Effektiv zusammenarbeiten

Collaboration Tools für verteilte Teams

| Autor / Redakteur: Christian Rentrop / Stephan Augsten

Mit Collaboration Tools lässt sich die Zusammenarbeit von Developer- und Operations-Teams, vor allem in verteilten Strukturen, besser koordinieren.
Mit Collaboration Tools lässt sich die Zusammenarbeit von Developer- und Operations-Teams, vor allem in verteilten Strukturen, besser koordinieren. (© Kurhan - Fotolia.com)

Verteilte Entwicklerteams benötigen effektive Werkzeuge, um die Aufgaben sinnvoll zu verteilen und zu verwalten. Doch welche Kollaborations-Tools für Entwickler gibt es, die den Entwicklungsprozess mit Remote-Teams beschleunigen und optimieren können? Wir haben einige Möglichkeiten herausgesucht.

Programmierer arbeiten heutzutage kaum noch allein im stillen Kämmerlein. Vielmehr sind Auftragsarbeiten – oft international – oder sogar das Arbeiten in verteilten Teams üblich. Durch die räumliche und nicht selten auch sprachliche Trennung ist es natürlich wichtig, dass Arbeitsschritte effizient aufgeteilt und Dokumentationen sinnvoll nachgehalten werden.

Perfekt dafür geeignet sind Projektmanagement-Tools mit Collaboration Features, die zudem Datenspeicherungsfunktionen enthalten, um Software auch in Form von Code innerhalb des Systems hosten zu können. Denn der wichtigste Kollaborationsaspekt ist natürlich, dass Mitarbeiter ein System möglichst selten verlassen und im Idealfall keine weiteren Werkzeuge genutzt werden müssen.

Alternativ bietet sich bei cloudbasierten Lösungen natürlich die Anbindung von Kommunikation und Datenspeicherung per API an, sofern der Anbieter das unterstützt. Allerdings sind viele cloudbasierte Projektmanagement-Lösungen bereits ab Werk mit den nötigsten Funktionen ausgestattet. Wir stellen Ihnen einige vor, die bei der Organisation verteilter Teams ausgesprochen hilfreich sind.

Jira, Confluence, Bitbucket und Co.

Als Quasi-Standard können in dieser Hinsicht die Produkte des britischen Software-Unternehmens Atlassian gelten: Jira, Bitbucket, Confluence und Trello sind die wohl bekanntesten Produkte des Anbieters, die kollaboratives Arbeiten massiv erleichtern und sich nahtlos miteinander verbinden. So hilft Trello als cloudbasiertes Projektmanagement-Tool dabei, Teams und Aufgaben effektiv zu organisieren, gleichzeitig können notwendige Arbeitsschritte und Einzelaufgaben verwaltet werden.

Als Anforderungsmanagement-Lösung für die Software-Entwicklung hat Atlassian mit Jira ein weiteres Produkt im Portfolio. Jira wurde mit Blick darauf entwickelt, Softwareprojekte auch mit verteilten Teams im Griff zu behalten. Jira hilft nicht nur bei der Planung von Softwareprojekten, sondern unterstützt auch das Workflow-Management und die Prozessoptimierung.

Das dritte Tool im Bunde ist Bitbucket, ein – wie der Name schon sagt – „Eimer für Bits“: Hier können verteilte Teams ihre Software- und Codeschnipsel lagern und dafür sorgen, dass jederzeit alle Zugriff auf die richtigen Versionen haben. Dabei werden die Versionsverwaltungssysteme Git und Mercurial unterstützt, um maximale Funktionalität sicherzustellen. Anders als bei primär für den Open-Source-Einsatz gedachten Filehostern wie GitHub oder Sourceforge ist Bitbucket darauf ausgerichtet, Code privat zu hosten, sprich: Repositories sind nicht öffentlich, sondern nutzer- oder teambasiert.

Weitere essenzielle Tools von Atlassian sind SourceTree, eine einfache Quellcode-Verwaltung, Bamboo, eine Release-Management-Lösung sowie Hip-Chat, eine Team-Kommunikationslösung, die sich ebenfalls nahtlos miteinander einsetzen lassen.

Praktisch: Confluence, Jira, HipChat und weitere Produkte können sowohl in der Cloud als auch auf den eigenen Servern verwendet werden. Das Gesamtpaket ist damit besonders leistungsstark und in Teilen mit einem skalierbaren Freemium-Modell ausgestattet, das kleinen Teams zunächst die preisgünstige oder sogar kostenlose Nutzung ermöglicht.

Paymo

Der Webservice Paymo ist ein Collab- und Projektmanagement-Tool in der Cloud. Teamleiter und -mitglieder können mit Paymo einzelne Arbeitsschritte und den dafür notwendigen Zeit- und Kostenaufwand planen und einfacher im Auge behalten. Zudem gibt es Echtzeit-Kollaborationsfunktionen inklusive eines Chats und einer Dokumentablage, in der wichtige Dateien gelagert und ausgetauscht werden können.

