranzutreiben, schlossen sich mehrere Browserhersteller zusammen und kündigten als „Web Hypertext Application Technology Working Group“ (WHATWG) einen Vorschlag für eine neue HTML5-Version an. Nach einigen Zwischenschritten und Anpassungen arbeiteten W3C und die WHATWG schließlich gemeinsam an einer HTML5-Spezifikation.

Vom ersten Arbeitsentwurf im Januar 2008 dauerte es bis zum 28. Oktober 2014, als die offizielle HTML5-Spezifikation („W3C Recommendation“) vorgelegt wurde. Mittlerweile ist HTML5 in fast allen Browsern in wesentlichen Teilen implementiert und viele Internetseiten nutzen die mit HTML5 eingeführten neuen Funktionen und Darstellungsmöglichkeiten.

Ziel der Entwicklung von HTML5 war es, eine mit bestehenden HTML-Inhalten kompatible Sprache zu schaffen, die universell, sicher und barrierefrei auf allen Endgeräten einsetzbar ist. Neue Funktionen und Darstellungsmöglichkeiten sollten ohne Plug-ins direkt mit der Computersprache nutzbar werden. Gleichzeitig sollte HTML5 klar strukturiert und in sich konsistent sein sowie die verschiedenen Aspekte der Sicherheit berücksichtigen.

Die einzelnen Spezifikationen von HTML5

HTML5 besteht aus mehreren Einzelspezifikationen, die jeweils bestimmte Bereiche der Auszeichnungssprache definieren. Neben der Hauptspezifikation HTML5, in der die Grundlagen wie Vokabular, HTML-Parser, HTML, XHTML und DOM, Standarddarstellung und Browserkontext beschrieben sind, existieren folgende weitere Spezifikationen:

  • HTML Microdata – für das Einbinden maschinenlesbarer Informationen in HTML-Dokumente
  • HTML-Canvas-2D-Kontext – für Schnittstellen zum Zeichnen zweidimensionaler Formen
  • HTML5-Nachrichtenübermittlung – für Methoden zum Datenaustausch
  • HTML+RDFa – für die Einbettung von RDF in XHTML für Dokumente

Darüber hinaus existieren unterstützende Dokumente, die beispielsweise die Auszeichnungssprache HTML genauer beschreiben, Unterschiede zwischen HTML4 und HTML5 aufführen oder Regeln für HTML5-Dokumente in XHTML-Syntax beschreiben.

Wesentliche Merkmale und Neuerungen in HTML5

Das eigentliche Vokabular von HTML5 setzt auf den vorhergehenden HTML-Spezifikationen auf. Zusätzlich beinhaltet die Spezifikation eine exakte Beschreibung der Struktur, wie einzelne Elemente miteinander verschachtelt werden dürfen.

Wesentliche Merkmale und Neuerungen von HTML5 sind neue Funktionen zur Einbindung von Audio- und Video-Inhalten sowie von 2D- und 3D-Grafiken. Solche Elemente wurden von HTML bisher nicht unterstützt und ließen sich nur mit zusätzlichen Plug-ins einbinden. Ein Beispiel für ein solches Plug-in ist Adobe Flash zur Wiedergabe von Flash-Inhalten.

Um die beschriebenen Inhalte direkt mit HTML5 einzubinden, setzen die Spezifikationen auf eine enge Verzahnung mit JavaScript und weiteren Beschreibungssprachen wie SVG (Scalable Vector Graphics) oder Canvas. Durch die konsequente Verwendung dieser Sprachen ergeben sich für den Entwickler viele neue Möglichkeiten.

Beispielsweise lassen sich vektorbasierte Grafiken direkt im Browser anzeigen, ohne dass dieser hierfür ein eigenes Plug-in benötigt. Auch Audio- oder Videoinhalte werden direkt ohne weitere Zusatzanwendungen im Browser abspielbar.

Grundsätzlich lassen sich alle Elemente einer Internetseite über JavaScript ansprechen und dynamisch gestalten. Weitere Neuerungen sind die Unterstützung von Geolocation und Offline-Nutzung, verbesserte SEO-Funktionen und die erweiterte Unterstützung für mobile Geräte.

Vorteile von HTML5 im Vergleich zu Vorgängerversionen

Durch die Einführung von HTML5 und die Unterstützung der wichtigsten Funktionen der Auszeichnungssprache durch die gängigen Browser ergeben sich zahlreiche Vorteile. Der Code von HTML5 ist wesentlich strukturierter und übersichtlicher aufgebaut. Dies vereinfacht eine spätere Bearbeitung des Codes und macht ihn weniger anfällig für Fehler.

Gleichzeitig steigt die Kompatibilität der programmierten Seiten in den verschiedenen Browsern wie Firefox, Google Chrome oder im Internet Explorer. Die darzustellenden Internetseiten können mit HTML5 interaktiver gestaltet werden, ohne dass die zusätzliche Installation von Plugins erforderlich wird. Für mobile Endgeräte stellt HTML5 die Möglichkeit zur Verfügung, so genannte Web Apps zu schreiben und zu nutzen.

Aufgrund der sauberen Strukturierung des HTML5-Codes profitieren auch Suchmaschinen, da diese HTML-Seiten nun besser lesen können. Damit steigt die SEO-Freundlichkeit der Seiten.

In der Entwicklung von Webseiten lassen sich erhebliche Kosteneinsparungen erzielen, da der Code auf unterschiedlichen Browsern und Endgeräten ausführbar ist und nicht für unterschiedlich Plattformen einzelne entwickelt werden muss. Minimiert werden mögliche Sicherheitsprobleme bei gleichzeitiger Verbesserung der Barrierefreiheit.

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