Definition „Projektmanagement“

Software-Projekte in allen Phasen richtig steuern

| Autor / Redakteur: zeroshope / Stephan Augsten

Im Rahmen des Software-Projektmanagements wird die Anwendungentwicklung in all ihren Phasen gelenkt.
Im Rahmen des Software-Projektmanagements wird die Anwendungentwicklung in all ihren Phasen gelenkt. (Bild: StartupStockPhotos.com / CC0)

Software-Projektmanagement meint als Begriff die erfolgreiche Steuerung der Anwendungsentwicklung. Gelenkt werden die Planungsphase, die eigentliche Entwicklung, das „Go-Live“ und die Optimierung des Programms.

Die Software-Entwicklung ist ein Prozess, der Monate oder häufig sogar Jahre in Anspruch nimmt. Zahlreiche personelle Ressourcen sowie eine umfassende IT-Infrastruktur müssen in vielen Fällen zur Verfügung gestellt werden.

Aus Gründen der Zeit- und Kosteneffizienz wird die Entwicklung deshalb im Rahmen des Software-Projektmanagements gelenkt. Dieses plant und überwacht den Einsatz der Ressourcen. Das Software-Projektmanagement gliedert sich in vier bzw. optional in fünf Phasen:

  • Planung: Welche Anforderungen muss die neue Software erfüllen?
  • Entwicklung/ Programmierung: Der Code der Software wird geschrieben und getestet.
  • Go Live: Die Software wird veröffentlicht.
  • Optimierung: Fehler, die im Alltagsgebrauch auftreten, werden beseitigt.
  • Update: Diese fünfte Phase ist je nach Software optional, aber mittlerweile – Stichwort: Agile Entwicklung – eher Regel als Ausnahme. Die Software erhält neue Funktionen.

Phase 1 – Planung: Welche Anforderungen muss die neue Software erfüllen?

Die erste Aufgabe des Software-Projektmanagements ist es, eine Liste zu erstellen, welche Anforderungen das neue Programm eigentlich erfüllen soll. Entwickler-Schmieden, die im Kundenauftrag arbeiten, berücksichtigen schon jetzt spezielle Wünsche der Auftraggeber. Klassischerweise betrifft dies beispielsweise Designs der Software.

Die Projektmanager ermitteln anschließend in Zusammenarbeit mit den Entwicklern sowie den Hardware-Experten des Hauses, welche Ressourcen für die Entwicklung nötig sind. In großen Unternehmen teilt das Haus spezielles Personal für die unterschiedlichen Phasen der Entwicklung zu.

Phase 2 – Entwicklung: Der Code der Software wird geschrieben und getestet

Die Rolle des Software-Projektmanagements beschränkt sich in dieser Rolle auf die Überwachung. Werden Zeit-, Geld- und Kundenvorgaben vom Entwicklerteam eingehalten? Passt der Ressourcenzuschnitt oder sollte er geändert werden? Müssen die Anforderungen angepasst werden („Change-Management“)?

Phase 3 – Go Live: Die Software wird veröffentlicht

Nachdem die Programmierung der Software beendet ist, folgt die Veröffentlichung des Programms. In der Fachsprache spricht man von „Go Live“. Der Prozess erfolgt in drei Stufen:

  • 1. Geschlossener Alpha-Test: Die Software wird intern getestet. Je nach Plan und Unternehmen erfolgt der Alpha-Test auch noch im Rahmen der Entwicklung und firmiert beispielsweise unter der Überschrift „Qualitätssicherung“.
  • 2. Beta-Test: Unabhängige Nutzer dürfen das Programm erstmals verwenden. Durch ihre Erfahrungen sollen Bugs ausgemerzt werden, die erst im Alltagsgebrauch auffallen.
  • 3. Übergabe oder Verkaufsstart: Nach der Beta-Testphase wird die Software an den Kunden übergeben oder zum Verkauf angeboten.

Die Aufgaben des Software-Projektmanagements umfassen in der Go-Live-Phase vor allem zwei Punkte: Zum einen die korrekte Auswahl der künftigen Beta-Tester. Sie sollten einen möglichst repräsentativen Querschnitt der späteren Endnutzer bilden. Zum anderen sollte ein gesundes Zeit-Management gewählt werden.

Für Entwickler kann der Beta-Test erfahrungsgemäß nicht lang genug sein. Sie wollen schon jetzt mit der ersten Optimierungsrunde beginnen. Ist der Beta-Test zu lang, besteht aber wiederum die Gefahr, dass die Software „verschlimmbessert“ wird.

Phase 4 – Optimierung: Fehler, die im Alltagsgebrauch auftreten, werden beseitigt

Nach der Veröffentlichung zeigen sich viele Software-Fehler im Alltagsgebrauch des Programms durch die Endnutzer. Insbesondere das Zusammenspiel der neuen Software mit bestehenden Programmen bereitet in vielen Fällen Schwierigkeiten.

Als Beispiel: Eine neue Software für die Warenwirtschaft in einem Unternehmen muss mit vielen anderen Programmen zusammenarbeiten (Bestelleingänge, Personalplanung, Budget, etc.). Dabei entstehen regelmäßig Probleme. Die Aufgabe des Software-Projektmanagements ist es, passende Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um diese Schwierigkeiten so schnell wie möglich zu beseitigen.

Phase 5 – Updates: Wann folgen welche neuen Funktionen?

Bei der Definition der Anforderung sowie der Bereitstellung kann es im Rahmen des Software-Projektmanagements zu drei Phänomen kommen:

  • 1. Nicht alle Anforderungen müssen sofort erfüllt werden. Einige passende Funktionen können auch später dazu kommen. Entscheidend ist erst einmal eine Software, die in der Lage ist, die „Grundbedürfnisse“ zu erfüllen.
  • 2. Die Ressourcen reichen nicht, um alle Anforderungen sofort zu erfüllen.
  • 3. Neue Feature, die für die Grundfunktionen des Programms nicht zwingend notwendig sind, können zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werden und zusätzliche Einnahmen generieren. DLCs in der Spielewelt sind hierfür ein Beispiel.

In einem solchen Fall kann das Software-Projektmanagement schon in der Planungsphase entscheiden, künftig Updates herauszubringen. Der Einsatz von Ressourcen muss entsprechend geplant werden. Updates sind zu unterscheiden von den Maßnahmen der Optimierung, die der Fehlerbeseitigung dienen.

Gewöhnlich beginnt dann ein Kreislauf: Nach dem Go Live beginnt ein Teil des Entwicklerteams mit der Arbeit am ersten Update. Der Rest kümmert sich um die Optimierung der Software. Das erste Update wird übergeben und optimiert. Zeitgleich beginnt die Arbeit am zweiten Update. Der Prozess setzt sich so lange fort, bis alle vom Software-Projektmanagement festgelegten Updates umgesetzt und optimiert wurden.

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