Entwicklung nicht nur für Microsoft-Umgebungen

Visual Studio 2017 – die Editionen und Neuerungen

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Stephan Augsten

Im Rahmen der Installation von Visual Studio steht zur Wahl, welche Frameworks und Tools installiert werden sollen.
Im Rahmen der Installation von Visual Studio steht zur Wahl, welche Frameworks und Tools installiert werden sollen. (Bild: Thomas Joos / Microsoft)

Microsoft stellt die Entwicklungsumgebung Visual Studio 2017 in einer Community-Edition sowie drei lizenzierungspflichtigen Versionen zur Verfügung. Entwickler profitieren von zahlreichen Neuerungen, die einen Umstieg von älteren Versionen rechtfertigen.

Microsoft Visual Studio 2017 bietet offensichtliche Neuerungen, die sich bereits bei der Installation zeigen. Das ein oder andere Novum fällt hingegen erst im Laufe der Arbeit mit den Projekten auf.

Erweiterungen stehen auch weiterhin zur Verfügung und werden über den Visual Studio Marketplace integriert. Bisher lautete die Bezeichnung für den Marktplatz „Visual Studio Gallery“. Wurden Erweiterungen installiert, dann lassen sich diese mit mehreren Installationen von Visual Studio synchronisieren.

Flexiblere Installation und schnellere Startzeiten

Im Rahmen der Installation von Visual Studio steht zur Wahl, welche Frameworks und Tools installiert werden sollen.
Im Rahmen der Installation von Visual Studio steht zur Wahl, welche Frameworks und Tools installiert werden sollen. (Bild: Thomas Joos / Microsoft)

Bereits der Installationsprozess selbst wartet mit einer Neuerung auf. Hier kann ausgewählt werden, welche Frameworks und Tools auf dem Rechner integriert werden sollen. Diese tragen die Bezeichnung „Workloads“. Das spart je nach gewünschtem Installationsumfang einiges an Speicherplatz, gleichzeitig ist die Installation schneller abgeschlossen.

Beim Platzverbrauch verspricht Microsoft, dass die Minimal-Installation von Visual Studio nur ein Zehntel des Speicherplatzes benötigt, wie Visual Studio 2015. Wer später weitere „Workloads“ hinzufügen will, kann das über das Installationsprogramm erledigen.

Visual Studio 2017 unterstützt .NET in den Versionen 2.0 bis 4.6.2 und zusätzlich .NET Core 1.x, welches auch ASP.NET Core und Entity Framework Core beinhaltet. Bei .NET Core handelt es sich um ein Open-Source-Framework für die Entwicklung von Microservices sowie Cloud- und Server-Anwendungen für Windows, MacOS und Linux.

Außerdem startet die integrierte Entwicklungsumgebung wesentlich schneller und lädt Projekte in kürzerer Zeit als die Vorgängerversion Visual Studio 2015. Das liegt daran, dass Projekte zwar angezeigt werden, Visual Studio die Projektdatei aber erst dann lädt, wenn das Projekt auch aufgerufen wird.

Generell bietet es sich nach der Installation von Visual Studio auch gleich an, die neusten Updates zu installieren. Diese beheben Fehler und verbessern die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Linux-Anwendungen. Außerdem hat Microsoft die Erstellung von C++ Anwendungen verbessert. Warum das so ist, und wie die neuen Vorgänge in Visual Studio 2017 ablaufen, zeigt Microsoft im MSDN.

Editionen und kostenlose Community Edition nutzen

Visual Studio steht in vier Editionen zur Verfügung, die Community-Edition steht kostenlos zur Verfügung. Die anderen Visual-Studio-Editionen mit den Beinamen Enterprise, Professional und Test Professional müssen hingegen lizenziert werden.

Alle Editionen stehen bei Microsoft zum Download bereit, die kostenpflichtigen Editionen lassen sich bis zu 30 Tage kostenlos testen. Der kostenlosen Edition fehlen einige Funktionen, wie zum Beispiel CodeLens.). Nur in der Enterprise-Edition sind alle Funktionen enthalten, die Visual Studio bietet, zum Beispiel einige Testwerkzeuge.

Entwickler, die noch unschlüssig sind, welche Version sie einsetzen wollen, sollten sich die Vergleichs-Seite für die verschiedenen Visual-Studio-Editionen ansehen. Bereits die kostenlose Version bietet Unterstützung bei der Eingabebestätigung für Befehle. Echtes Intellisense bietet Visual Studio auch, außerdem sind Einrückungen besser ersichtlich, und werden durch kleine, graue Linien dargestellt. Intellisense lässt sich umfassend anpassen. Entwickler können die Vorschlagsliste filtern und verschiedene Anzeigen in den Optionen anpassen oder deaktivieren.

XML-basierte Projektdateien und Parallelinstallationen mit älteren Versionen möglich

Visual Studio 2017 arbeitet mit XML-basierten *.csproj-Dateien. Diese enthalten auch die Referenzen zu NuGet-Paketen. Öffnen Entwickler ältere Dateien auf Basis von project.json oder *.proj-Dateien, werden diese automatisch zu *.csproj geändert. Sollen alle Dateien auf einmal konvertiert werden, steht die Befehlszeile zur Verfügung. Konvertierte Projekte lassen sich allerdings nur noch mit Visual Studio 2017 bearbeiten. Auch eine Rückkonvertierung ist ausgeschlossen.

Da Visual Studio 2017 seine eigenen DLL-Dateien mitbringt und ansonsten alle notwendigen Daten in das eigene Installationsverzeichnis schreibt, wird die Windows-Registry stark entlastet. Das ermöglicht auch den parallelen Betrieb von mehreren Installationen von Visual Studio. Das ist im Rahmen einer Migration durchaus sinnvoll.

Verbesserte Fehlersuche

Visual Studio zeigt Fehler im Code direkt mit einer speziellen Sprechblase an. Es gibt keine Dialoge mehr, in denen Informationen fehlen, die notwendigen Hinweise für Probleme werden direkt während der laufenden Entwicklung angezeigt. Generell erkennt die Fehlersuche mehr Fehler, zum Beispiel auch das Objekt, das den Fehler verursacht. Außerdem arbeitet der Assistent wesentlich schneller.

Live Unit Testing erlaubt in der Enterprise-Edition ein Echtzeit-Feedback. Entwickler erhalten Informationen darüber, wie Code-Änderungen Unit Tests direkt beeinflussen.

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