Legaltech

Erstes Blockchain-basiertes Schiedsverfahren mit Smart Contracts

| Redakteur: Ulrike Ostler

Das Blockchain-basierte Schiedsgerichtsverfahren mit einem Smart Contract von der Datarella GmbH.
Das Blockchain-basierte Schiedsgerichtsverfahren mit einem Smart Contract von der Datarella GmbH. (Bild: obs/Datarella GmbH/Jonatan Bergquis)

Noch sind viele rechtliche Implikationen der Blockchain-Verfahren ungeklärt. Doch der Münchner Anbieter für Big-Data- und Blockchain-Anwendungen Datarella meldet, dass es mit seinem Unternehmensbereich Codelegit den ersten Praxistest eines Schiedsverfahrens auf Basis von Smart Contracts erfolgreich abgeschlossen habe. Der auf IT-Recht spezialisierte Rechtsanwalt und Blockchain-Experte Markus Kaulartz hat als Schiedsrichter fungiert.

Smart Contracts, eine auf Blockchain-Plattformen laufende Software, die Prozesse automatisiert und beispielsweise Zahlungsabwicklung hocheffizient ermöglicht, können in industriellen Anwendungsgebieten nur eingesetzt werden, wenn sie gesetzes- und regelkonform sind. Datarella-Gründer und Codelegit-Projektleiter Michael Reuter erläutert: „Wenn ein Smart Contract eine vertraglich geschuldete Leistung durchführen soll, so muss er mit dem Vertrag sowie Recht und Gesetz übereinstimmen. Das ist fast immer eine Herausforderung, denn Software ist in der Praxis niemals fehlerfrei.“

Aus diesem Grund habe sein Unternehmen mit dem Codelegit-Schiedsverfahren eine Grundlage geschaffen, um Compliance bei Blockchain-basierten Smart Contracts sicherstellen zu können. ZU diesem Zweck hat das Unternehmen eine „Smart Contract Arbitration Library“ entwickelt, eine Software-Bibliothek mit Smart Contracts, die von Unternehmen in entsprechenden Anwendungsfällen eingesetzt werden können.

Das Blockchain-basierte Schiedsgerichtsverfahren mit einem Smart Contract von der Datarella GmbH.
Das Blockchain-basierte Schiedsgerichtsverfahren mit einem Smart Contract von der Datarella GmbH. (Bild: obs/Datarella GmbH/Jonatan Bergquis)

Das integrierte Schiedsverfahren soll sicherstellen, dass Streitigkeiten über die Durchführung von Smart Contracts durch legitimierte Richter entschieden werden. „Die gesamte Kommunikation der Vertragsparteien wird auf der Bitcoin sowie der öffentlichen Ethereum Blockchain in Hash-Werten gespeichert. So verfügen alle Teilnehmer am Verfahren über einen lückenlosen Nachweis der Kommunikation“, erläutert Jonatan Bergquist, Datarellas Experte für Smart Contracts.

Im nächsten Schritt soll die Codelegit Arbitration Library in unterschiedlichen Anwendungsgebieten im industriellen Umfeld eingesetzt werden. Das Ziel von Datarella ist es, Codelegit als Standardinstrument der IT-Compliance im Gebiet der Blockchain zu etablieren.

Über Datarella GmbH

Die Datarella GmbH wurde im August 2013 von Joerg Blumtritt, Kira Nezu, Yukitaka Nezu und Michael Reuter gegründet. Aufbauend auf den Unternehmensbereichen Big Data Solutions und Blockchain Solutions bieten die Münchner eine Beratung inklusive Entwicklung, Umsetzung und Vermarktung datenbasierter Produkte und Services an. Kooperationspartner sind beispielsweise die Unternehmensberatung mm1, die European Space Agency ESA, die BayBG, Ethereum und Parity Technologies.

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