Dank der einfachen Rechteverwaltung, der Anbindung an Google Drive und der eingebauten Rechnungserstellung fällt das Einbinden von externen Mitarbeitern leicht. Paymo kostet 15 US-Dollar pro User und Monat, kann aber 15 Tage lang getestet werden.

Redbooth

Eine Alternative zu Paymo stellt der ehemals als Teambox bekannte Webservice Redbooth dar. Das bei Palo Alto (Kalifornien) und in Barcelona (Spanien) angesiedelte Unternehmen bietet ebenfalls eine webbasierte Projektmanagement-Lösung an, die ähnlich umfangreiche Funktionen wie Paymo bietet. Neben der Einbindung zahlreicher anderer cloudbasierter Team-Tools wie Slack, Evernote, Google Mail oder Outlook bietet der Service eine praktische Workspace-Funktion

Der Workspace ermöglicht es, für neue Teams und Projekte eigene „Unterordner“ zusammen zu stellen. Auch Redbooth besitzt eine Filesharing-Funktion für die zentrale Dokumentablage sowie zahlreiche Optionen zum Reporting, Management und natürlich der Kooperation. Besonders interessant: Für kleine Teams und Projekte von bis zu zehn Mitarbeitern und fünf Projekten ist der Dienst zwar leicht eingeschränkt, dafür aber kostenfrei nutzbar.

Azendoo

Auch Azendoo ist ein cloudbasiertes Projektmanagement-System. Der Anbieter ist in Frankreich ansässig und wird von einigen großen französischen und internationalen Unternehmen verwendet, darunter MasterCard, Carrefour und Cisco. Der große Vorteil der Lösung ist ihr All-in-One-Konzept.

Neben der Aktivitätsverwaltung und der Möglichkeit, Dokumente zu speichern, gibt es auch einen Messenger und einen Kalender. Alle Funktionen können vom Team gemeinsam genutzt werden, zudem gibt es Möglichkeiten, sich innerhalb des Teams nach dem Facebook-Prinzip über Ideen abzusprechen und diese abzustimmen. Das ist natürlich besonders dann sinnvoll, wenn zum Beispiel über GUI-Designs oder Grafiken gesprochen werden soll.

Die große Stärke von Azendoo ist die weitestgehend nahtlose Integration zahlreicher externer Dienste wie Office 365, Dropbox, Evernote, GitHub und vielen anderen. Azendoo darf 30 Tage kostenfrei getestet werden, danach gibt es mit Team, Business und Enterprise drei Lizenzmodelle, die bei 6,67 Euro pro User und Monat beginnen.

Beanstalk

Einen wesentlich Code-basierteren Ansatz bietet der US-amerikanische Service Beanstalk: Der rein webbasierte Cloud-Service erlaubt das kollaborative Arbeiten an Code und das Erstellen von Repositorien direkt im Browser. Gleichzeitig können Code-Reviews und Bugfixing in einem Abwasch erledigt werden.

Bei Bedarf lassen sich schnell externe Teams oder Entwickler einbinden, die den Code bearbeiten oder überprüfen können. Dabei unterstützt der Dienst sowohl Git- als auch SVN-Versionsverwaltung. Der Dateizugriff für einzelne Teammitglieder kann dabei einfach und effektiv geregelt werden. Gleichzeitig kann das Team intern über Code sprechen und Bugfixing betreiben.

Beanstalk ist dabei eher ein Extra zu den vorgenannten Diensten zu sehen: Komplexe Kommunikations- oder Projektmanagement-Features sind nur rudimentär vorhanden, die Software selbst setzt vor allem auf die einfache kollaborative Bearbeitung von Code. Die Lösung kann zunächst gratis getestet werden, sobald allerdings mehr als ein Mitarbeiter ins Spiel kommt, müssen Service-Pläne ab 15 US-Dollar pro Monat abgeschlossen werden.

Fazit: Das Management verteilter Teams ist kein Problem mehr

Die Cloud macht es möglich: Zahlreiche größere und kleinere Projektmanagement-Webdienste konkurrieren inzwischen um die Gunst verteilter Teams bei der Software-Entwicklung. Die vorgestellten Lösungen sind dabei nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten, die Entwicklerteams und Softwaremanagern heutzutage zur Verfügung stehen, um die Entwicklung mit einem global verteilten Team voranzutreiben.

Essenziell für die Entscheidung für oder gegen einen Dienst sollte aufgrund der globalen Struktur der verteilten Teams natürlich neben der Rechteverwaltung und des Komforts vor allem auch die Datenverschlüsselung und der Standort des Anbieters sein, um Probleme mit dem Datenschutz oder gar Industriespionage, die beim verteilten Arbeiten durchaus aufkommen können, von vornherein einen Riegel vorzuschieben.

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