Die Werbung ist tot, es lebe die Werbung

Brave attackiert Google mit BAT

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Brave will den Werbemarkt im Internet transparenter und effizienter gestalten.
Brave will den Werbemarkt im Internet transparenter und effizienter gestalten. (Bild: BAT/ Vimeo)

Mit den auf Blockchain-Technik basierenden Basic Attention Tokens wollen die Macher des alternativen Webbrowsers Brave den digitalen Werbemarkt und das klassische Advertising á la Google revolutionieren. Ob das auf einem Ethereum Payment System basierende Konzept aufgeht bleibt aber abzuwarten.

Auf der eigenen Webseite preist Softwareanbieter Brave seinen gleichnamigen Webbrowser als Lösung an, die automatisch Trackingversuche und Werbung blockiert. Gemeint ist damit allerdings nur die Reklame Dritter. Tatsächlich will der Hersteller das Programm als Instrument nutzen, um digitale Anzeigen zielgerichtet an surfende Anwender zu verteilen. Entscheidende Komponente des dezentralisierten, „Blockchain-based Digital Advertising“ sind sogenannte Basic Attention Tokens, kurz BAT, die am 31. Mai verkauft wurden.

Als ERC20-Token basieren BAT auf Ethereum – einer Plattform zum Ausführen von Smart Contracts, die ihrerseits auf einer Blockchain fußt. Werbetreibende zahlen in BAT für die Aufmerksamkeit von Endanwendern – etwa, wenn diese für einen gewissen Zeitraum auf einer aktiven Webseite verweilen. Anwender wiederum könnten per Ethereum (ETH) bzw. BAT Premiuminhalte von Verlagen freischalten.

Innerhalb von höchstens 30 Tagen wollte Brave zwischen sechs und 24 Millionen US-Dollar einnehmen. Tatsächlich wurde der am 31. Mai gestartete „BAT Sale“ bereits am selben Tag für beendet erklärt – nachdem innerhalb kürzester Zeit 156,250 Ether eingenommen wurden. Bei einem Ethereum-Kurs von $ 228.59 (Stand 1.6.2017) entspricht das einem Wert von rund 35 Millionen US-Dollar.

Mit seinem Ansatz (PDF) will Brave nach eigenem Bekunden eine Alternative zum bestehenden, vom Google dominierten Werbemarkt liefern. Und davon sollen Endanwender, Werber sowie Inhaltsanbieter zugleich profitieren: Anwender erhalten weniger, dafür aber relevantere Werbung. Weil Brave die Aufmerksamkeit bereits auf Browserlevel misst, schütze die Lösung die Privatsphäre zudem besser. Anbietern von Inhalten verspricht Brave derweil größere Einnahmen.

Bereits im September 2016 hatte der Anbieter „Brave Payments“ vorgestellt. Über das anonyme und Bitcoin-basierte Bezahlsystem sollten Nutzer Mikrobeträge an Webseiten spenden.

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